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Wenn Gras legal wäre ...

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CANNABIS DEMONSTRATION
Pacific Press via Getty Images
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Wenn Gras legal wäre ...

"Bringst du mir noch 2 Gramm vom G13 Haze mit?" Ein alltäglicher Satz im Jahre 2026 (2016 hab ich den Satz höchstens einmal die Woche gehört, ein Unterschied wie Tag und Nacht!). 9 Jahre zuvor gab es den überraschenden totalen Umbruch in der deutschen Drogenpolitik. Die Aussagen von Marlene Morter aus ihrer Zeit als Drogenbeauftragte wirken heute, selbst für Leute der Generation über 60, lächerlich.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres ist es jedem Menschen mit Wohnsitz in Deutschland erlaubt, bis zu 7 Gramm reine Cannabiniode pro Woche käuflich zu erwerben. Eigens wurden dafür die sogenannten Cannabinoid-Klubs, kurz "Bino's", ins Leben gerufen.

Um den Laden betreten zu dürfen, muss eine Klubkarte gegen Angabe seiner Personalien, kostenfrei erworben werden. Diese verfügt über einen Chip der jeden einzelnen Kauf von Cannabis-Produkten registriert und dokumentiert.

Daten werden gesammelt

Die Daten werden zusätzlich an das Bundesgesundheitsamt gesendet und gesammelt (selbstverständlich werden dabei die Datenschutzrichtlinien mit größter Sorgfalt, wie auch bisher gewahrt! ‚Hust').

Für jeden deutschen Staatsbürger ist es erlaubt, zwei Cannabis-Pflanzen zu besitzen, ein Schwarzhandel mit Gras ist praktisch nicht mehr existent. Dafür floriert der illegale Drogenhandel mit Kokain, Amphetamin, MDMA und vielen weitern Rauschmitteln mehr denn je.

Insgesamt ist die Zahl der Drogendelikten aber um mehr als 60 % zurückgegangen, verglichen mit 2016. Seit 2021 allerdings ist die Zahl um fast 20% gestiegen. Ewig lockt das Verbotene, eine Erkenntnis, die so alt wie die Menschheit selbst ist.

Nichtsdestotrotz ist die Zahl der Menschen, die sich in psychologische Behandlung geben, stetig gestiegen. Die Zahl der Cannabis-Konsumenten hat sich bei den 14-17-Jährigen um etwa 15 % verringert, bei den 18 - 29-Jährigen dafür um etwa 20% erhöht.

Die Menschen leiden immer häufiger unter Depressionen, Neurosen und anderen psychischen Erkrankungen. Dass das aber an der Gesamtentwicklung der Gesellschaft liegen könnte und der Konsum von Rauschmitteln zwar die Symptome deutlicher macht, aber keineswegs die Ursache darstellt, wird zwar diskutiert, aber auch gleich wieder beiseite geschoben ... Was hilft's über verschüttete Milch zu klagen?!

Konsum in der Öffentlichkeit nicht erlaubt

Der Konsum ist an öffentlichen Plätzen nicht gestattet und das ist auch gut so! Ein bisschen Verruchtheit muss man den Leuten doch noch zugestehen. Die Verbrechen die unter unter Cannabiseinfluss begangen werden, man hätte es nicht kommen sehen können, ist proportional 60 Mal geringer, als die Verbrechen die unter Alkoholeinfluss, oder anderen Drogen begangen werden. Vollkommen entgegen der Erwartungen ist die Arbeitsleistung der Deutschen angestiegen.

Die Entwicklung hin zu kleinen Unternehmen und weg vom Großunternehmertum war bereits vor der Legalisierung in vollem Gange und hat sich nochmals verstärkt. Alleine durch die neu entstandene Hanf-Industrie konnten 70.000 neue Stellen geschaffen werden. Verrechnet mit den Einsparungen bei der Polizei, stehen dem Bund nun in etwa 12 Milliarden Euro mehr zur Verfügung, als zur Zeit der Prohibition.

Es kann eine durchaus positive Bilanz gezogen werden, die uns Hoffnung für die Zukunft geben sollte.

Micky Randall aus dem besetzten München 2026.

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