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Darum ist Co-Sleeping eine wundervolle Sache

27/02/2016 15:32 CET | Aktualisiert 27/02/2017 11:12 CET
Nathan Timmel

Ungefähr zu der Zeit als meine Tochter zwei Jahre alt wurde, fand sie heraus, wie Türklinken funktionieren. Da sie für ihr Alter ziemlich groß ist, war es für sie recht einfach, nach der Klinke zu greifen. Dass sie so schnell verstand, dass sie daran drehen und ziehen musste, ist nur ein weiterer Beweis für ihre Klugheit.

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Das Interessante ist: Sie nutzte diese neue Fähigkeit nicht sofort, um aus ihrem Zimmer zu verschwinden. Ich und meine Frau rechneten mit dem Schlimmsten - dass wir keine ruhige Minute mehr hätten und sie ständig nachts plötzlich vor uns stehen würde - aber das geschah nicht.

Etwa sechs Monate später ging meiner Tochter ein Licht auf. Sie stellte fest, dass sie nicht nur ihre Tür öffnen konnte, sondern auch wusste, wo Mama und Papa schlafen.

Die beiden Gedanken verbindend, bahnte sie sich eines Nachts den Weg in unser Schlafzimmer. Lydia schläft bei der Tür, also wurde sie zuerst von unserer Kleinen begrüßt. Meine Frau brachte sie ohne Probleme zurück in ihr Zimmer.

Sie kam einmal pro Woche ins Schlafzimmer

Bald versuchte sie es häufiger und kam etwa einmal pro Woche zu uns ans Bett. Sie testete ihre Grenzen aus. Auch wenn sie das vielleicht nicht bewusst tat, ich glaube, es war ein intuitives Vorgehen.

Meine Tochter versuchte etwas zu begreifen, das sie schon wusste: in unserem Haus ist Papa der Softie

Nach mehreren Versuchen und Zurückweisungen von Seiten ihrer Mutter, versuchte sie es mit einem neuen Ansatz: Meine Tochter kam ins Schlafzimmer, kletterte ins Bett - auf Papas Seite und sank auf meine Brust.

Anstatt sie auf den Arm zu nehmen und in ihr Bett zu bringen, zog ich sie an mich heran und deckte sie zu. Sie steckte sich den Daumen in den Mund und schlief wieder ein.

Sicher. Warm.

(In den folgenden Stunden wurde ich abwechselnd getreten und angepupst. Aber das machte mir nichts aus.)

Das war der Anfang vom Ende

Es fing einmal pro Woche um 5 oder 3 Uhr morgens an und entwickelte sich zu 23 oder 22 Uhr abends. Unsere Tochter kam immer öfter und immer früher in unser Schlafzimmer.

Weiterhin war es so, dass Lydia, wenn sie wach war (oder zuerst aufwachte), unsere Tochter wieder in ihr Zimmer schickte. Aber wenn sie es bis zu meiner Seite schaffte, ließ ich sie immer in mein Bett krabbeln und mich wecken.

Das sorgte für eine kleine ... Verstimmung zwischen mir und Lydia. Sie liest gerne Erziehungsbücher und spricht viel über Gewöhnung und Erziehung und schlechte Angewohnheiten. Ich verstehe das. Es ist mir aber auch egal.

Meine Tochter ist jetzt drei Jahre alt

In meiner Vorstellung ist sie "morgen" 13. Die Zeit fliegt. Ich weiß nicht, wie lange das Kuscheln anhält. Wie lange sie noch mit mir kuscheln wollen wird. Ich weiß, wenn sie ein Teenager ist, wird das das Peinlichste sein, das sie sich vorstellen kann und sie wird mich meiden.

Diese Momente sind kostbar und ich will sie nicht verschwenden. Wenn meine Tochter kuscheln will und mitten in der Nacht Wärme sucht, wieso sollte ich ihr das vorenthalten?

Ihre Mutter hat daraufhin mit gerunzelter Stirn geantwortet, sie würde sich schon jetzt nicht auf den Tag freuen, an dem auch unser Einjähriger herausfinden würde, wie er in unser Schlafzimmer gelangt.

"Wenn unsere Tochter bis dahin noch nicht gelernt hat, alleine zu schlafen, wird unser Bett zu voll."

Ja.

Ich freue mich schon auf diesen Tag.

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Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

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