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8 Dinge, für die ich einfach zu alt bin

25/01/2016 15:36 CET | Aktualisiert 01/03/2017 11:12 CET
Juho Kuva via Getty Images

Ich bin zu alt für diesen Scheiss. -- Detective Roger Murtaugh

Wenn ich 25 Jahre zurückblicke und die Informationen, die mir damals zur Verfügung standen, mit heute vergleiche, wird mir klar, warum sich mein ADD-Hirn dreht, wie eines der billigen Windrädchen, die mein Mann auf unserer Terrasse aufstellt.

Ich war noch Jahrzehnte davon entfernt, mir Gedanken über Schlagzeilen über das Älterwerden zu machen. Damals scannte ich Schlagzeilen in der Cosmo, wie 3.609 Wege, einen Mann glücklich zu machen.

Tipp: Sag ja. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Um ehrlich zu sein, habe ich gerade gelogen. Ich habe nie nach diesen Artikeln gesucht. Damals haben sie mich genervt. Heute sind sie mir egal.

Heute? Heute kann ich einen von tausenden Artikeln über das Altern lesen. Von Gründen, warum es scheisse ist (ist es nicht) bis zu Anleitungen, wie man altersgerecht Lidschatten tragen sollte (Ihr bekommt meinen Eyeliner erst, wenn ihr ihn mir aus meinen toten, kalten Händen reißt).

Ich werde gerne älter. Ich habe ein ganzes Leben mit Selbsthass verbracht. Das habe ich aufgegeben. Ich habe aufgehört, mich dumm zu fühlen, denn das bin ich nicht. Ich habe aufgehört, mich selbst dafür fertigzumachen, dass ich manchmal seltsam und unsicher bin. Ich habe soziale Ängste. So bin ich eben. Es gibt viele von uns. Wir sind eine ganze Völkerschaft.

Nunja, eine Völkerschaft, dessen Mitglieder lieber alleine bleiben. Ich habe Situationen, in denen ich etwas Peinliches gesagt oder getan habe, noch Jahrzehnte später wieder und wieder in meinem Kopf durchgespielt. Damit bin ich fertig. Ich bin fertig damit, mir Sorgen darüber zu machen, wie ich aussehe. Ich habe Jahrzehnte damit verbracht, mich wegen jedes grauen Haares und jeder Bauchfalte zu grämen.

Ich habe vor über einem Jahr aufgehört, meine Haare zu färben. Aber ich will nicht lügen - ich mache mir noch immer Gedanken wegen meiner Bauchfalten. Aber das ist in Ordnung. Sie sind für mich in Ordnung. Ich akzeptiere mich so, wie ich bin. Jetzt gerade bin ich jemand, der gerne etwas weniger schwammig wäre. Ich bin absolut für Selbstakzeptanz. Und das ist fast ganz wahr.

Mein Kopf versteht nicht, dass ich 52 Jahre alt bin. Er hält sich noch immer für 31. Mein Körper hingegen, ist sich jedem seiner gelebten Jahre bewusst.

Es gibt Dinge, für die ich zu alt bin. Zeit verändert einen Menschen und ich finde es einfacher, diese Veränderungen zu akzeptieren, als gegen sie anzukämpfen.

Hier sind die Dinge, für die ich eindeutig zu alt bin:

1. Meinen Mund halten -- Ich möchte nicht mehr meinen Mund halten, wenn ich Unrecht sehe. Oder es fühle. Es ist nicht so, als hätte ich nie meine Meinung gesagt, denn das habe ich. Aber ich habe es meistens für jemand anderen getan. Nicht für mich selbst. Damit bin ich fertig. Ich weiß nicht, wie gut das ist, aber wenn ich schlecht behandelt werde, lasse ich das nicht mehr auf mir sitzen.

