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Epidemien vorbeugen: Erkenntnisse aus Ebola

18/03/2017 14:52 CET | Aktualisiert 18/03/2017 14:52 CET
peeterv via Getty Images

Seit vielen Jahren setzen sich Bill und Melinda Gates mit ihrer Stiftung gegen Armutsbekämpfung und für eine bessere Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt ein. Als Bill Gates neulich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an der TU München sprach, widmete sich das Gespräch auch den größten Gefahren, die seiner Meinung nach die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten bedrohen werden. Neben Atomwaffen und Klimawandel nannte er dabei Epidemien.

Ebola-Ausbruch 2014-2016

Eine der größten in den letzten Jahren war der Ebola-Ausbruch von 2014-2016 in Westafrika. Über 28.000 Menschen wurden infiziert, über 11.000 verstarben. Die meisten davon in Sierra Leone, Liberia und Guinea. Im Sommer 2016 wurde der Ausbruch für beendet erklärt.

Geblieben ist die Sorge, dass in unserer globalisierten Welt eine Epidemie sich viel schneller verbreiten kann, als es Zeit braucht, Impfstoffe zu entwickeln und zu den Menschen zu bringen, die sie brauchen. Insbesondere dann, wenn sich die Erreger wie bei Ebola nicht "nur" über Schleimhäute übertragen lassen, sondern wie bei Grippe als Tröpfcheninfektion über die Luft.

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Die Bekämpfung

Es gibt mehrere Wege, Epidemien zu bekämpfen, die durch menschlichen Kontakt übertragen werden. Einer der wichtigsten besteht darin, Infizierte (und ggf. Tote) zu isolieren bzw. alle, die kürzlich mit ihnen Kontakt hatten, über den Inkubationszeitraum hinweg zu beobachten.

Doch wie lokalisiert man diese Personen? Und das möglichst schnell und effizient, denn der Zeitfaktor spielt bei der Verbreitung von Epidemien eine entscheidende Rolle. Drei Punkte sind hierbei wichtig:

1) Bedeutung von Daten

Um die Betroffenen zu lokalisieren, brauchen die Verantwortlichen schnell zuverlässige und detaillierte Informationen, z. B. zum Ort oder zu aufgetretenen Symptomen. So können die gemeldeten Fälle zügig aufgesucht, ggf. bestätigt und isoliert werden. Ebenso können dadurch Betroffene schnell medizinische Versorgung erhalten und Kontaktpersonen beobachtet werden.

Gleichzeitig brauchen politische und administrative Entscheidungsträger Informationen zu aktuellen Fällen und der regionalen Verbreitung, um wichtige Entscheidungen zu treffen, z. B. zur Verteilung von Einsatzkräften.

2) Digitale Daten bedeuten Zeitvorsprung

Im Vergleich zum Einsatz von Stift und Papier bieten digitale Methoden zahlreiche Vorteile.

So entwickelte eHealth Africa eine maßgeschneiderte Call Center Software, die Call Centern in Sierra Leone, Liberia und Guinea nicht nur ermöglichte, wesentlich mehr Anrufe gleichzeitig aufzunehmen. Die von den Anrufern übermittelten Informationen konnten sofort zentral gespeichert werden.

Ebenso wurde eine App entwickelt, die es medizinischem Personal ermöglichte, die Befunde über Verdachtsfälle über ein Smartphone einzugeben, zu speichern und an eine zentrale Stelle zu schicken. Man kann sich vorstellen, wie lange dieser Vorgang dauern würde, wäre es jedes Mal notwendig, die Informationen auf Papier zusammenzutragen.

Die Call Center Software ermöglichte des Weiteren die Auswertung der Daten sowie deren Visualisierung. So konnten Entscheidungsträger sehr schnell Informationen zu Anzahl der Infizierten und Toten, aber auch zu Regionen erhalten, in denen Menschen in besonderer Gefahr waren.

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3) Gute IT-Infrastruktur und ausgebildetes IT-Personal sind wesentlich

Damit Informationen gemeldet, gesammelt und ausgewertet werden können, bedarf es einer guten IT-Infrastruktur. Dazu gehören Versorgung mit Elektrizität genauso wie eine funktionierende Hardware (Computer, Tablets, Smartphones) sowie eine zuverlässige Internetverbindung (zumindest an den Koordinierungsstellen).

Da, wo die Infrastruktur nicht vorhanden ist, müssen Systeme so entwickelt werden, dass sie trotzdem möglichst reibungslos funktionieren. So konnte die von eHealth Africa entwickelte App für medizinisches Personal Daten ohne Internet-Verbindung lokal speichern, und später an das zentrale System senden, wenn wieder eine Internetverbindung vorhanden war. Dies war wichtig, denn insbesondere in den entlegenen Gebieten Westafrikas gibt es nicht überall eine Internetverbindung.

Nicht zuletzt braucht es qualifiziertes Personal, wie z. B. Software-Entwickler, die schnell leicht zu bedienende Produkte entwickeln und betreiben können.

Herausforderungen der Nutzung von großen Datenmengen

Selbstverständlich ist die Nutzung von Daten auch mit Herausforderungen verbunden. So ist es nicht immer einfach, dringende Verdachtsfälle von falschen Alarmen zu unterscheiden. Nicht alle Angaben können immer verifiziert werden, sodass auch Entscheidungsträger sich zum Teil auf unbestätigte Angaben verlassen müssen.

Schließlich birgt das Sammeln von Daten auch immer die Gefahr, dass diese in falsche Hände geraten. Deshalb sind insbesondere bei der Arbeit mit sensiblen Daten hohe Sicherheitsstandards geboten.

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Vorbeugung ist wichtig!

Auch andere Faktoren sind wichtig, wenn wir Epidemien wirksam vorbeugen möchten. Dazu gehört die Stärkung von Gesundheitssystemen, insbesondere in Entwicklungsländern, genauso wie die Entwicklung neuer Impfstoffe. Nicht unerwähnt sollte ebenso bleiben, dass sich Übertragungswege unterscheiden, weshalb bei Ausbrüchen von Krankheiten wie z. B. Malaria oder Polio andere Methoden als die Isolierung von Erkrankten angewandt werden. Dennoch werden genaue, schnelle und zuverlässige Informationen entscheidend sein, wenn wir Epidemien bekämpfen möchten, die uns möglicherweise bevorstehen.

eHealth Africa ist eine internationale NGO, die sich seit 2009 für eine bessere Gesundheitsversorgung in Westafrika einsetzt. Die Organisation bietet datengestützte sowie zum Teil softwarebasierte Lösungen für Herausforderungen wie die Bekämpfung von Epidemien oder Stärkung der öffentlichen Gesundheitssysteme. Die 800 Mitarbeiter sind von Büros in Nigeria, Sierra Leone, Liberia, Guinea und Deutschland aus tätig.

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