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Die Forschung an Supermenschen hat längst begonnen - doch die wenigsten wissen, was in Labors weltweit geschieht

07/08/2017 12:29 CEST | Aktualisiert 07/08/2017 12:29 CEST
The Washington Post via Getty Images

Während viele noch mit der digitalen Revolution und ihren Folgen hadern, Angst vor Massenarbeitslosigkeit infolge von Automatisierung und Digitalisierung haben, die Abschaffung jeder Privatsphäre und die totale Kontrolle durch Konzerne und Staaten fürchten, zieht am Horizont bereits die nächste Revolution herauf.

Diese wird alles, was die industrielle und digitale Revolution an Gutem und an Schlechtem für die Menschheit gebracht haben, in den Schatten stellen. Es handelt sich um die biologische Revolution.

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen auf ziemlich einfache Weise mit der CRISPR/Cas9-Methode Gene menschlicher Embryonen so zu verändern, dass die Embryonen danach auch noch überlebensfähig waren. Das bedeutet, dass es prinzipiell möglich sein wird, Erbkrankheiten zu heilen, aber auch Menschen mit beliebigen Eigenschaften in größerer Menge herzustellen.

Ethische Probleme und Risiken

In Deutschland ist solche Forschung verboten und in den USA ist zwar die Forschung erlaubt, nicht aber ihre Anwendung. Die Gesellschaft ist sich also bewusst, was für ethische Probleme und was für Risiken die Fähigkeit, Emryonen zu verändern, mit sich bringt.

Mehr zum Thema: US-Gentechniker überschreiten eine neue Hemmschwelle auf dem Weg zu CRISPR Babys

Allerdings zeigt die unterschiedliche Behandlung dieses Themas in Deutschland und in den USA auch, dass dieses Bewusstsein nicht verhindern wird, dass es bald genetisch veränderte Menschen geben wird. Denn es gibt Staaten, in denen weder die Forschung, noch die Anwendung verboten sind.

Verbote, die nicht durchgesetzt oder überprüft werden können, sind außerdem nur Papiertiger. Es wird z.B. nicht nachvollziehbar sein, ob sich eine Frau im Ausland einen genetisch veränderten Embryo hat einsetzen lassen.

Wettbewerbs- und Effizienzgedanken

In einer Welt, die vom kapitalistischen Wettbewerbs- und Effizienzgedanken durchdrungen ist, ist das Bestreben des Menschen, seine Gene zu optimieren, nicht aufzuhalten. Selbst wenn sich eine Gesellschaft aus ethischen oder religiösen Gründen dagegenstellt, wird sie im Wettkampf mit anderen Gesellschaften, die keine Skrupel haben, "Supermenschen" herzustellen, unterliegen.

Mehr zum Thema: Die Genetik zwischen Allmacht und Albtraum - CRISPR und die Zukunft des menschlichen Genoms

Ein Staat, der seine Soldaten, Wissenschaftler, Arbeiter genetisch optimiert, wird an anderen Staaten vorbeiziehen.

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Die ethischen Bedenken, die völlig zu Recht die genetische Optimierung des Menschen verbieten, könnten schon bald der Frage nach dem Überleben weichen. Oder der Erkenntnis, dass der geheiligte Wettbewerbsgedanke vielleicht doch eher der Gedanke war, welcher der bisherigen Menschheit den Untergang bringen und stattdessen die Tür zu einer anderen Ära aufstoßen wird, in der es uns, so wie wir uns kennen, nicht mehr geben wird.

Die darüber bislang nur in Fachkreisen und bei Sciene Fiction-Autoren geführte Debatte muss nun von der ganzen Welt geführt werden.

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