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10 Fehler, die Sie beim Homeoffice vermeiden sollten

23/09/2017 16:18 CEST | Aktualisiert 23/09/2017 16:18 CEST

Wer von zu Hause aus arbeiten möchte, benötigt nicht nur ein hohes Maß an Selbstorganisation. Auch die Atmosphäre und die technische Ausstattung müssen stimmen, damit man effizient, konzentriert und störungsfrei arbeiten kann.

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Ein Homeoffice sollte gut vorbereitet sein. So muss nicht nur der Arbeitgeber mit dem Heimarbeitsplatz einverstanden sein, auch die Familie (und ggf. sogar der Vermieter) sollte frühzeitig in die Planung eingebunden werden und sich nicht eingeschränkt bzw. belästigt fühlen.

Wichtig ist außerdem, Kollegen, Geschäftspartnern und Kunden zu vermitteln, dass Homeoffice nicht gleichbedeutend ist mit „jederzeit verfügbar". Wie im Büro gelten auch zu Hause gesetzlich festgelegte Höchstarbeitszeiten.

Hat sich das Arbeiten von zu Hause aus aber eingependelt, dann bietet ein funktionierendes Homeoffice viele Vorteile. Bereiten Sie sich darum gut darauf vor und meiden Sie folgende zehn Fehler:

1. Kein klar definierter Arbeitsraum

Eine ruhige Atmosphäre ist die Grundvoraussetzung für Effektivität. Arbeiten Sie nicht beim Ferngucken oder beim Chillen auf der Couch, sondern bestimmen Sie einen Bereich (es muss kein ganzes Zimmer sein), in dem Sie ungestört und ohne äußere Ablenkung arbeiten können.

2. Schlechtes Mobiliar

Die wichtigsten Möbelstücke eines jeden Büros sind Schreibtisch und Bürostuhl. Hierbei sollte nicht gespart werden. Ein robuster Tisch ist am Arbeitsplatz Gold wert. Er sollte Möglichkeiten bieten, Kabel und technische Ausstattung sicher zu positionieren, damit niemand darüber stolpert. Ebenso wichtig ist der Stuhl. Die richtige Wahl trägt nicht nur zum Sitzkomfort bei, sondern beugt langfristig auch Schmerzen im Rückenbereich vor, wie sie viele Büroarbeiter häufig plagen.

3. Mangelhafte Beleuchtung im Arbeitsbereich

Die richtige Beleuchtung hat einen entscheidenden Einfluss auf Ihre Arbeit und Ihre Gesundheit. Wer das missachtet, kann Kopf- und Augenschmerzen bekommen. Steht der Schreibtisch frontal vor dem Fenster, dann kann die Sonne schnell blenden. Hat man die Sonne im Rücken, spiegelt sie sich mitunter im Bildschirm des Computers. Am besten ist eine seitliche Ausrichtung des Schreibtisches, sodass man zwar unter natürlichem Tageslicht arbeiten kann, aber nicht allzu sehr gestört wird. An dunklen Tagen benötigt man am Arbeitsplatz auch eine gute Lampe.

4. Technische Probleme

Stellen Sie sicher, dass Ihr Homeoffice den technischen Anforderungen gerecht wird. Elementar sind ein ein Computer mit Internetanschluss und ein Telefon. Möglicherweise könnte außerdem ein Faxgerät , Drucker und Scanner notwendig werden.

5. Anfallende Kosten wurden nicht mit dem Arbeitgeber abgestimmt

Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wer die notwendigen Arbeitsmittel (PC, Büromöbel usw.) zur Verfügung stellt und wie die Kosten verrechnet werden (zum Beispiel Telekommunikationskosten).

