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Mira beleuchtet: Lukas Podolski

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LUKAS PODOLSKI
Anadolu Agency via Getty Images
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Ungewöhnliche Einblicke in die Handlungsmotivation prominenter Persönlichkeiten des Zeitgeschehens.

Was für ein Abschied! Lukas Podolski hat in seinem letzten Spiel für die deutsche Nationalmannschaft genau das getan, was er immer getan hat: uns bestens unterhalten. Seine Fröhlichkeit und sein Strahlen werden fehlen, dem Team, dem Trainer und der Fußballwelt. Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Weltmeister - mehr geht kaum noch und nun ist es Zeit für den Abschied. Der freche Pole Poldi ist unser „Mensch der Woche".

Mit Leichtigkeit

Einen ersten deutlichen Hinweis auf die Persönlichkeitsstruktur von Lukas Podolski können wir in folgendem Statement finden: Jogi Löw habe Podolski oftmals nicht wegen seiner Leistung sondern aufgrund seiner leichten, fröhlichen und motivierenden Art im Kader belassen und zu wichtigen Spielen mitgenommen. Verständlich wäre es - und auch schlau.

Denn die positive, lustige Art von Lukas Podolski ist einfach ansteckend und daher gut für´s Team: An jeden Königshof gehört ein Hofnarr. Wir können aus dem Auftreten, der Wirkung der Persönlichkeit und aus den Worten Podolskis die intrinsische Motivation Spaß herauslesen. Für Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur ist das Glas nicht halbleer oder halbvoll, vielmehr schwappt es über, weil sie Prosecco hineingeschüttet haben.

Sie sind optimistisch, kreativ und lustig und nehmen das Leben von der leichten Seite. Sie lieben Gesellschaft, sind unternehmungslustig und machen sich wenig Sorgen. Sie haben Entertainer-Qualitäten - und meiden Schmerz in jeglicher Form.

Ein Pausenclown, der keiner sein will

Die positive Haltung dem Leben gegenüber findet bei Lukas Podolski Ausdruck in seinen berühmten Zitaten: „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere" etwa zeugt von seiner pragmatischen Sicht auf die Dinge und den Sport. Er spielt, um Spaß zu haben. Wenn die Mannschaft verliert, ist das eben so, kein Grund, sich graue Haare wachsen zu lassen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ein anderes, berühmtes Zitat führt uns in die gleiche Richtung: „Fußball ist einfach: Rein das Ding und ab nach Hause." Luaks Podolski ist ein Sonnenschein. Wir können ihn als die Pippi Langstrumpf des Fußballs bezeichnen, denn er macht sich die (Fußball-)Welt, wie sie ihm gefällt. Auf diese Art und Weise bringt er viel Freude und Leichtigkeit in den Sport - ein krasser Gegensatz zu Spielern wie etwa Ronaldo, der sich von seinem Ehrgeiz zerfressen lässt.

Oberflächlich, aber nicht dumm

Lukas Podolski ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Selbstbild und Fremdbild unterscheiden können. Wenige Tage vor seinem Abschied aus der Nationalmannschaft hat er sich gegen sein Spaßvogel-Image gewehrt: „Ich war nie der Pausenclown, wie ich es mal gelesen habe. Das empfinde ich als despektierlich. Ich wusste immer ganz genau, dass man Biss, Ehrgeiz, Seriosität braucht, um erfolgreich zu sein" sagte Podolski dem Kicker.

Natürlich ist es unfair, ihn auf die Rolle des Spaßvogels zu reduzieren. Es kann unangenehm sein, wenn die Spiegelung von außen mitten in den blinden Fleck hineingrätscht. Doch darin liegt die Chance für Entwicklung: Er könnte sich die Frage stellen, warum die Menschen eben diese oberflächliche Funktion in ihm sehen - um mit dem Fremdbild Frieden schließen zu können.

Dazu wäre es allerdings notwendig, auch die dunklen Seiten des Lebens anzunehmen, die er bisher fröhlich weggelacht hat. Von denen er ablenkt. Wenn er lernt, auch Schmerz zuzulassen, wird er an Tiefe gewinnen.

Tipps für den Umgang mit Spaßvögeln

Ein Spaß-Mensch wurde früh alleine gelassen, seine Grundversorgung stand auf dem Spiel. Um diesen Mangel auszugleichen, ist ein Mensch mit dieser Persönlichkeitsstruktur noch heute süchtig nach Ablenkung und der Bestätigung, dass von allem ausreichend vorhanden ist (Völlerei).

Er muss lernen, sich auch mit den Schattenseiten des Lebens auseinanderzusetzen,
Leere und Schmerz zulassen. Das lernt er am besten häppchenweise und mit Begleitung, denn allein zu sein macht ihm Angst.

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