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"Hallo-Paket": Erstversorgung für Flüchtlinge

09/08/2015 14:47 CEST | Aktualisiert 09/08/2016 11:12 CEST
ullstein bild via Getty Images

Derzeit beherrscht das Thema Asyl unsere Medien. Teils wird der Wille von Menschen, ihr Land zu verlassen positiv, teils negativ beurteilt. Es wird abgewogen, ob der Grund, nach Deutschland zu kommen, ein berechtigter oder ein unberechtigter ist.

Über die Differenzierung, wann ein Mensch, der in Deutschland ankommt, dies im Rahmen der Asylgesetzgebung auch darf, soll hier nicht gestritten werden.

Viele glauben, dass ein Asylsuchender, der deutschen Boden betritt, von Anfang an abgesichert ist.

Dies ist nicht der Fall. Das Aufnahmeverfahren sieht vor, dass der Asylbewerber noch vor der Einquartierung erkennungsdienstlich behandelt werden soll.

Die hierfür zuständige Behörde ist in der Regel die Polizei des Landes. Die zuständigen Herren des Verfahrens sind die jeweiligen Polizeiabschnitte, die die entsprechenden Vordrucke fertigen und die Asylbewerber im weitesten Sinne bis zur Abgabe an die Aufnahmeeinrichtungen betreuen.

Sie lösen durch ihre Vordrucke die Telebild- und Fingerabdruckfertigung in den zuständigen Gefangenensammelstellen aus. Sie kümmern sich um einen Platz für jeden Antragsteller in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Sie fahren in den meisten Fällen die Asylbewerber im Anschluss dorthin.

Im günstigsten Fall kann das geschilderte Verfahren bei einer Person zwei Stunden in Anspruch nehmen, bei Personengruppen sind Bearbeitungszeiten von teilweise bis zu 16 Stunden möglich. Viele Asylsuchende finden erst in den späten Abend- oder Nachtstunden zu den zuständigen Polizeiabschnitten.

Alle technischen Dienstleistungen werden von den einzelnen Beamten des Landes hoch professionell erledigt. Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Personen, die ihren oftmals langen Weg nach Deutschland gefunden haben, auch ganz simple menschliche Bedürfnisse haben.

Flüchtlinge sind müde, haben Hunger, haben Durst und müssen ihre Notdurft verrichten können.

Ein Kostentitel für die Versorgung dieser Menschen ist im Haushalt der Polizei nicht vorgesehen. Natürlich sind Sanitäreinrichtungen in den Abschnitten und auf den Gefangenensammelstellen vorhanden und werden bei Bedarf sofort zur Verfügung gestellt. Getränke, etwas für den kleinen Hunger, eine Decke oder etwas zur Beschäftigung für kleine Kinder sind jedoch nicht vorhanden.

In den meisten Fällen greifen die Beamten vor Ort dann in die eigene Tasche, kaufen Wasser, stellen ein paar Kekse auf eigene Kosten zur Verfügung oder leihen die Rettungsdecke aus einem Einsatzwagen. Diese freiwilligen Hilfsangebote sind aber nur begrenzt, nicht standardisiert und angesichts der steigenden Zahl von Asylfällen auch zunehmend ausgereizt.

Hallo-Pakete als Hilfsangebot

Hier setzt unser Hilfsangebot an. Wir wollen auf dem Wege des Sponsorings vorerst einigen ausgewählten Polizeiabschnitten in Berlin-Charlottenburg so genannte „Hallo-Pakete" zur Verfügung stellen. Inhalt dieser Pakete ist eine Stoffdecke, eine Flasche Mineralwasser, eine Packung Kekse und für die Kleinsten ergänzend eine Packung Buntstifte, ein Malblock sowie ein kleines Kuscheltier.

Abgerundet wird dieses Paket mit einem Schreiben in den gängigsten Sprachen, in dem der Asylsuchende begrüßt wird und in dem die nächsten Schritte im Asylverfahren bei der Polizei erklärt werden. Dieses Schreiben soll ein Teil der Willkommenskultur sein und nicht die rechtlich vorgesehenen Belehrungen zum Verfahren ersetzen. Ein Paket kostet etwa 10 Euro. Wir haben schon am Donnerstag 06.08 die erste Lieferung gemacht.

Seien Sie dabei!

Helfen Sie in Not geratenen Menschen ihren Weg in eine Gesellschaft zu ebnen, die die Würde und Sicherheit des einzelnen respektiert und anerkennt!

Mohammad Moshiri, Der Vorsitzende des Forums für Toleranz und Menschenrechte e.V


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