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Trend-Update: Das sind die 10 heißesten Megatrends der Zukunft

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Cryptowährung für alle, Verbreitung von Online-Unis, schräge Apps für Teenager und die Herstellung eigener Handys mit Hilfe eines 3D-Druckers - das ist die Zukunft, die schon da ist, nur ungleich verteilt. Hier eine Übersicht davon, was auf uns in den nächsten Jahren zukommt.

1. Mobil ist nach wie vor das größte Zukunftsthema. Wer glaubt, dass sich das Thema "mobil" totgelaufen hat, der irrt sich. Denn es fängt gerade erst richtig an. Snapchat, eine App, die verschickte Fotos und Videos innerhalb von wenigen Sekunden wieder löscht, lehnte gerade das vier Milliarden Dollar schwere Angebot von Facebook ab. Dabei verdient die App noch kein Geld. Frechheit oder nur durchdachte Risikobereitschaft? Denn die Fotosharing App Instagram hätte die Übernahme von Facebook bestimmt bereut. Die App, die im vergangenen Jahr für eine Milliarde Dollar gekauft wurde, könnte heute mehr als zehn Milliarden Dollar kosten.

2. "Internet der Dinge" macht Maschinen schlau. Maschinen werden schlauer - und sie tauschen immer mehr Daten untereinander aus. Das Phänomen heißt „Machine-to-Machine"-Kommunikation (M2M). Immer mehr Geräte können mit Hilfe von Sensoren Informationen aufnehmen und weitergeben. Die Analyse solcher Daten kann beispielsweise Logistik- (wo befinden sich gerade die Lieferwagen und wie kann man die Zeit und den Weg optimieren?) oder Handelsunternehmen (Wie bewegen sich die Kunden im Geschäft und wie kann ich meine Waren besser positionieren?) helfen, Kosten zu senken und Umsätze zu steigern.

3. 3D-Druck macht aus jedem Konsumenten einen „Selfsumenten". Bereits heute kann jeder eigene Kreationen wie Plastikfiguren oder auch Spielzeug zu Hause produzieren - oder sie auch in einem 3D-Druck-Store wie Botspot in Berlin oder iGo3D in Oldenburg ausdrucken lassen. Auch andere Unternehmen peilen den lukrativen Markt an. So will Motorola den Begriff eines individuellen Smartphones revolutionieren und die Funktionalität der Smartphones den Nutzern überlassen. Jeder wird in der Lage sein, das Handy wie Lego-Bausteine zusammenzubauen, so die Idee. Um diese Bausteine zu produzieren, kooperiert Motorola mit 3D Systems.

4. Geld wird sich ändern. Die Frage ist nur: wie? Die Universität von Nikosia akzeptiert nun Einschreibegebühr in Bitcoin - als die erste Uni weltweit. Dazu bietet die Uni ab Frühjahr 2014 einen Master-Studiengang zum Thema „Digitale Währungen". Gut möglich, dass nicht nur die volatile Cryptowährung Bitcoins, die gerade über 600 Euro notiert, sondern auch andere digitale Währungen wie Amazons Coins oder auch Spielwährungen unter die Lupe genommen werden. Bereits jetzt ändern die mobile Zahlungen die Art und Weise, wie wir mit unserem Geld umgehen. Nach Einschätzungen vom US-Marktforschungsunternehmen Gartner betrug das weltweite Marktvolumen für mobile Zahlungen 171 Milliarden Dollar - eine Steigerung von knapp über 60 Prozent zum Vorjahr. Dazu bekommen die Nutzer mehr Kontrolle über ihre eigenen Konten - wie bei einer neuen Finaz-App Numbrs, mit der Nutzer alle Bankkonten per iPhone verwalten können. Vergleichbare Funktionen bietet auch die App Mint, die allerdings nur den Nutzern aus Nordamerika zugänglich ist.

5. Robotik kommt in die Massenproduktion. Was machen die Menschen, wenn Roboter die schwere Arbeit erledigen? Verbreitung von industriellen Robotern wird die Arbeitsstrukturen in vielen Gesellschaften umkrempeln. Apple hat das mit seinen Mac Pro vorbildhaft demonstriert. Das erste Mal seit 15 Jahren wurde ein Apple-Gerät in den USA gebaut - von Robotern.

6. Online-Kurse ändern unsere Lernmuster. Der deutsche Star im Silicon Valley, Sebastian Thrun, war zwar von seinem E-Learning-Projekt Udacity zum Teil enttäuscht und bezeichnete die Online-Kurse seines Unternehmens als „lousy products". An der Tatsache ändert es trotzdem nichts: Die Bildung von morgen wird anders als heute aussehen, Präsenzpflicht wird durch Live-Vorlesungen abgeschafft. Bereits heute sind bei der Online-Plattform Coursera mehr als 5,5 Millionen Nutzer angemeldet, weltweit machen mehr als 100 Unis mit.

7. Crowdsourcing ergänzt die Algorithmen. Algorithmen sind gut, Verknüpfung mit der menschlichen Intelligenz ist noch besser. Das sieht man am Beispiel einer israelischen Navigationsapp Waze, die Google für eine Milliarde Dollar übernahm. Warum? Weil Waze von Anfang an mobil war und wertvolle soziale Komponenten beinhaltete. Die User konnten Informationen über Polizeikontrolle und Staus in Echtzeit direkt reinstellen.

8. Tragbare Geräte setzen sich durch - die Frage ist nur welche. Es gibt viel mehr als nur schlaue Uhren, die mit dem Handy kommunizieren und Push-Meldungen anzeigen. Seien es Accessoires wie Google Glass, Stirnbänder wie Muse, der Geräte und Spiele alleine mit Kraft der Gedanken steuern, oder Jacken wie Midi Controller Jacket, mit denen man Musik „on the go" kreiert - praktisch alles, was wir tragen, lässt sich neu erfinden und mit Chips und Sensoren bereichern.

9. Privatsphäre gibt's nicht mehr. Natürlich können wir uns noch gegen die Macht von Google, Amazon und Facebook durchsetzen - indem wir sie nicht nutzen. Jeder von uns hinterlässt allerdings zunehmend viele Spuren in der digitalen Welt. Alleine durch das Smartphone kann jeder getrackt werden. Wer trotzdem versuchen will, möglichst wenig von sich preiszugeben und die eigenen Daten abzusichern, kann sich eine Serie über Online-Sicherheit auf InMedia-Blog anschauen. Hier gibt's außerdem noch einen thematischen Blog dazu.

10. Algorithmen bestimmen die Zukunft. Warum ist Amazon so mächtig, was ist das Geheimnis von Netflix? Die beiden Unternehmen können mit ihrem Content und ihren Daten umgehen. Sie setzen Algorithmen ein, um zu verstehen, was der Nutzer als Nächstes gerne kaufen bzw. anschauen wird. Für zufällige Treffer gibt's bei den großen Technologie-Unternehmen wohl keinen Platz mehr.