2. Mich sorgen, wie mich andere sehen -- Mein Mann und ich haben heute morgen in einem vornehmen Café gefrühstückt. Also vornehm im Vergleich zum Waffle House. Danach sind wir Lebensmittel einkaufen gegangen. Meine Haare hätten gut ausgesehen, wenn mein Trockenshampoo nicht alle gewesen wäre. Außerdem trug ich wahrscheinlich ein paar Jeans die schon die letzten drei Male gewaschen gehört hätten. Aber hey, ... Jeans werden eh nie wirklich dreckig, oder?

Am Tisch neben uns saßen vier Frauen und jede von ihnen trug einen Schlauchschal. Ich hatte eine kurze Panikattacke. Ich sah ein kleines bisschen nach Bettler aus und mein Mann ... ja, er sah definitiv wie ein Penner aus. Was würden die Schlauchschalfrauen von mir denken?

Dann beschloss ich, dass ihre Meinung über mich, nichts am köstlichen Geschmack meines Speck-Avocado-Omlets ändern würden. Eines sei noch gesagt: Im Waffle House gibt es besseren Kaffee.

3. Heimliche Leidenschaften-- Ich habe keine heimlichen Leidenschaften mehr. Ich habe nur Leidenschaften. Es ist mir nicht peinlich, dass ich Lady Gaga mag. Oder dass ich jedes Buch von Stephanie Plum lese und bestimmt auch nicht, dass ich mich so sehr in Serien verliebe, dass ich sie mir wieder und wieder ansehe. Ich bin von Supernatural und Dr. Who losgekommen. Jetzt schaue ich wieder The Walking Dead. Der Grund heißt Daryl.

4. Unbequeme Schuhe -- Ich brauche keine unbequemen Schuhe. Außerdem ist es mir egal, ob meine Socken zusammenpassen. Wenn sie einigermaßen gleich aussehen, reicht mir das vollkommen.

5. Mich für mein unordentliches Haus entschuldigen -- Wisst ihr, warum mein Haus unordentlich ist? Weil ich gerade keine Lust habe, es aufzuräumen. Außerdem liegt es daran, dass ich schlecht organisiert und ziemlich chaotisch bin.

6. Zeug anhäufen, das ich nicht brauche -- Ich kann gar nicht genug betonen, wie fertig ich mit dieser Angewohnheit bin. Fast alles, was wir haben, ist nicht unverzichtbar, unterhaltsam oder behaglich. Wir haben nur noch weniger als zwei Jahre bevor unser Jüngster aufs College geht. In dieser Zeit ist es mein Ziel, uns von mindestens der Hälfte aller Dinge zu befreien, die wir besitzen. Vielleicht auch noch mehr.

7. Unnötigerweise Zeit mit Menschen verbringen, die ich nicht mag -- Damit habe ich tatsächlich schon vor einigen Jahren angefangen. Ich ging ein paar Mal pro Woche mit einer Gruppe von Kollegen Mittagessen. Ich mag diese Kollegen nicht. Sie sind gemein, kleinlich und haben keinerlei gemeinsame Interessen. Eines Tages sah ich sie mir an, wie sie über Politik oder Sport oder irgendein Arbeitsprojekt zankten und dachte nur Was tue ich eigentlich hier? Und dann bin ich nicht mehr mit ihnen Essen gegangen. Das Leben ist zu kurz, um unnötig Zeit mit Idioten zu verbringen.

8. In allen Menschen, die ich kenne, das Gute sehen -- Manchmal sind Menschen Arschlöcher. Ich bin mir sicher, dass man selbst beim größten Arschloch noch etwas Gutes finden könnte, wenn man nur lange genug danach sucht. Aber warum sollte ich das tun? Warum habe ich das je getan? Ich will keine Zeit mehr mit unangenehmen Menschen verschwenden.

Menschen treffen Entscheidungen. Wenn sie sich entscheiden, unausstehlich zu sein, dann sei es so. Ich fühle mich nicht länger dazu gezwungen, etwas an solchen Menschen anziehend zu finden. Ich will nur noch so schnell und schmerzlos wie möglich von ihnen wegkommen.

Wofür findet ihr, dass ihr zu alt geworden seid? Ich würde diese Liste gerne verlängern.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

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