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Trump erklärt wie Politik wirklich läuft

02/08/2015 20:50 CEST | Aktualisiert 02/08/2016 11:12 CEST
dpa

Der amerikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump entwickelt sich zum Schrecken seiner republikanischen Mitbewerber. Der Multimilliardär hat mit einem aggressiven und unkonventionellen Wahlkampf bei den Republikanern die Spitzenposition in den Umfragen erobert und kein Skandal scheint daran etwas zu ändern. Beleidigende Äußerungen, die jedem anderen Politiker die politische Karriere gekostet hätten, führen zu weiteren Höhenflügen bei Trumps Umfragewerten.

Man kann die Amerikaner nun für verrückt halten, doch Trumps offene Beleidigungen gegen jeden und alles sind nicht nur bösartig und populistisch, sie sind auch authentisch und glaubwürdig. Seine Äußerungen entsprechen dem Bild, das sich die Amerikaner über viele Jahre von Donald Trump über die Medien machen konnten.

Nur 1% der Amerikaner kennt Donald Trump nicht. Das ist ein Wert, von dem viele seiner Mitbewerber nur träumen können. Die restlichen 99% der Amerikaner kennen einen lauten, selbstverliebten, brutalen Macher und genau dieses Bild vermittelt er auch jetzt im Nominierungswahlkampf der Republikaner.

Seine große Stärke hierbei ist die vermeintliche Glaubwürdigkeit, die ihn vom verhassten System in Washington abhebt. Ein kurzer Auszug aus einem CNN-Interview vom 8. Juli macht dies deutlich:

Anderson Cooper (CNN): "Sie haben Hillary Clinton viel Geld in den letzten Jahren gespendet."

Donald Trump: "Natürlich, denn ich bin ein Geschäftsmann. Ich habe jeden unterstützt, wenn ich die Leute anrief wurde ich immer gut behandelt. Das ist Teil des Spiels und das ist der Grund, weshalb vieles in diesem Land falsch läuft. Denn als Geschäftsmann könnte ich von jedem der Politiker alles bekommen..."

Cooper: "Haben Sie deswegen Geld an die Demokraten gespendet?"

Trump: "An Demokraten, an Republikaner, ich habe Millionen gespendet..."

Cooper: "Haben Sie aus Überzeugung gespendet oder damit etwas für Sie getan wird?"

Trump: "Sagen wir es so, sie haben mich geliebt und das ist Teil des Problems."

Cooper: "Obwohl sie also selber spenden, sehen Sie es als Teil des Problems?"

Trump: "Ich sehe es so: Die Politiker werden nicht unbedingt das tun, was gut für das Land ist, sondern das, was gut für ihre Spender ist."

(...)

Cooper: "Sie bezeichnen sich als konservativen Republikaner, waren aber zuerst Republikaner, dann Unabhängiger, acht Jahre Demokrat, dann wieder Unabhängiger und nun wieder Republikaner, man wird Ihnen vorwerfen sich nach dem Wind auszurichten und als Entscheider unentschieden zu sein."

Trump: "Schauen Sie sich an, was Ronald Reagan getan hat."

"Cooper: "Weil er auch die Parteien wechselte?"

Trump: "Er war nicht wirklich anders als ich. Schauen Sie, ich war Geschäftsmann in New York City, jetzt bin ich es weltweit, aber damals war ich nur in New York, wenn ich dort nicht mit den Demokraten ausgekommen wäre, wär ich aus dem Geschäft gewesen."

Anscheinend ehrliche Worte. Erstmals gibt ein Milliardär indirekt zu, Politiker und deren Entscheidungen zu kaufen. Aber wenn Donald Trump eingesteht, dass gekaufte Politiker eher in seinem Interesse als im Interesse des Landes gedient haben, wieso soll man davon ausgehen, dass Donald Trump die Interessen des Landes über die eigenen Geschäftsinteressen stellen wird, wenn er Präsident ist?

Diese Frage stellen sich seine vielen Unterstützer merkwürdigerweise nicht.


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