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Ich habe ein Lieblingskind - und meine Kinder wissen es

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MOTHER THREE KIDS
Caiaimage/Paul Bradbury via Getty Images
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Die scheinbar erste Regel in der Kindererziehung lautet, dass man keines seiner Kinder den anderen gegenüber bevorzugen sollte. Es könnte zu Rissen in der Familie führen und das Selbstwertgefühl des anderes Kindes stark mindern.

Ich jedoch glaube, es ist völlig in Ordnung, ein Lieblingskind zu haben. Und man sollte sich auch nicht zurückhalten, den Kindern zu sagen, wer es ist.

Wenn eine Frau ihr erstes Baby bekommt, dann rückt dieses automatisch in ihren Lebensmittelpunkt. Es kann nichts falsch machen und wird sozusagen immer und von jedem in den Himmel gelobt. Ob Ehemann oder die beste Freundin - alle haben vollstes Verständnis dafür, dass das Kind immer an erster Stelle kommt. Bis...

...das zweite Kind das Licht der Welt erblickt. Sie hatte ganz vergessen, wie schön es sich anfühlt, ein Baby zu halten. Der Geruch und die zarte Haut wecken Erinnerungen an die Anfangszeit mit dem ersten Kind.

Der Status des Lieblingskindes ist übertragbar

Während sie ihr friedliches Baby auf dem Arm hat und ihr quengelndes Kleinkind beobachtet, welches ständig die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen versucht, denkt sie sich im Inneren, dass sie das ruhiges Baby dem immer größer werdenden Chaos, dass ihr Erstgeborenes verursacht, vorzieht. Zugeben würde sie das jedoch nicht.

Wenn dann Baby Nummer 3 da ist, wiederholt sich die Situation erneut und die beiden Großen wirken auf die Mutter eher wie falsche anstatt richtiger Entscheidungen. Sie kämpfen ständig miteinander oder verursachen ein derartiges Chaos, das Stunden benötigt, um es zu beseitigen.

Der Status des Lieblingskindes überträgt sich hier wieder auf das jüngste, kleinste und unschuldigste Kind. Die Schuldgefühle der Mutter wachsen mit dieser Erkenntnis.

Man wächst in die Mutterrolle hinein

Mit der Zeit wächst sie aber auch mehr und mehr in ihre Mutterrolle hinein. An einigen Tagen ist sie unendlich froh, dass ihr ältestes Kind so selbstständig und erwachsen ist. An anderen Tagen sitzt sie mit ihrem mittleren auf der Couch, weil es einfach nur gerne kuscheln möchte. Und es gibt die Tage, an denen sie ihrem jüngsten Sprössling begeistert dabei zusieht, wie er spielt und seiner Fantasie freien Lauf lässt.

Sie erkennt, dass sie ein Lieblingskind hat, es sie aber nicht zu einer schlechten Mutter macht. Wenn sie müde ist, ist es ihr ältestes Kind, das sie innerlich zur Ruhe kommen lässt, und darum liebt sie es in solchen Momenten besonders. Wenn sie aufgeregt ist, teilt ihr mittleres ihre Gefühle, die Augen immer vor Freude leuchtend. Und wenn sie einfach nur dankbar ist, für alles, was sie im Leben erreicht hat, lässt ihr Baby ihr Herz singen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Huffington Post Australien und wurde von Julia Kretschmer übersetzt.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V." möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen."Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.