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Service-Clubs - Gesellschaftliche Elite oder Diener der Gesellschaft

18/11/2015 13:37 CET | Aktualisiert 23/11/2016 11:12 CET

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Spricht man von diesen Clubs, denkt man an Charity-Veranstaltungen, Geld, Macht, Einfluss und an die Elite unserer Gesellschaft. Nur auf Einladung hin kann man Mitglied in einem dieser Service-Clubs werden. Organisiert sind sie in Regionalgruppen, wo man sich bei Stammtischen trifft, miteinander über Gott und die Welt diskutiert und die Welt zum Besseren zu ändern versucht.

Unter einem international agierenden Dachverband werden diese Regionalgruppen zusammengefasst und so ein internationaler Einfluss ausgeübt. Und wie es in solchen Clubs nun mal üblich ist, bleibt man da meistens unter sich, sodass besonders in anderen sozialen Schichten gar nicht oder nur oberflächlich bekannt ist, wofür diese Namen stehen und was hinter ihnen steckt.

Lions Club und Rotary

Dieser Beitrag soll besonders den Lions Club und die Rotary behandeln, da diese Namen den meisten doch geläufig sind. Man liest sie an Restauranttüren oder in der Liste der Förderer und Spender verschiedenster Veranstaltungen und Projekte.

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Der Lions Club: Löwen der Gesellschaft

Der Lions Club wurde 1917 von einem Chicagoer Versicherungskaufmann namens Melvin Jones gegründet und das Motto des Clubs ist „We Serve". Damit verpflichtet sich jedes Mitglied, den Dienst am Nächsten über den eigenen Profit zu stellen. Ganz nach der Lebensphilosophie des Gründers, die besagt, dass man nicht sehr weit kommt, bis man damit beginnt, etwas für andere zu tun („You can't get very far until you start doing something for somebody else").

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Zahnräder, die etwas bewegen

Der Rotary Club ist ähnlich aufgebaut wie der Lions Club. Er wurde 1905 von Paul Harris in Chicago gegründet. Das Motto ist „Service above self" und sein Logo ist ein Zahnrad. Das Ziel des Gründers war eine Wertegemeinschaft aufzubauen, in der jeder nach seinen Fähigkeiten andere nach Möglichkeit unterstützt. Der Rotary Club soll eine „Weltgemeinschaft von Berufsleuten" sein, wo das „Ideal des Dienens als Grundlage des Geschäfts- und Berufslebens" gilt.

Dienst an der Gesellschaft

Beide Clubs ähneln sich in Organisation und Zielsetzung. Das Grundprinzip der Clubs ist, dass in jedem einzelnen Club viele unterschiedliche Berufsgruppen vertreten sein sollen. So soll ein breites Spektrum der Gesellschaft repräsentiert werden, sodass alle Meinungen und Probleme der Gesellschaft zum Tragen kommen.

Nach außen hin präsentieren sich die Service-Clubs politisch sowie religiös neutral. Ziele der Clubs sind der humanitäre Dienst, Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sowie die Dienstbereitschaft im alltäglichen Leben. Der Lions Club sowie der Rotary Club sind große Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), welche bei der Erarbeitung der Charta der Vereinigten Nationen mitgewirkt haben.

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Alles nur Gutmenschen?

Fraglich ist, ob die Gesellschaft solche Clubs wirklich braucht, wie sie selbst von sich behaupten. Natürlich sind die Vereinigungen sowie ihre Mitglieder meistens sehr finanziell gut aufgestellt und durch ihre Spenden können viele Sozialprojekte erst verwirklicht werden.

Aber oft begegnet man dem Einwand, dass sich diese Gruppen und ihre Mitglieder ein ruhiges Gewissen oder gesellschaftliches Ansehen erkaufen wollen und sie nur Gutmenschen sind. Aber oft werden die Fragen nach dem Wieso, weshalb, Warum gar nicht erst gestellt, sondern das Ergebnis zählt.

Es wird auch häufig behauptet, dass diese Clubs dem Networking dienen, also doch einen persönlichen Vorteil für die Mitglieder darstellen. Da man aber nur auf eine Einladung hin Mitglied werden kann, relativiert sich die Frage des Kontakteschmiedens im Club. Denn man schon gute Kontakte, um überhaupt aufgenommen zu werden.

An der Behauptung, dass die Service-Clubs etwas Elitäres an sich haben, ist etwas Wahres dran, da eine Mitgliedschaft als Statussymbol angesehen wird. Für viele Mitglieder wird das wohl so sein, aber die Gründer haben ihre Clubs eher als Gegengewicht zu der sozialen Oberschicht gesehen.

Besonders bei Paul Harris, dem Gründer des Rotary Clubs, kann man das gut erkennen. Dieser kam aus der unteren Mittelschicht und versuchte sein Glück als Rechtsanwalt in Chicago, wo ihm aber der Zutritt zur den höheren Schichten verwehrt geblieben ist.

Letztendlich sind die Clubs nichts anderes als der Tennisverein, der Golf-Club oder der wöchentliche Stammtisch. Die Service-Clubs sind Gruppen von Menschen, die etwas gemeinsam haben. Man trifft sich, spricht miteinander und versucht Freundschaften aufzubauen, wie es in jedem anderen Verein so üblich ist.

Die verbindende Glied ist hier nicht der Sport, der gemeinsame Alkoholkonsum in der Dorfkneipe und auch kein Kartenspiel, sondern die Bereitschaft sich mit den Problemen der Gesellschaft auseinander zu setzen und soweit es möglich ist, zu helfen. Soziales Engagement ist hier das Stichwort. Aber wie Erich Kästner schon gesagt hat: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es".

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