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Epidemien vorbeugen: Erkenntnisse aus Ebola

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peeterv via Getty Images
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Seit vielen Jahren setzen sich Bill und Melinda Gates mit ihrer Stiftung gegen Armutsbek├Ąmpfung und f├╝r eine bessere Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt ein. Als Bill Gates neulich am Rande der M├╝nchner Sicherheitskonferenz an der TU M├╝nchen sprach, widmete sich das Gespr├Ąch auch den gr├Â├čten Gefahren, die seiner Meinung nach die Menschheit in den n├Ąchsten Jahrzehnten bedrohen werden. Neben Atomwaffen und Klimawandel nannte er dabei Epidemien.

Ebola-Ausbruch 2014-2016

Eine der gr├Â├čten in den letzten Jahren war der Ebola-Ausbruch von 2014-2016 in Westafrika. ├ťber 28.000 Menschen wurden infiziert, ├╝ber 11.000 verstarben. Die meisten davon in Sierra Leone, Liberia und Guinea. Im Sommer 2016 wurde der Ausbruch f├╝r beendet erkl├Ąrt.

Geblieben ist die Sorge, dass in unserer globalisierten Welt eine Epidemie sich viel schneller verbreiten kann, als es Zeit braucht, Impfstoffe zu entwickeln und zu den Menschen zu bringen, die sie brauchen. Insbesondere dann, wenn sich die Erreger wie bei Ebola nicht "nur" ├╝ber Schleimh├Ąute ├╝bertragen lassen, sondern wie bei Grippe als Tr├Âpfcheninfektion ├╝ber die Luft.

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Die Bek├Ąmpfung

Es gibt mehrere Wege, Epidemien zu bek├Ąmpfen, die durch menschlichen Kontakt ├╝bertragen werden. Einer der wichtigsten besteht darin, Infizierte (und ggf. Tote) zu isolieren bzw. alle, die k├╝rzlich mit ihnen Kontakt hatten, ├╝ber den Inkubationszeitraum hinweg zu beobachten.

Doch wie lokalisiert man diese Personen? Und das m├Âglichst schnell und effizient, denn der Zeitfaktor spielt bei der Verbreitung von Epidemien eine entscheidende Rolle. Drei Punkte sind hierbei wichtig:

1) Bedeutung von Daten

Um die Betroffenen zu lokalisieren, brauchen die Verantwortlichen schnell zuverl├Ąssige und detaillierte Informationen, z. B. zum Ort oder zu aufgetretenen Symptomen. So k├Ânnen die gemeldeten F├Ąlle z├╝gig aufgesucht, ggf. best├Ątigt und isoliert werden. Ebenso k├Ânnen dadurch Betroffene schnell medizinische Versorgung erhalten und Kontaktpersonen beobachtet werden.

Gleichzeitig brauchen politische und administrative Entscheidungstr├Ąger Informationen zu aktuellen F├Ąllen und der regionalen Verbreitung, um wichtige Entscheidungen zu treffen, z. B. zur Verteilung von Einsatzkr├Ąften.

2) Digitale Daten bedeuten Zeitvorsprung

Im Vergleich zum Einsatz von Stift und Papier bieten digitale Methoden zahlreiche Vorteile.

So entwickelte eHealth Africa eine ma├čgeschneiderte Call Center Software, die Call Centern in Sierra Leone, Liberia und Guinea nicht nur erm├Âglichte, wesentlich mehr Anrufe gleichzeitig aufzunehmen. Die von den Anrufern ├╝bermittelten Informationen konnten sofort zentral gespeichert werden.

Ebenso wurde eine App entwickelt, die es medizinischem Personal erm├Âglichte, die Befunde ├╝ber Verdachtsf├Ąlle ├╝ber ein Smartphone einzugeben, zu speichern und an eine zentrale Stelle zu schicken. Man kann sich vorstellen, wie lange dieser Vorgang dauern w├╝rde, w├Ąre es jedes Mal notwendig, die Informationen auf Papier zusammenzutragen.

Die Call Center Software erm├Âglichte des Weiteren die Auswertung der Daten sowie deren Visualisierung. So konnten Entscheidungstr├Ąger sehr schnell Informationen zu Anzahl der Infizierten und Toten, aber auch zu Regionen erhalten, in denen Menschen in besonderer Gefahr waren.

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3) Gute IT-Infrastruktur und ausgebildetes IT-Personal sind wesentlich

Damit Informationen gemeldet, gesammelt und ausgewertet werden k├Ânnen, bedarf es einer guten IT-Infrastruktur. Dazu geh├Âren Versorgung mit Elektrizit├Ąt genauso wie eine funktionierende Hardware (Computer, Tablets, Smartphones) sowie eine zuverl├Ąssige Internetverbindung (zumindest an den Koordinierungsstellen).

Da, wo die Infrastruktur nicht vorhanden ist, m├╝ssen Systeme so entwickelt werden, dass sie trotzdem m├Âglichst reibungslos funktionieren. So konnte die von eHealth Africa entwickelte App f├╝r medizinisches Personal Daten ohne Internet-Verbindung lokal speichern, und sp├Ąter an das zentrale System senden, wenn wieder eine Internetverbindung vorhanden war. Dies war wichtig, denn insbesondere in den entlegenen Gebieten Westafrikas gibt es nicht ├╝berall eine Internetverbindung.

Nicht zuletzt braucht es qualifiziertes Personal, wie z. B. Software-Entwickler, die schnell leicht zu bedienende Produkte entwickeln und betreiben k├Ânnen.

Herausforderungen der Nutzung von gro├čen Datenmengen

Selbstverst├Ąndlich ist die Nutzung von Daten auch mit Herausforderungen verbunden. So ist es nicht immer einfach, dringende Verdachtsf├Ąlle von falschen Alarmen zu unterscheiden. Nicht alle Angaben k├Ânnen immer verifiziert werden, sodass auch Entscheidungstr├Ąger sich zum Teil auf unbest├Ątigte Angaben verlassen m├╝ssen.

Schlie├člich birgt das Sammeln von Daten auch immer die Gefahr, dass diese in falsche H├Ąnde geraten. Deshalb sind insbesondere bei der Arbeit mit sensiblen Daten hohe Sicherheitsstandards geboten.

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Vorbeugung ist wichtig!

Auch andere Faktoren sind wichtig, wenn wir Epidemien wirksam vorbeugen m├Âchten. Dazu geh├Ârt die St├Ąrkung von Gesundheitssystemen, insbesondere in Entwicklungsl├Ąndern, genauso wie die Entwicklung neuer Impfstoffe. Nicht unerw├Ąhnt sollte ebenso bleiben, dass sich ├ťbertragungswege unterscheiden, weshalb bei Ausbr├╝chen von Krankheiten wie z. B. Malaria oder Polio andere Methoden als die Isolierung von Erkrankten angewandt werden. Dennoch werden genaue, schnelle und zuverl├Ąssige Informationen entscheidend sein, wenn wir Epidemien bek├Ąmpfen m├Âchten, die uns m├Âglicherweise bevorstehen.

eHealth Africa ist eine internationale NGO, die sich seit 2009 f├╝r eine bessere Gesundheitsversorgung in Westafrika einsetzt. Die Organisation bietet datengest├╝tzte sowie zum Teil softwarebasierte L├Âsungen f├╝r Herausforderungen wie die Bek├Ąmpfung von Epidemien oder St├Ąrkung der ├Âffentlichen Gesundheitssysteme. Die 800 Mitarbeiter sind von B├╝ros in Nigeria, Sierra Leone, Liberia, Guinea und Deutschland aus t├Ątig.

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