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Home Staging für Problem-Immobilien

03/06/2017 17:02 CEST | Aktualisiert 03/06/2017 17:03 CEST

Immobilien, insbesondere in Großstädten, verkaufen sich derzeit wie geschnitten Brot. Die Zinsen sind niedrig und die Deutschen investieren außerordentlich gerne in Betongold. Was aber, wenn sich die eigene Immobilie als Ladenhüter entpuppt? Home Staging könnte eine Lösung sein.

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Home Staging ist die Inszenierung der Immobilie mit Möbeln und Accessoires speziell für den Verkauf. Ursprünglich von Filmleuten in den USA entwickelt, erfreut sich der Trend auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund: Immobilien, die von einem „Stager" professionell vorbereitet wurden, verkaufen sich schneller, und es kann ein bis zu 15 Prozent höherer Verkaufspreis erzielt werden. Gerade Eigentümer von Problem-Immobilien können sich den neuen Trend zunutze machen und die Vorteile ihrer Immobilie ganz gezielt in Szene setzen.

Gemeinsam zum Erfolg

Viele Makler arbeiten mittlerweile mit professionellen Home Stagern zusammen. Aber auch für diejenigen, die ihre Immobilie in Eigenregie, also ohne Makler, verkaufen wollen, kann Home Staging äußerst sinnvoll sein.

Die Kontaktaufnahme zu einem Home Stager sollte so früh wie möglich erfolgen. Warum? Weil bereits die Fotos, die der Eigentümer (oder der Makler) für die Immobilienanzeige und für das Exposé erstellen, einen optimalen Eindruck vermitteln sollten. Ansprechende Fotos wecken bei Kaufinteressenten mehr Aufmerksamkeit. Folgen daraufhin Besichtigungen, können Immobilien mit Wohlfühl-Atmosphäre wesentlich leichter Wohnwünsche hervorrufen.

Wie arbeitet ein professioneller Home Stager?

Home Stager richten eine Wohnung nicht einfach nur „chic" ein, sondern sie vermitteln gezielte Botschaften, indem sie das direkte Umfeld miteinbeziehen: Befindet sich ein Golfplatz nur wenige Kilometer von der Immobilie entfernt, so bietet es sich an, Golfschläger in die Wohnung zu stellen.

Ein Rentner-Ehepaar will sein zu groß gewordenes, familiengerechtes Haus verkaufen? Dann wird zumindest einem Raum freundlicher Kinderzimmer-Charme verliehen, auch wenn seit Jahrzehnten kein Kind mehr in dem Haus gelebt hat. Das muss keine komplette Einrichtung sein. Ein Kinderbett, ein Regal, ein bunter Läufer und ein paar gezielt positionierte Spielsachen oder Kinderbücher können schon ausreichend sein. Und bevor Exposé-Fotos vom Garten gemacht werden, wird dort beispielsweise kurzfristig ein kleines Planschbecken aufgestellt.

Die Auswahl der Möbel nehmen Home Stager sehr durchdacht vor. Stylische Designermöbel passen in den meisten Fällen eher in das Loft einer Großstadt und weniger in das Wohnzimmer eines Einfamilienhauses auf dem Land.

Mit Home Staging Maßnahmen werden gezielt Käuferzielgruppen angesprochen, und starke Verkaufsargumente fließen direkt in die Deko ein.

Home Staging nur für Luxus-Immobilien?

Auf dem ersten Blick entsteht schnell der Eindruck, Home Staging lohne sich nur für exklusive Immobilien. Dem ist aber nicht so. Natürlich möchte jeder Käufer die tollste Immobilie wie möglich kaufen, aber das erlaubt der Geldbeutel nur in wenigen Fällen. Umso größer und überzeugender fällt die Überraschung aus, wenn ein Haus dank gezielter Einrichtung und Atmosphäre einen besonderen Eindruck hinterlässt, der Interessenten inspiriert und gleichzeitig Raum für eigene Ideen bietet. Home Staging ist also auch für Immobilien, die keinen optimalen Grundriss haben oder sich nicht in allerbester Lage befinden, geeignet.

