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Richtungsentscheidung im Saarland

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
SAARLAND
dpa
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Die Landtagswahl am Sonntag im kleinen Saarland wirft einen gro├čen Schatten auf das entfernte Berlin. Alle Umfragen lassen n├Ąmlich nur die Schlussfolgerung zu, dass die Saarl├Ąnderinnen und Saarl├Ąnder die Wahl zwischen drei Richtungen haben: die Fortsetzung der gro├čen Koalition von CDU und SPD, die erste rot-rote oder rot-rot-gr├╝ne Landesregierung im Westen oder eine schwarz-gr├╝ne Koalition.

Trotz F├╝hrung befindet sich die CDU in der unkomfortabelsten Situation. Egal, wie die Wahl f├╝r sie ausgeht, ihr Schicksal entscheidet sich an den Ergebnissen sehr viel kleinerer Parteien, da sie einen Koalitionspartner braucht.

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Hierbei kommt es zu paradoxen Situationen. Die M├Âglichkeit einer Wunschkoalition mit der FDP erledigt sich n├Ąmlich in dem Augenblick, in dem die FDP den Einzug in den Landtag schafft, da es dann nicht mehr f├╝r eine Mehrheit der Sitze von CDU und FDP reicht.

Die CDU kann daher nur hoffen, dass die FDP es nicht schafft, damit sie wenigstens mit den Gr├╝nen eine Alternative zur SPD h├Ątte. Sollte die FDP den Einzug schaffen, bleibt der CDU nur eine Koalition mit der SPD als M├Âglichkeit ihre Macht zu erhalten. Ob die SPD dazu angesichts anderer Optionen bereit w├Ąre, ist fraglich.

F├╝r die Gr├╝nen wird es eng

Die Gr├╝nen m├╝ssen um den Einzug in den Landtag bangen. Sollten sie scheitern, hat die CDU sowieso keine andere Option mehr, au├čer der SPD die Fortsetzung der gro├čen Koalition anzubieten. F├╝r die Linke w├Ąre es ein Segen, wenn die Gr├╝nen aus dem Landtag fl├Âgen, denn dann w├╝rde es sogar f├╝r eine Mehrheit von SPD und Linke reichen.

Unaufgeregt kann die SPD den Wahlabend abwarten. Bei einem Einzug der Gr├╝nen w├╝rde es f├╝r eine rot-rot-gr├╝ne Mehrheit reichen. Bei einem Scheitern der Gr├╝nen w├╝rde es f├╝r Rot-Rot reichen. Paradoxerweise bringt ausgerechnet der Einzug der AfD die SPD in diese komfortable Situation.

Die W├Ąhler im Saarland haben in dieser Gemengelage eigentlich nur eine M├Âglichkeit den Wahlausgang beeinflussen zu k├Ânnen, n├Ąmlich ├╝ber die Entscheidung, ob die Gr├╝nen in den Landtag einziehen oder nicht.

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Scheitern die Gr├╝nen, l├Ąuft alles auf eine SPD-gef├╝hrte, linke Regierung hinaus. Schaffen die Gr├╝nen den Einzug und wird die CDU st├Ąrkste Partei, wonach es aussieht, k├Ânnen die Gr├╝nen entscheiden, ob es eine schwarz-gr├╝ne oder rot-rot-gr├╝ne Koalition gibt.

Eine klare Koalitionsaussage der Gr├╝nen w├Ąre f├╝r die W├Ąhler in dieser Situation hilfreich gewesen, so k├Ânnen die W├Ąhler nur spekulieren, ob die Gr├╝nen als b├╝rgerliches Korrektiv in einer rot-rot-gr├╝nen Landesregierung wirken oder aber der CDU zum Erhalt ihrer Macht im Saarland verhelfen.

Andererseits erm├Âglicht die fehlende Koalitionsaussage es den Gr├╝nen, nach der Wahl das Beste f├╝r sich rauszuholen. Sie h├Ątten in dem Fall erfolgreich das Erbe der FDP als Z├╝nglein an der Waage angetreten.

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