6. Ablenkungen durch Familie oder Freunde

Wenn Sie im Homeoffice tätig sind, dann setzen Sie klare Grenzen zwischen Beruf und Privat. Bitten Sie Familie und Freunde, Sie so zu behandeln, als wären Sie tatsächlich im Büro. Ansonsten laufen Sie Gefahr, Ihre Aufgaben aus den Augen zu verlieren. Während der Arbeitszeit sind Hausarbeiten wie Geschirrspülmaschine ausräumen, Wäsche waschen etc. tabu.

7. Keine festen Arbeitszeiten, keine Pausen

Setzen Sie feste Anfangs- und Endzeiten für Ihren Arbeitstag fest, die Sie konsequent einhalten. Ihre Kollegen wissen dann, wann Sie erreichbar sind. Und auch Ihre Familie kann sich darauf einstellen. Die klare Abgrenzung zwischen Arbeitsleben und Privatleben ist darüber hinaus wichtig, damit Sie mental gesund bleiben.

Wie im Büro sollten Sie auch daheim Pausen machen. Auch aus diesem Grund ist ein klar definierter Arbeitsbereich von Vorteil: In der Pause verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz und können sich an einem anderen Ort erholen, zum Beispiel im Garten, im Wohnzimmer oder dem Café nebenan. Nach der Pause, die Ihnen die Möglichkeit gibt, den Kopf wieder freizubekommen, können Sie mit neuer Energie an Ihre Aufgaben im Homeoffice gehen.

8. Unerwarteter Besuch von Chef und Kollegen

Würden Sie es akzeptieren, dass Ihr Chef oder Ihre Kollegen Ihnen einen Besuch abstatten? Bei einigen Aufgaben könnte das durchaus der Fall sein. Verarbeiten Sie beispielsweise im Homeoffice personenbezogene Daten, die unter den Datenschutz fallen, dann muss der Arbeitgeber die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vor Ort überprüfen.

Denn so werden die Datenschutzvorschriften eingehalten. Auch wenn Sie regelmäßig im Homeoffice arbeiten, darf eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Ihnen vorbeischauen. Allerdings können Sie vertraglich festlegen, dass solche Besuche frühzeitig angekündigt werden.

9. Fehler in der Einkommensteuererklärung

Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wichtig ist, dass das Homeoffice den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Wer das häusliche Arbeitszimmer nicht so gut wie ausschließlich beruflich nutzt, darf Kosten dafür auch nicht anteilig von der Einkommenssteuer absetzen.

Wird ein Homeoffice zu mindestens 90 Prozent beruflich genutzt, können Berufstätige Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen. Wer nur zeitweise in dem Zimmer arbeitet und es ansonsten zum Beispiel als Gäste- oder Spielzimmer für die Kinder nutzt, geht leer aus.

10. Stress mit dem Vermieter

Ob ein Vermieter Homeoffice verbieten darf oder dulden muss, war schon oft eine Frage für die Gerichte. 2009 hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein Grundsatzurteil gefällt, wobei die Außenwirkung der geschäftlichen Tätigkeit das wichtigste Kriterium ist. Die Karlsruher Richter hatten entschieden, dass ein Vermieter freiberufliche oder gewerbliche Aktivitäten seines Mieters in der Mietwohnung nicht grundsätzlich erlauben muss, wenn die Tätigkeit nach außen hin sichtbar ist.

Eine Nutzung sei jedoch zu dulden, wenn andere Mieter nicht gestört und die Wohnung nicht mehr als bei normalem Wohnen abgenutzt wird. Was erlaubt ist und was der Vermieter untersagen kann, hängt also davon ab, wie viel die Nachbarn von der geschäftlichen Tätigkeit mitbekommen.

Ablehnen kann der Vermieter eine Genehmigung außerdem dann, wenn durch die berufliche Tätigkeit eines Mieters die Hausordnung verletzt wird. Ein Musiker, der in seiner Wohnung Musikunterricht geben möchte, darf also keine Duldung voraussetzen. Auch wenn der Mieter laute Maschinen einsetzt, kann der Vermieter die Arbeit in der Wohnung verbieten.