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Trendmonitor 2017: Amazon erh├Âht die Preise und YouTube Red hofft auf junge Zuschauer

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TRENDS
simonkr via Getty Images
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Auf dem deutschen Pay-VoD-Markt hat Amazon die Nase vorn. Dennoch hat sich auch f├╝r Netflix die aggressive Expansionsstrategie gelohnt: Lokale Angebote wie Watchever bekamen nach dem Markteintritt des Streaming-Giganten keinen Fu├č mehr auf den Boden.

Netflix punktet dabei, ├Ąhnlich wie Snapchat im Social-Media-Markt, vor allem bei den j├╝ngeren Nutzern. Allein Maxdome und Sky (mit seinen Bundesligarechten) scheinen sich gegen die internationale Konkurrenz behaupten zu k├Ânnen.

Doch neue gewichtige Konkurrenz ist bereits angek├╝ndigt: Mit YouTube Red kommt 2017 das Pay-VoD-Angebot von YouTube auf den deutschen Markt - nat├╝rlich mit dem Ziel, besonders junge Zuschauer als zahlende Kunden zu gewinnen. Der deutsche Pay-VoD-Markt wird 2017 also weiter wachsen. Der Konkurrenzdruck aber d├╝rfte sich f├╝r viele kleinere Anbieter erh├Âhen - f├╝r sie bleibt vor allem die Flucht in die Nische.

Lineares Pay-TV und Video-on-Demand r├╝cken dichter zusammen

Auch die gro├čen Anbieter sind bereits aktiv, oder besser gesagt: Sie sind auf der Suche nach weiteren Nischen, in denen sie sich zus├Ątzliche Marktanteile erhoffen. Am deutlichsten ist dies bei Amazon zu sehen.

Das Unternehmen ist im Gespr├Ąch mit Pay-TV-Sendern, deren Kan├Ąle dann ├╝ber die Amazon Prime App gesehen werden k├Ânnten, und bietet auch bei der Vergabe von Sportrechten erfolgreich mit.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Grenzen zwischen linearem Pay-TV und non-linearem Video-on-Demand nicht mehr so klar zu definieren sein werden, zumindest auf der Ebene der Anbieter. Sky zum Beispiel hat bereits 2015 den Schritt vom rein linearen Pay-TV-Sender hin zum On-Demand-Gesch├Ąft gewagt und erschlie├čt sich so eine f├╝r das Unternehmen v├Âllig neue Kundengruppe.

Die Marktf├╝hrer expandieren weiter und werden starke Content-Marken

Netflix und Amazon ist es durch ihre Eigenproduktionen gelungen, von der reinen Distributionsplattform zu starken und hochwertig wahrgenommenen Content-Marken aufzusteigen.

Dieses neue Gesch├Ąftsfeld ist f├╝r die Gro├čen lukrativ: Zum einen bleibt das Geld im Haus, was sonst an die Inhaber der Rechte geflossen w├Ąre. Zum anderen ergibt sich ein neues Erl├Âsmodell: So laufen in einigen L├Ąndern bereits heute Eigenproduktionen von Amazon auch im linearen TV. Diese Entwicklung wird sich 2017 fortsetzen.

Eigenproduktionen werden einen immer gr├Â├čeren Teil des Contents der Anbieter ausmachen. Dass diese Expansionsstrategie aufwendig ist und auch die Margen bislang im VoD-Markt die Shareholder wenig begeistern, sp├╝ren die Kunden an den steigenden monatlichen Preisen beider Anbieter.

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Kaum ein Netflix-Account wird vermutlich allein von der Person genutzt, die ihn auch bezahlt. ├ähnlich sieht es bei Amazon und bei Sky mit Sky Go aus. Wie diese Mehrfach-Nutzung in eine solide Reichweitenmessung ├╝berf├╝hrt werden kann, muss sich 2017 zeigen. Klar aber ist, dass den gro├čen Akteuren in diesem Bereich daran gelegen sein wird, die Reichweite exakt zu kennen. Denn schon bald k├Ânnte es auch f├╝r Pay-VoD-Anbieter interessant werden, zus├Ątzliche Werbeeinnahmen zu generieren. Sky macht es im klassischen Pay-TV bereits vor.

Moritz Matejka, Head of Research Goldmedia

Der Artikel ist Teil des Goldmedia Trendmonitors 2017. Goldmedia gibt im Trendmonitor allj├Ąhrlich in Form von Analysten-Kommentaren einen Ausblick auf relevante Trends in den Bereichen Medien, Internet und Telekommunikation des kommenden Jahres in Deutschland. www.Goldmedia.com

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