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Keine Religion, sondern Politik: Nora Illi steht beispielhaft für einen politischen Islam

08/11/2016 15:38 CET | Aktualisiert 09/11/2017 11:12 CET
MOHAMMED AL-SHAIKH via Getty Images

Ganz Deutschland diskutiert aufgeregt über den Auftritt von Nora Illi, der Frauenbeauftragten des Islamischen Zentralrats der Schweiz, bei „Anne Will" am 6. November.

"Im Islam haben die Frauen viele Rechte und viele Möglichkeiten, sich auszuleben." Das ist der wohl am häufigsten zitierte Satz des Abends. Doch ist das wirklich der entscheidende Satz, der am meisten zur Diskussion anregen sollte?

Lässt nicht viel mehr Illis Aussage, dass die Gemeinschaft, das Kollektiv im Islam im Mittelpunkt stehe und für sie persönlich bedeutsam sei, aufmerken?

Mehr zum Thema: "Anne Will": Bosbach geht wegen Nikab-Trägerin auf die Moderatorin los

Sie selbst führt aus, dass sie sich mit den anderen Religionen auseinandergesetzt und genau dort den Ansatz des Kollektivs nicht gefunden habe.

Man könnte auch sagen, sie hat sich letztendlich für den Islam entschieden, weil dieser, ihrer Ansicht nach, ein individuelles, selbstbestimmtes Leben am wenigsten wertschätzt.

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Nora Illi spricht davon, dass sie als Jugendliche ein Punk war. Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint und wohl auch von ihr selbst so wahrgenommen wird, ist es nicht, wenn man die beiden Gedankenwelten vergleicht.

Der Islam, wie ihn Illi für sich interpretiert, hat einige Gemeinsamkeit mit der Weltanschauung eines Punks.

Die Punkszene, die linksautonome Szene sowie Linksradikale sind ebenfalls Anhänger der Idee eines Kollektivs. Ebenso gemeinsam ist ihnen, dass sie den demokratischen Rechtsstaat mit seinen Gesetzen ablehnen wie man bei den regelmäßigen Ausschreitungen erleben kann.

Ebenso liebt Illi das provokante Auftreten: "Was heute die Nikab ist, war früher das Punkeroutfit."

Ihr Weg der Kommunikation war und ist die Provokation

Der Schritt von Nora Illi vom Punk zur politischen Muslima ist also absolut nachvollziehbar und konsequent für ihre Persönlichkeit. Die gemeinsame Basis bildet die politische Gedankenwelt des Kollektives und der Abwertung des Individualismus und der persönlichen Freiheit.

Nora Illi hat am Sonntagabend den Beweis dafür angetreten, dass es bei Personen wie ihr, nicht um die Ausübung einer Religion geht, sondern um das Verbreiten einer politischen Ansicht, die nicht mit dem Deutschen Grundgesetz in Einklang zu bringen ist.

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