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Warum sich der Mensch von der Maschine abhängig machen wird - und trotzdem die Oberhand behält

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ROBOTS
PhonlamaiPhoto via Getty Images
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Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? FOCUS hat mit dem Schreibwettbewerb #focussiert um Zukunftsvisionen seiner Leser gebeten. Die HuffPost veröffentlicht einige Einsendungen.

Miriam Sowka prognostiziert: Der Mensch wird sich von seinen eigenen Erfindungen abhängig machen. Sie zeichnet das Bild einer düsteren Zukunft, in der Menschen Maschinen dienen. Warum sie aber letztlich doch die Oberhand behalten könnten? Hier ist die Antwort.

TX3 schlägt die Augen auf und zieht den Stecker aus seinem Arm. Sofort springt er aus seinem Bett, lässt die Fußrollen ausfahren - Zündung. Mit einem Affenzahn geht es zur Firma. Heute muss er mal wieder ein neues, primitives Wesen einarbeiten.

Billige Arbeitskräfte eben. Taugen nichts, sind nicht belastbar, schaffen es nicht einmal ein paar Tage durchzuarbeiten. Aber trotzdem sind sie unumgänglich. Schließlich will man seine schönen metallic glänzenden Finger nicht schmutzig machen. Der Mensch als Arbeitstier für Robot TX3.

Ein Tunnel ohne Ende?

Eine schöne düstere Zukunft! Geknechtet von unseren eigenen Erfindungen, das ewige Trauerspiel der Menschheit. Täglich neue Erfindungen, täglich neue Gegenstimmen, täglich neue Befürworter.

Eine unscheinbare Zukunft, wie ein Tunnel ohne Ende. Kein Mensch weiß wie sie aussehen wird. Vielleicht sind wir tatsächlich Dienstboten der neuen Robots. Roboter, die wir zu intelligent gestaltet haben, und uns von Tag zu Tag immer mehr übertreffen. Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als sich an ein letztes verbliebenes Seilchen zu klammern.

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Berufe, die nur Menschen ausführen können. Diese menschliche Wärme, Herzlichkeit, die keine stählerne Blechbüxe vermitteln kann. Der Arbeitsplatz wäre gesichert! Was machen wir? Wir stecken die Blechbüxe in ein flauschiges Fell, mit zwei großen, kullerrunden Knopfaugen.

Ein süßes Robbenbaby ist entstanden! Der missmutige Mensch fällt weg, wird nicht mehr benötigt. Ausrangiert und ab in die Altkleidertonne! Wer will schon alte, löchrige Ware der letzten Saison haben?

In immer mehr Berufen scheint es dem Menschen so zu ergehen. Der lächelnde Metallkasten, der nie Wiederworte gibt, ist einfach effizienter. Denkt nicht nach, verlangt keine Pausen und schon gar kein Geld. Vorteile, die man in der Industrie nicht missen will.


Wenn Geld plötzlich unwichtig wird

Stand am Tag zuvor noch ein Wesen aus Fleisch und Blut am Tresen, ist es am nächsten Tag die nette Gummipuppe gewesen. Schlechte Kundenkritik ade.

Die Traumvision des Faulenzens wird wahr und all die kleinen Robots übernehmen die Arbeit. Geld wird zum unwichtigsten Gut der Menschheit. Der Traum eines Kommunisten wird wahr. Der teuflische Kapitalismus ist dem Untergang geweiht!

Alle sind gleich, da niemand eine Arbeit hat und unsere Blechbüxen halten alles am Laufen. Alles ist umsonst. Was soll ein Roboter mit einem Stück Papier anfangen? Er könnte es verfeuern oder Sandwiches darin einpacken.

Die komischen Zahlen, die häufig als Bezahlung dienten, kann er auch nicht gebrauchen. Alles in allem wäre es eine friedvolle Zukunft, wären da nicht die Unterschiede. Jedes Land hat einen anderen Standard.

Mehr zum Thema: Das Bedingungslose Grundeinkommen gibt Menschen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung

Von einem auf den nächsten Tag genug Roboter für die Weltwirtschaft zu erschaffen, wird ziemlich schwierig, da Jeannies noch nicht entdeckt wurden.

Zudem vergisst man oft ein weiteres Problem. Den Kosmos. Sonnenstürme erreichen uns, das Magnetfeld schafft es nicht sie abzuwehren. Vermutlich steigen sofort einige Fragezeichen über ihren Köpfen auf.

"Sonnenstürme, Magnetfeld, what? Was hat das mit unserer Zukunft zu tun?" Sehr viel, beachtet man unsere technisierte Welt. Eine Welt mit vielen unermüdlichen Arbeitsrobotern ist gefährdet. Sonnenstürme belasten unsere Technik, führen zu Stromausfällen. Stellen Sie sich diese Roboterwelt vor.

Alles total technisiert, vom intelligenten Haus bis zum selbstfahrenden Auto. Plötzlich funktioniert nichts mehr und das über Jahre. Ein totales Chaos würde ausbrechen. Trotz aller Vorteile, die die Roboter haben, fehlt es ihnen doch am Wichtigsten.

Das Leben ohne Strom, die Möglichkeit selbst zu denken, die Fähigkeit in Notsituationen zusammenzuhalten, um unsere Spezies zu erhalten. Schließlich können wir das ohne jegliche Software. Zwar braucht er dafür Geld, läuft aber nicht Amok wegen eines Softwarefehlers. Somit ist auch der Mensch für die Zukunft unersetzlich.

Dieser Beitrag ist Teil der Themenreihe "New Work". Alle aktuellen Beiträge dazu findet ihr hier.

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