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Nichts zu verbergen? Wie Datenspeicherung sogar töten kann

21/08/2015 10:57 CEST | Aktualisiert 21/08/2016 11:12 CEST
thinkstock

"Ich habe nichts gegen Überwachung. Ich habe doch nichts zu verbergen." Wirklich nicht? Das Netz vergisst nichts. Nachdem 32 Millionen Kundendaten der Fremdgeh-Seite Ashley Madison veröffentlicht wurden, ergeben sich interessante Einblicke bis in das Jahr 2008 zurück, denn so lange wurden die Nutzerdaten gespeichert.

95% der Kunden sind Männer (die Profile der Frauen waren größtenteils Fakes).

Die kanadische Hauptstadt Ottawa dürfte die Hauptstadt des gesuchten Seitensprungs sein, wo anscheinend fast jeder verheiratete Mann ein Fremdgeh-Profil besitzt. In Deutschland führt Berlin die Liste an.

15 000 amerikanische Profile haben ihre berufliche Email-Anschrift ihres staatlichen Arbeitgebers genutzt.

Für die Konservativen und die Evangelikalen in den USA dürfte mit den Veröffentlichungen der Tag des Jüngsten Gerichts bereits angebrochen sein: Mit Josh Duggar hat in den USA der erste christliche TV-Star bereits die Konsequenzen seiner nun veröffentlichten Mitgliedschaft zu spüren bekommen.

Noch schlimmer sieht es im Nahen Osten aus. 1200 Saudis dürfen nun um ihr Leben fürchten. Auf Ehebruch steht in ihrem Land nämlich die Todesstrafe und leider stehen ihre Kundendaten jetzt auch für die saudischen Behörden einsehbar im Internet.

Es dürfte nicht unwahrscheinlich sein, dass die bekanntesten und reichsten Kunden von Ashley Madison und insbesondere Politiker, die ihre Karrieren auf christlichen Familienwerten und der anlasslosen Massenüberwachung begründeten, nicht in den veröffentlichten Daten auftauchen, dafür aber durch die Hacker erpressbar sind.

Das alles gibt nur einen kleinen Einblick in die Missbrauchsmöglichkeiten von massenhafter Datenspeicherung. Man kann nie verhindern, dass gespeicherte Daten in die falschen Hände gelangen. Wer trotzdem immer noch findet, dass Vorratsdatenspeicherung eine gute Idee ist, der wähle auch in Zukunft CDU, CSU und SPD.


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