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Startups - Wachstumsmotor für Deutschland

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STARTUP
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Chancen erkennen und nutzen - das tun Startups jeden Tag. Allein in Berlin wird alle 20 Stunden ein neues Startup gegründet. Inzwischen ist die Gründerszene äußerst vielfältig - deutschlandweit.

Das wirtschaftliche Potenzial ist riesig: Startups schaffen neue Arbeitsplätze, fördern den Wettbewerb und bringen Innovationen hervor. Sie sind der Mittelstand von morgen.

Die Synergieeffekte, gerade mit dem Mittelstand - dem Kern unserer Wirtschaft -, sind enorm: Startups können dem Mittelstand neue Türen zu Innovationen öffnen, der Mittelstand Gründern bei ihrer Entwicklung helfen.

Die optimalen Rahmenbedingungen

Es braucht die richtigen Rahmenbedingungen, um dieses Potenzial optimal zu nutzen und Deutschland zum Wachstumsland Nummer 1 zu machen. Klar ist: Der digitale Wandel birgt eine Riesenchance für uns alle. Diese müssen wir nutzen.

1. Digitale Bildung ist das zentrale Thema. Unsere Schüler müssen digital fit sein; die Lehrerausbildung und die Lehrpläne daher angepasst werden. Schüler brauchen ein Grundverständnis von Informatik und eine fächerübergreifende Vermittlung von Digitalkompetenz.

Die technische Ausstattung vieler Schulen und Hochschulen ist ausbaufähig. "Bring your own device" wollen wir vorantreiben und rechtliche Hürden abbauen. Eine Bildungscloud sollte an allen Schulen und Hochschulen zur Verfügung stehen.

2. Die hohen bürokratischen Hürden sind für viele Gründer noch immer ein Problem. Gründen muss leichter werden: One-Stop-Shop ist das Ziel. In den ersten drei Jahren sollten Startups von Melde- und Informationspflichten entlastet werden.

Die Einstellung von Mitarbeitern aus Nicht-EU-Ländern ist zu vereinfachen. Dafür muss die Verwaltung digitaler und kundenorientierter sein. Der Bund muss hier treiben, Länder und Kommunen müssen mitziehen.

3. Arbeit 4.0 braucht ein flexibleres Arbeitsrecht. Mobiles und ortsunabhängiges Arbeiten sollte unbürokratisch ermöglicht werden. Auch die gesetzlichen Tages- und Wochenhöchstarbeitszeiten sind zu flexibilisieren. Andererseits müssen "offline"-Zeiten der Mitarbeiter ebenso selbstverständlich sein. Der Schutz der Arbeitnehmer steht weiterhin im Mittelpunkt.

4. Gründergeist kommt nicht von alleine, sondern muss vorgelebt werden. Von der Schule bis zum universitären Spin-Off brauchen wir eine positive Einstellung zu Unternehmertum. Eine Gründerzeit (ähnlich der Familienpflegezeit) steht im Koalitionsvertrag und muss vom zuständigen BMWi endlich umgesetzt werden.

Damit soll Gründen aus der Beschäftigung heraus erleichtert werden. Denn: Wir brauchen mehr Menschen, die den Mut haben, Dinge auszuprobieren. Und weil nicht jedes Startup erfolgreich sein kann, brauchen wir den Mut um Wiederaufzustehen, zur zweiten Chance. Nur so schaffen wir eine noch größere gesellschaftliche Akzeptanz von Startups.

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5. Die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung ist vielfältig: KfW-Förderdarlehen, INVEST-Zuschüsse, Hightech-Gründerfonds, EXIST-Programme. Aber in der Wachstumsphase fehlt es oftmals noch immer am nötigen Venture Capital.

Hier ist nun ein wichtiger Durchbruch gelungen: Zukünftig sollen Verlustvorträge nicht mehr verloren gehen, wenn Anteile an einem jungen Unternehmen veräußert werden. Außerdem plant das Bundesfinanzministerium einen neuen zehn Milliarden schweren "Tech Growth Fund" für Gründer. Das sind Quantensprünge für die Finanzierung von Startups und Beschaffung von Venture Capital - es gilt nun, beide Maßnahmen schnell umzusetzen.

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