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„Menschen der Woche": Uli Hoeneß

04/03/2016 18:58 CET | Aktualisiert 05/03/2017 11:12 CET
DPA

Überraschende Einblicke in die Handlungsmotivation prominenter Persönlichkeiten

Uli Hoeneß ist unser „Mensch der Woche". Am 29. Februar wurde seine Haftstrafe ausgesetzt, der ehemalige Bayern-Boss vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Ganz Fußballdeutschland stellt sich die Frage: Wie geht es dann weiter mit dem Mann, der federführend den FC Bayern München zu einem der besten Fußballvereine weltweit ausgebaut hat?

Bevor wir uns fragen, ob er wieder in das Präsidentenamt zurückwill, ein Einblick in seine intrinsische Motivation:

Uli Hoeneß lässt in seinem Verhalten, seinem Auftreten und seinen Worten also die intrinsische Motivation Macht erkennen. Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstruktur werden einem Selbstbild geleitet, das da heißt: „Ich bin stark, wo ich bin ist oben". Sie suchen stets die Herausforderung. Obwohl Uli Hoeneß als erfolgreicher Unternehmer und Präsident des FC Bayern München bereits auf dem Gipfel der Macht angekommen war, fehlte ihm der Nervenkitzel.

Den fand er beim Zocken an der Börse. Für ihn war es selbstverständlich und normal, mit Summen zu jonglieren, bei denen anderen schwindelig wird. Er ging zu jeder Zeit davon aus, dass er die Fäden über sein Tun in der Hand behält. Er kannte nur eine Wahrheit: seine eigene. Typisch für Menschen mit diesem Persönlichkeitsmuster: für sie gilt das Motto „Ich bin kein Klugscheisser, ich weiß es wirklich besser."

Aus dieser inneren Haltung heraus formulierte Uli Hoeneß zu seinen besten Zeiten: „Ich habe keine Lust, immer Zweiter zu werden. Das ist kein Zustand, den ich akzeptieren kann."

Wie hat sich nun der Machtverlust auf seine Persönlichkeit ausgewirkt?

Menschen, die von Macht motiviert werden, agieren aus dem Bauch heraus und haben oftmals ein lockeres Mundwerk, sprich: eine große Klappe. Bevor sie nachdenken, was sie sagen, ist es schon raus. Da sie innerlich und äußerlich stark sind, besitzen sie eine natürliche Autorität. Sie sind umgeben von einer Aura: Erscheint der König auf der Bildfläche, herrscht Ruhe.

Wenn ihre Machtposition klar ist und von niemandem angezweifelt bzw. attackiert wird, öffnen sie ihr Herz. Sie unterstützen die Schwächeren (Spenden!) und wirken dabei wie kleine Jungs, die sich über alle Regeln hinweggesetzt und mal eben aus dem Honigtopf stibitzt haben.

Für Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur gibt es nichts schlimmeres, als ihre Macht abgeben zu müssen. Doch sie besitzen die Fähigkeit zur Demut. Zunächst ziehen sie sich in in die Abgeschiedenheit zurück (bei Uli Hoeneß erzwungenermaßen), dann tauchen sie wieder auf der Bildfläche auf. Womit wir nun rechnen müssen, dazu mehr im Talk bei Radio 21:

Unsere These der Woche:

Für Uli Hoeneß ist noch lange nicht Schluss mit der Macht. Ja, er wird ein anderer sein - doch zurückhalten und nur ein bisschen mitzuspielen, ist seine Sache nicht. Hopp oder topp: Bei Uli Hoeneß können wir mit beidem rechnen.

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