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Ehe ohne Sex - die Beratung

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MAN WOMEN BED SLEEPING
ONOKY - Eric Audras via Getty Images
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„Was will die Frau Urban denn da beraten, entweder man geht oder man betrügt!" Das könnten jetzt viele sagen. So einfach ist das jedoch leider nicht. In einer Ehe gibt es oftmals finanzielle Verpflichtungen und Kinder. Jeder kennt das Zitat: „...in guten wie in schlechten Zeiten...", das uns dann im Kopf rumschwirrt.

Wir fragen uns: „Ist Sex wirklich so wichtig, wenn doch alles andere gut läuft?" Nicht zuletzt hindert uns eine der größten Energien dieser Erde daran, wahllos zu betrügen. Sie heißt: Liebe.

Jede Ehe, die plötzlich ohne Sex auskommen muss, durchläuft drei Phasen:

Erste Phase: Das Ungleichgewicht

Es dauert seine Zeit, bis der/die vom Sex-Entzug Betroffene, verstanden hat, was da gerade passiert. Denn der Partner /die Partnerin verweigert nicht nur den Sex, sondern auch jedes Gespräch darüber. Gründe werden nicht genannt, oder, wenn sie genannt werden, nur in unzureichender Weise. Ein Ende dieser Situation ist meist nicht in Sicht. So entsteht ein subjektives Ungleichgewicht, bei dem einer der Partner das Gefühl hat, mehr zu geben, als zu nehmen.

Zweite Phase: Das Leiden oder Der innere Kampf

Um mit dem Verhalten des Partners/der Partnerin zurechtzukommen, versucht der andere, sich entweder anzupassen oder er verteilt die Schuld. Dann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Je mehr Versuche unternommen werden, die Situation zu lösen, desto mehr „mauert" der/die Partner/in. Der Teufelskreis hat begonnen.

Es ist genau diese Phase, in der ein Gespräch mit einem Außenstehenden helfen kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer das ist. Erstens muss eine Vertrauensperson gefunden werden und zweitens muss dann mit dieser Person ein intimes Ehe-Geheimnis besprochen werden. Schon das grenzt an Betrug, denn man tut das ja hinter dem Rücken und ohne Wissen des Partners. Ich selbst habe sehr lange dafür gebraucht, bis ich mich meiner besten Freundin anvertraut habe. Doch genau das war der Beginn. Von diesem Zeitpunkt an veränderte sich meine Einstellung. Der lange Weg meiner eigenen Heilung begann.

(Heute coache ich das Thema. Es ist sozusagen das Geschenk meiner Ehe.)

Die Dritte Phase kann beginnen: Der Ausgleich

Hier gibt es drei Möglichkeiten:
1. Wir resignieren.

Kennen Sie sie auch? Die alten Ehepartner, die sich ständig etwas vorwerfen.

Wir haben den Eindruck, es gäbe keine Harmonie. Es sind diese alten Paare, die in ihrer Zeit keine Möglichkeit hatten, sich zu trennen. Der eine hat resigniert und rächt sich auf seine spezielle Weise. So entsteht ein ständiges Hickhack.

2. Wir ziehen die Konsequenz.

Hier kommt eine mögliche Trennung wieder ins Spiel.

Manchmal ist es ein Betrug, der uns rettet und unser Selbstbewusstsein stärkt. Vielleicht schafft man es auch, gemeinsam eine Therapie zu machen. In ganz seltenen Fällen lassen sich die Partner „frei". Das bedeutet: der Partner gesteht dem anderen außereheliche Kontakte zu, ohne die Ehe zu beenden.

3. Wir akzeptieren.

Die wirkliche Lösung liegt jedoch in der Akzeptanz.

Trennung oder Betrug machen nur dann Sinn, wenn wir verstanden haben, dass wir nicht unseren Partner/ unsere Partnerin, sondern nur unser Verhalten und unsere Meinungen ändern können. Wer ins Handeln kommt, fühlt sich nicht mehr als Opfer sondern als Gewinner der Situation. Wer es schafft, die Unterschiedlichkeit der Bedürfnisse zu akzeptieren, kann unter Umständen seiner Ehe eine zweite Chance geben, ohne dass einer von beiden leiden muss. Das eigene Handeln wird auch den Partner bewegen. Denn die Ehe/ Partnerschaft oder Beziehung ist auch immer ein Spiegel für uns und unser Verhalten.

Wer mir anonym und kostenfrei seine Geschichte schreiben mag, ist hier richtig: http://www.ehe-ohne-sex.de/kontakt/

Eure Mina

Zum Buch Ehe ohne Sex

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