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Tatort Treppenhaus: Wie Sie Ärger mit den Nachbarn vermeiden

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Fahrrad, Kinderwagen, Altglas... Jeder, der in einem Mehrfamilienhaus lebt, hat schon die eine oder andere "Überraschung" vor der NachbartĂŒr stehen sehen. Und umgekehrt: Wer ist noch nicht an einem Regentag nach Hause gekommen und hat sich der nassen Schuhe und des Regenschirms im Treppenhaus entledigt? Aber darf man als Bewohner eines Mehrfamilienhauses das Treppenhaus als AbstellflĂ€che nutzen?

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Mit der Frage, was im Treppenhaus abgestellt werden darf, haben sich schon unzĂ€hlige Gerichte befasst. Immer wieder kommt es deswegen zu Streitereien zwischen Nachbarn oder zu Diskussionen zwischen Mieter und Vermieter. Dabei ist die Rechtsprechung nicht immer eindeutig. Einigkeit herrscht lediglich darin, dass die Sicherheit aller Bewohner gewĂ€hrleistet sein muss. Pflicht des Vermieters ist es, fĂŒr ausreichende und ungehinderte Fluchtwege zu sorgen.

Vermieter trÀgt Verantwortung
Der Vermieter ist fĂŒr die Sicherheit seiner Mieter verantwortlich. Entsprechend hat er dafĂŒr zu sorgen, dass das Treppenhaus fĂŒr alle Bewohner ordnungsgemĂ€ĂŸ nutzbar ist. In der Hausordnung kann er festhalten, was im Treppenhaus abgestellt werden darf und was nicht. Aber auch dem Vermieter sind Grenzen gesetzt. Nicht jedes Verbot ist rechtens. So ist das Abstellen von Kinderwagen und Rollatoren dann zulĂ€ssig, wenn es keine zumutbare Alternative gibt. Hatte der Vermieter ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum kein Problem damit gehabt, dass ein Mieter einen Schuhschrank im Hausflur aufstellt, darf er den Schuhschrank nicht von heute auf morgen verbieten. Denn dann greift eine Art Gewohnheitsrecht. Es sei denn, der Schuhschrank gefĂ€hrdet die Sicherheit der Bewohner.

Möbel und Schuhe
Das Treppenhaus ist ein Gemeinschaftsraum, der allen Mietern zugĂ€nglich ist. Darum ist hier das private Aufstellen von SchuhschrĂ€nken, Regalen oder GarderobenstĂ€ndern in der Regel nicht erlaubt. Möbel im Treppenhaus stellen ein Sicherheitsrisiko dar und können im Brandfall Fluchtwege versperren. Zuweilen haben Gerichte Ausnahmen genehmigt. Beispielsweise wenn ein Mieter der oberen Etage mit seinem MöbelstĂŒck niemandem den Weg versperrt.
Auch wenn die Praxis in vielen MietshĂ€usern anders aussieht: Nasse Gummistiefel, verschwitzte Sportschuhe oder dreckige Gartenclogs gehören nicht dauerhaft ins Treppenhaus. Sie stellen, juristisch betrachtet, eine BeeintrĂ€chtigung des Fluchtwegs dar. Es gibt jedoch eine Relativierung dieses Verbots: Bei schlechtem Wetter dĂŒrfen nasse Schuhe vorĂŒbergehend auf der Fußmatte abgestellt werden.

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Kinderwagen und Rollatoren
Sofern kein Fahrstuhl vorhanden ist oder der Kinderwagen nicht in den Aufzug passt, darf ein Kinderwagen vorĂŒbergehend im Flur abgestellt werden. Streng betrachtet muss er abends, nachts und wenn er nicht gebraucht wird, in die Wohnung geholt oder in einem sonstigen geeigneten Stellraum (sofern vorhanden) abgestellt werden. Auch ist es jungen Eltern, die in einer höheren Etage eines Hauses ohne Fahrstuhl leben, nicht zuzumuten, dass sie den Wagen stets nach oben tragen.
Ähnlich sieht es bei Rollatoren oder RollstĂŒhlen aus. Ist ein Mieter auf diese Gehhilfen angewiesen, darf er sie im Treppenhaus abstellen. Die Sicherheit der Mitbewohner muss aber gewĂ€hrleistet sein. Damit ausreichend Platz fĂŒr weitere Kinderwagen oder Gehhilfen anderer Bewohner ist, mĂŒssen Gehhilfen gegebenenfalls zusammengeklappt werden.

Bilder und Pflanzen
Persönliche Dekoration, wie Bilder oder Pflanzen, haben im Treppenhaus nichts verloren. Wenn Mieter ihre Bilder im Flur aufhĂ€ngen oder die WĂ€nde im Treppenhaus mit Postern oder Wandtatoos dekorieren möchten, weisen Gerichte diese WĂŒnsche in der Regel ab. Gleiches gilt fĂŒr Pflanzen.

FahrrÀder
Nicht erlaubt ist das Abstellen von FahrrĂ€dern im Treppenhaus. Viele Gerichte kommen in ihren Urteilen zum Schluss, dass es Mietern zugemutet werden kann, ihre Transportmittel im Keller oder in der eigenen Wohnung abzustellen. Das Sicherheitsrisiko durch abgestellte FahrrĂ€der im Treppenhaus bewerten die Gerichte als groß.

Diese Verbote sind legitim
Generell gilt: Der Hausbesitzer bestimmt, wie das Treppenhaus genutzt werden darf. FĂŒr den EigentĂŒmer ist es entscheidend, dass der Wert seiner Immobilie erhalten bleibt. Und die Beschaffenheit von Gemeinschaftseigentum fliest mit in eine Wohnungsbewertung ein. Sicherheit geht immer vor, und deswegen mĂŒssen Flucht- und Rettungswege frei bleiben. Verbote fĂŒr Topfpflanzen, Fotos und Bilder, 
SchirmstĂ€nder, SchuhschrĂ€nke, Kommoden sowie Garderoben sind daher legitim und können in der Hausordnung oder auch im Mietvertrag vermerkt sein.

Extreme GerĂŒche
Im Treppenhaus und im Aufzug kann außerdem ein Rauchverbot verhĂ€ngt werden. Wer nicht zu Hause rauchen möchte, geht am besten vor die TĂŒr oder auf den Balkon. Auf dem Balkon ist das Rauchen erlaubt. - Noch, denn in diesem Punkt sind die Deutschen in den letzten Jahren sensibler geworden. Extreme KochgerĂŒche mĂŒssen stattdessen hingenommen werden und berechtigen nicht zu einer Mietminderung.

Auf gute Nachbarschaft
Im Zweifelsfall kann es hilfreich sein, den Vermieter beim Aufstellen bestimmter Dinge im Treppenhaus um Erlaubnis zu fragen. Allerdings sind Mieter dann noch nicht davor gefeit, dass zum Beispiel Nachbarn gegen abgestellte MöbelstĂŒcke im Treppenhaus klagen können. Gestehen Sie sich ein: Warum sollten Sie Nachbarn mit Dingen belĂ€stigen, die Sie selbst nicht in Ihrer Wohnung haben wollen? Das Treppenhaus ist sozusagen die Visitenkarte eines Hauses. Wenn neben dem Kinderwagen auch noch Roller, Bobbycar, Schlitten, Altpapier und Altglas, eine ausladende Pflanze und der gelbe Sack dauerhaft abgestellt werden, wird es den meisten Mitbewohnern zu bunt. Muten Sie Ihren Nachbarn das nicht zu, selbst wenn der Platz im Treppenhaus es zulĂ€sst.

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