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"Hört auf, elektronische Medien für eure Kinder zu verteufeln!" - so wertvoll können Smartphone und Tablet wirklich sein

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LITTLE GIRL WITH SMARTPHONE
ridvan_celik via Getty Images
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Ein Spielzeug, das besser hört und reagiert als jede Hauskatze. Wenn wir es rufen, kommt es angerollt. Wenn wir in die Hände klatschen, stoppt es in der Bewegung - und wartet drei Lidschläge lang, bis wir es auffordern zu tanzen.

Hey, es klimpert wirklich mit den Wimpern! Dash heißt unser neuer Mitbewohner, er ist ein kinderleicht programmierbarer Roboter - und ein wunderbarer Spielgefährte für Kinder vom Vorschul- bis ins Teeniealter.

Wir wünschen uns mehr Verständnis von anderen Eltern

Gesteuert wird er bei uns von der 5-Jährigen mit dem iPad der Mama. Und wir, ihre Eltern, stehen daneben und wünschen uns solch programmierbaren Gehorsam auch für andere Hausbewohner, und zwar nicht nur für die tierischen.

Außerdem wünschen wir uns mehr Verständnis von anderen Eltern, die ihr Kind niemals auch nur in die Nähe eines Smartphones kommen lassen würden. Hey, wir verwenden elektronische Medien ja nicht, um unsere Kinder ruhig zu stellen: Wir sind überzeugt davon, dass sie im Umgang damit etwas lernen können.

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Generell bin ich überzeugt davon, dass wir gar nicht verhindern können, dass unsere Kinder in der digitalen Welt und in Berührung mit elektronischen Medien und elektronischem Spielzeug aufwachsen.

Ich glaube auch, das sollte in einer Gesellschaft, in der die neuen Medien nicht nur den Alltag der Eltern, sondern immer mehr auch den der Kinder bestimmen, gar nicht das Ziel unserer Erziehung sein.

Es muss vielmehr darum gehen, den Kindern einen vernünftigen Umgang mit neuen Medien und ihren Möglichkeiten beizubringen.

Magisch angezogen von allem, was blinkt

Warum Kinder sich wie magisch angezogen fühlen von allem, was blinkt, Geräusche macht und unterhält, liegt nahe: Elektronische und digitale Welten bieten unendlich viele Möglichkeiten des Spielens - die Kinder greifen dabei aktiv ins Geschehen ein, das Gerät reagiert auf sie.

Das macht natürlich Spaß. Außerdem - Mama und Papa sind schließlich Vorbilder, und sie schauen ja auch ständig in ihre Geräte.

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Im besten Fall passiert das allerdings auf kreative Art und Weise. Dann sind Tablet und Spielzeuge wie Roboter Dash ein Werkzeug, vergleichbar mit Pinsel, Farbe und Papier. Dann machen bereits die Kleinsten Musik auf digitalen Kinderkeyboards, und Kindergartenkinder bearbeiten auf dem Tablet selbst geknipste Fotos.

Das alles soll natürlich nicht zur alleinigen Nachmittagsbeschäftigung werden - natürlich sollen und müssen Kinder auch toben, Türme bauen, Klettergerüste beklettern.

Aber ich bin sicher, es schadet in keiner Weise, wenn sie sich auf pädagogisch wertvolle Weise mit elektronischem Spielzeug beschäftigen.

Wann ein Spielzeug pädagogisch wertvoll ist

Woran aber erkennen Eltern, was pädagogisch wertvoll ist? Ich habe einmal einen Medienpädagogen dazu befragt. Er sagte, je weniger das Spielzeug vorgibt, je mehr Kinder selbst eingreifen und gestalten, umso wertvoller ist es.

Wer schon als Kindergartenkind einen Roboter dazu bringt, dass er eine bestimmte Strecke fährt und dabei passende Töne von sich gibt, dann ist das beachtlich.

Oder wenn ein Erstklässler ein eigenes Video dreht und schneidet und es mit lustigen Filtern versieht.

Bei Kinder-Apps sollten Eltern lieber zwei, drei Euro mehr ausgeben statt nur eine kostenlose mit Werbung aufs Handy zu spielen. Oft gibt es medienpädagogische Empfehlungen, welche Apps gut sind.

Mehr zum Thema: "Dein Kind leidet mit dir" - weshalb du dich als Mutter in erster Linie um dich selbst kümmern solltest

Die vielfach preisgekrönten Spiele um Seemann "Fiete" etwa machen schon Zweijährigen Spaß, da können sie dem Kapitän eine Mütze aufsetzen, Käse aufs Brot legen und Autoreifen montieren.

Nach ein paar Minuten sollte aber im Kleinkindalter wieder Schluss mit dem schönen Spiel sein - und auch das Kindergartenkind lässt Roboter Dash nach einer halben Stunde zurück in seine Kiste fahren. Dort kann er sich ausruhen, bis er mit neuen Befehlen erneut in Schwung kommt.

Mehr Beiträge von Mamabloggerin Nadine Luck lesen Sie auf Mama und die Matschhose.

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