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Wasser für die Ärmsten der Armen

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Zusammen mit Tim Mälzer und Rea Garvey war Minh-Khai Phan-Thi mit ONE in Uganda. Heute erzählt sie uns, wie sie ihren ersten Reisetag erlebt hat.

Es ist soweit, mein erster Tag mit ONE in Uganda beginnt! Gestern Nacht sind wir nach langer Reise heile angekommen. Zwar ohne das Gepäck von unserem Kameramann Philipp und vor allem ohne Rea und Tim, aber mit ungebrochener Neugier und Vorfreude! Rea und Tim sind bei der Anreise in Khartum gestrandet, weil es Probleme mit dem Flugzeug gab - aber heute Nachmittag stoßen sie zu uns.

An unserem ersten Tag stehen direkt viele Aktionen auf dem Programm.

Erst mal geht es um Wasser!

Wir machen uns auf zum Wasserwerk Gaba III. Das hat eine Kapazität von 80 Millionen Litern pro Tag und wurde im Jahr 2007 fertiggestellt. In Kampala und Umgebung leben derzeit geschätzt über 2,5 Millionen Menschen. Vor allem in den armen Stadtgebieten erreicht die Trinkwasserversorgung oft nur ein Drittel der Bevölkerung. GABA III produziert derzeit 50 Prozent des Trinkwassers für Kampala und erfüllt die Qualitätsstandards der WHO. Damit werden rund 670.000 Kunden des Wasserversorgers in Kampala erreicht, darunter 84.000 arme Menschen.

uganda

Wir fragen uns ja manchmal, was eigentlich mit den deutschen Entwicklungsgeldern passiert. Hier, direkt neben dem Viktoriasee in Uganda konnte ich genau sehen, wo unser Geld hinfließt: Gaba III wurde über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus deutschen Mitteln finanziert und hilft ganz konkret, Armut zu beenden. Wie? Auch das sehen wir mit eigenen Augen bei der nächsten Station in einem Slum im Stadtteil Kisenyi. Es reicht ja schließlich nicht, das Wasser des Viktoriasees aufzubereiten; es muss ja auch irgendwie zu den Bedürftigen kommen. Und das passiert mit Wasserzapfsäulen: Hier können die Menschen rund um die Uhr soviel Wasser zu günstigen Preisen abzapfen, wie sie sich leisten können. Sie bezahlen mit einem Chip, den sie vorher mit Geld aufladen. Das Wasser kostet dort im Schnitt nur ein Fünftel des regulären Preises. Die Gesundheit der Bewohner verbesserte sich: Weil sie sauberes Wasser trinken, leiden sie seltener an Durchfall und anderen Krankheiten, die durch unsauberes Wasser entstehen können. Was harmlos klingt, ist ein echtes Problem: Durchfallkrankheiten gehören zu den beiden häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren in Entwicklungsländern.

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Wir sehen uns auch eine Quelle an, aus der die Menschen im Slum bis vor einigen Jahren ihr Wasser genommen haben. Das Wasser sieht klar aus, aber uns wird erklärt, dass es Keime und Gifte enthält. Kein Wunder, dass hier bis vor nicht allzu langer Zeit regelmäßig Cholera ausgebrochen ist. Heute ist eine Wasserzapfsäule einige Meter weiter zu finden. Die dreckige Quelle wird zum Glück nur noch zum Waschen von Kleidung und Geschirr genutzt.

Was für uns selbstverständlich ist, nämlich sauberes Wasser ständig zur Verfügung zu haben, ist hier ein Riesenerfolg! Ohne sauberes Wasser haben arme Menschen in Afrika keine Chance, die größten Herausforderungen - wie zum Beispiel die hohe Kindersterblichkeit - zu überwinden.