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5 Dinge, die Ärzte und Unternehmensberater gemeinsam haben

20/11/2015 16:20 CET | Aktualisiert 20/11/2016 11:12 CET
Andersen Ross via Getty Images

Wer kennt sie nicht, die Geschichten über die Unternehmensberater, die ständig Personal entlassen und ohne Verluste Kosten senken wollen. Was sollen die mit Ärzten zu tun haben? Denjenigen, die Menschen heilen und ihnen zur Besserung verhelfen? Mehr als man denkt!

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1. Fallorientiertes Arbeiten

Sowohl Ärzte, als auch Unternehmensberater arbeiten an Fällen, die sie jeden Tag vor neue Aufgaben stellen und sie in unbekannte Situationen bringen. Beide lernen jeden Tag viele neue Dinge. Vor allem aber, müssen sich beide regelmäßig an neue Gegebenheiten anpassen und schnell reagieren können.

Selbstverständlich lässt sich eine Zustandsverschlechterung eines Patienten nicht mit der eines Unternehmens vergleichen, aber am Ende hängen an beiden Krisensituationen Schicksale und es liegt an beiden Berufsgruppen den Fall erfolgsversprechend zu behandeln und abzuschließen - wie auch immer Erfolg definiert werden möge.

2. Problemerfassung

Die Problemerfassung stellt einen Kernpunkt der Arbeit dar und ist für viele der tägliche Antrieb zur Arbeit zu gehen. Ärzte und Berater wollen Situationen verbessern, Mangelzustände aufheben, Menschen helfen. Warum hat der Patient Schmerzen? Welche Ursache liegt hinter den gesunkenen Verkaufszahlen des Unternehmens? Aber dies ist noch nicht alles.

Weder ein CEO (Chief executive officer) noch ein Patient (auch CEO seines Körpers) rücken gerne mit unangenehmen Informationen raus oder kennen alle wichtigen Faktoren. Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und so zu kommunizieren, dass CEO und Patient die Informationen benennen, die man braucht, ihnen Angst zu nehmen und Vertrauen zu gewinnen, sind Kernkompetenzen, sowohl von Beratern als auch von Ärzten!

3. Problemlösung

Haben sie es geschafft alle Informationen zusammen zu tragen rückt die Problemlösung in den Vordergrund. Ein bisschen Recherche, weiterführende Fragen, Untersuchungen, (Therapie-) und Lösungskonzepte spielen hier eine Rolle.

Ob es mit der Lösung klappt oder nicht hängt wieder von beiden Bezugsgruppen ab. Ist der Patient compliant, hilft ihm meine Therapie? Gefällt dem Unternehmen mein Lösungsansatz? Fragen über Fragen, die wohl jeden Fall einzigartig und spannend machen.

4. Teamwork

Nichts ist wichtiger als gute Teamarbeit. Sämtliche Prozesse müssen interdisziplinär und hierarchieübergreifend reibungslos ablaufen. Auch das gilt für beide Berufsgruppen. Der junge Assistenzarzt ist auf das Pflegepersonal angewiesen, der Oberarzt verlässt sich darauf, dass die Patienten gut versorgt sind, supervisiert und visitiert.

Kaum anders verhält es sich in einem Beraterteam, welches einen riesen Supportapparat im Hintergrund hat, wo sich der Partner darauf verlässt, dass das Team gut arbeitet und letztlich die Leitung übernimmt. Damit einher geht ständiges, konstruktives Feedback und eine Selbstreflexion und Re-Evaluation. Ein Arzt, ein Berater, jeder Mensch, kann nur besser werden, wenn erfahrenere Menschen ihm dabei helfen.

5. Rahmenbedingungen

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Bedeutung der Technik. Obwohl beide Berufe sehr viel mit Menschen zu tun haben, verbringen beide erstaunlich viel Zeit vor dem Computer. Bricht das System einmal zusammen, stehen sowohl der Arzt in der Klinik, als auch der Berater vor seiner Präsentation vor einem zeitverzögernden Problem.

Abschließend haben weder ein Berater, noch ein Arzt einen 9 to 5 Job. Beide Gruppen arbeiten länger und intensiver als geplant, immer situativ abhängig von den Gegebenheiten. Die Kerneigenschaft, die beide hier verbindet ist wohl die Leidenschaft für den Beruf. Nur wer den Beruf mit Passion ausführt, macht ihn gut und zerbricht nicht an der Menge der Herausforderungen.

Wenn man das so liest wirken entweder die Unternehmensberater gar nicht mehr so schlimm und herzlos, oder Ärzte ein bisschen weniger „Gott in weiß". Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Schaut man sich die Aufgaben insgesamt an, so steckt vielleicht in jedem Beruf und vielleicht auch in uns selbst ein bisschen Unternehmensberater und Arzt.

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