10 Home Staging Tipps

Auch wer keinen professionellen Home Stager engagiert, kann seine Immobilie gezielt und professionell für den Verkauf vorbereiten:

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1. Gewinnen Sie Abstand von der Immobilie

Betrachten Sie die Immobilie mit einer gewissen Distanz. Spätestens jetzt sollte Ihnen klar sein, dass die Immobilie (bald) nicht mehr Ihr Zuhause ist. Welchen Eindruck macht Ihr Haus auf Außenstehende?

2. Definieren Sie die Zielgruppe

Wer könnte sich in Ihrem Haus wohlfühlen? Wen spricht die direkte Umgebung an? Für welche Käufergruppe ist Ihre Immobilie interessant? Richten Sie Dekoration und Einrichtung auf diese Zielgruppe aus.

3. Entpersonalisieren Sie die Immobilie

Präsentieren Sie Ihre Immobilie so neutral wie möglich. Entfernen Sie Fotos von Ihrer Familie, religiöse oder politische Symbole oder Bilder. Ihre Wohnung sollte jetzt eher Hotel-Flair aufweisen als Ihre persönliche Familien-Geschichte widerspiegeln.

4. Ordnen Sie den Zimmern Funktionen zu

Wenn Sie für die einzelnen Räume Funktionen definieren, wird es Kaufinteressenten bereits bei der Sichtung der Fotos in Ihrer Anzeige leichter fallen, sich zu orientieren und das Gebäude mit Leben zu füllen.

5. Nehmen Sie Schönheitsreparaturen vor

Kleine Schönheitsreparaturen lohnen sich, denn sie sind günstig und werten ein Objekt auf. Also prüfen Sie, wo Verbesserungspotential steckt. Sind Kabel zu sehen, können Sie diese verstecken. Defekte Fußleisten oder Türgriffe sollten ersetzt werden. Verzichten Sie auf Schönheitsreparaturen, kann es schnell den Eindruck erwecken, dass noch viel Arbeit und zusätzliche Geld in die Immobilie gesteckt werden muss.

6. Sind die Möbel ansprechend?

Wägen Sie ab, ob Sie Ihre Immobilie mit gezielt ausgewählten Leihmöbeln ausstatten, oder bleiben Ihre eigenen Möbel im Haus? Entscheiden Sie sich für Letzteres, dann begutachten Sie kritisch, ob die jetzige Position der Möbel vorteilhaft ist. Oft bewirkt bereits das Umstellen einiger Möbelstücke, dass besonders schöne Seiten des Hauses betont werden (wie die Sicht auf den großen Garten). Aufgeräumte, dezent möblierte Räume wirken größer und heller als vollgestellte Zimmer. Entfernen Sie daher so viele Gegenstände wie möglich, oder verstauen Sie sie in Schränken und Schubladen.

7. Dekorieren Sie dezent

Stehen die Möbel vorteilhaft, sollten Sie sich über die Dekoration Gedanken machen. Mit frischen Blumen, hübschen Kissen, neutralen Bildern, einer Schale mit Obst und ausgelegten Zeitschriften schaffen Sie Gemütlichkeit.

8. Pflegen Sie Auffahrt und Garten

Vergessen Sie nicht die unmittelbare Umgebung Ihres Hauses. Der erste Eindruck, den ein Interessent gewinnt, geht vom Vorgarten und der Haustür aus. Wirkt eine Immobilie ungepflegt, haben Interessenten oft keine Lust, sich das Haus von innen anzusehen bzw. sie betreten das Haus mit einer eher getrübten Haltung.

9. Vermeiden Sie Gerüche

Am Tag der Besichtigung gilt es, ein paar kleine Details zu beachten. Verzichten Sie kurz vor der Besichtigung am besten auf Kochen, Rauchen und entsorgen Sie den Müll rechtzeitig. Wenn Sie dann noch gründlich lüften, vermeiden Sie unangenehme Gerüche.

10. Sorgen Sie für Licht

Da hellere Räume größer wirken, ziehen Sie möglichst alle Jalousien, Rollos und Vorhänge hoch bzw. beiseite. Noch nie wurde eine Immobilie wegen zu viel Helligkeit verschmäht. In der dunklen Jahreszeit oder wenn die Besichtigung abends stattfindet, greifen Sie auf Lampen zurück. Mit gezielt ausgerichtete Strahler können Sie Akzente setzen oder Vorzüge fokussieren.

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