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Hört auf mit der Politik gegen die junge Generation

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Westend61 via Getty Images
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Genau so wie ich möchte, dass es meiner Oma nach einem langen Arbeitsleben gut geht, macht sie sich Sorgen, ob meine Generation die Rentenlasten der Zukunft tragen kann. Mit Beitragssätzen über 25 Prozent, wie Ministerin Andrea Nahles es jetzt vorschlägt, wird das jedenfalls nicht zu machen sein!

Politiker, die die ältere Generation nur mit Wahlgeschenken überzeugen wollen, verkaufen unsere Senioren für dumm. Diese Politik wird nicht nur kurzfristig an ihre finanziellen Grenzen kommen, die Senioren werden auch unterschätzt, wenn sie nur als auf ihre Rente fixierte egoistische Alte betrachtet werden.

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Den vielen Rentnern mit Kindern und Enkelkindern liegt auch die langfristige und nachhaltige Finanzierung des Rentensystems am Herzen. Sie erwarten aber endlich eine ehrliche Politik, die sich wirklich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels beschäftigt.

Während 1991 noch ungefähr vier Erwerbsfähige für einen Rentner aufkommen mussten, werden es 2030 nur noch zwei Erwerbsfähige pro Rentner sein. Wer diese Realitäten ignoriert und den Wählern vorgaukelt, die Probleme im Rentensystem mit weiteren Wahlgeschenken lösen zu können, der betreibt nicht nur unehrliche Politik, sondern vergeht sich zugleich an zukünftigen Generationen.

In 15 Jahren gehen die Babyboomer in Rente

Wenn die Babyboomer in ungefähr 15 Jahren in Rente gehen werden, kommen enorme Belastungen auf die junge Generation zu. Das Rentensystem darauf vorzubereiten wäre verantwortliche Politik. Stattdessen werden nach der Rente mit 63 und der Mütter-Rente durch die Angleichung der West- und Ostrenten weitere Belastungen für die junge Generation beschlossen.

Aber die Belastungen, die auf die junge Generation zukommen, liegen nicht nur im Rentensystem. Auch Gesundheits- und Pflegeversicherung werden die enormen Lasten des demografischen Wandels zu spüren bekommen. Dazu kommt eine Welle von Versorgungsansprüchen für Beamte, die auf alle öffentlichen Haushalte zurollt.

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Insgesamt erwarten Ökonomen, dass die Gesamtbelastungen aus Renten-, Gesundheits-, und Pflegeversicherung auf fast 60 Prozent steigen könnte, wenn die Politik nicht schnell umsteuert.

Wie Zukunftsperspektiven für junge Menschen aussehen sollen, wenn in Zukunft direkt fast 60 Prozent des Einkommens für die Sozialversicherung draufgehen könnten, müssen die Politiker von heute erklären oder endlich umfassend handeln. Schon bald könnte es durch die demografische Entwicklung zu spät für Reformen sein.

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