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Warum Zahnlücken gefährlich werden können

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ZAHNLUECKE
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Jeder achte Deutsche läuft mit einer Zahnlücke herum. Viele ahnen nicht, dass unbehandelter Zahnverlust später zu Problemen führen kann.

Vor allem im Frontzahnbereich sind Zahnlücken unangenehm. Sie stören das Erscheinungsbild, erschweren aber auch das Sprechen und Kauen. Deshalb zögern die Betroffenen selten, zum Zahnarzt zu gehen und die Lücke schließen zu lassen. Anders bei Zahnverlust im Seitenzahnbereich.

Bei manchen Patienten fällt die Lücke kaum auf, außerdem ist das Kauen dank der verbleibenden Backenzähne nicht ganz so schwierig. Und so beschließt so mancher Patient, den Zahnverlust klaglos hinzunehmen und mit seiner Zahnlücke zu leben. Doch das ist nicht immer eine gute Idee, denn manchmal treten die Konsequenzen einer Zahnlücke erst Jahre später zu Tage.

Harmlose Zahnlücken?

Zahnlücken können ganz harmlos sein, aber manche wirken sich negativ auf die Nachbarzähne aus. Mit den Jahren beginnen sie zu wandern und ganz langsam in die Lücke zu kippen. Dadurch entstehen kleine Nischen, in denen sich Speisereste verfangen - ein Paradies für Keime, die bei mittelmäßiger Zahnpflege Karies oder Parodontitis auslösen können.

Gleichzeitig führt die Verlagerung der Zähne zu einer falschen Belastung des Kieferknochens, der im schlimmsten Fall abgebaut wird und weiterem Zahnverlust Vorschub leistet. Oder die Zähne des gegenüberliegenden Kiefers wachsen ungebremst weiter.

Ein harmonischer Kiefer ...

... ist wichtig für unsere Gesundheit. Idealerweise sind alle Zähne funktionsfähig, gerade und stehen sich genau gegenüber, so dass Ober- und Unterkiefer beim Kauen in Kontakt treten, während die Kiefergelenke zentriert und die Muskeln in der Ruhephase entspannt sind. Fehlt ein Zahn, ist die Harmonie dieses Systems gestört.

Kommt es zu einer Funktionsstörung der Kaumuskulatur und des Kiefergelenks, kann sich das negativ auf den gesamten Körper auswirken. Weil der Kiefer in Verbindung mit dem Kopf und sogar dem Rücken steht, können diese Probleme Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen sowie Kopf- und Rückenschmerzen begünstigen.

Da diese Veränderungen ganz langsam vor sich gehen und zunächst keine Schmerzen verursachen, merkt der Betroffene zunächst nicht, was in seiner Mundhöhle passiert.

Zahnärztliche Kontrolle ist wichtig

Zähne neigen zum Wandern, auch Kopfschmerzen oder Tinnitus können die Folge von Zahnverlust sein. Ob eine Zahnlücke wirklich bedenklich ist, muss ganz individuell geklärt werden. Deshalb ist die zahnärztliche Kontrolle so wichtig. Der Zahnarzt findet anhand einer umfassenden Diagnostik heraus, wie es um die Zahnlücke bestellt ist.

Zahnersatz frühzeitig in Erwägung ziehen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Zahnlücke zu schließen. Je nach Anzahl der fehlenden Zähne kommen Prothesen, Brücken oder Implantate infrage. Implantate erfordern zwar einen kleinen operativen Eingriff, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Für implantatgetragenen Zahnersatz müssen die gesunden Nachbarzähne einer Lücke gegebenenfalls nicht beschliffen werden.

Wer sich für ein Implantat entscheidet, sollte nicht zu lange warten. Nach zwei bis drei Monaten beginnt der Körper, den Knochen unter dem fehlenden Zahn abzubauen. Dann ist die Implantation aufwendiger, da der Knochen wieder aufgebaut werden muss, um das Implantat tragen zu können.
Am besten lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten, welcher Zahnersatz für Sie infrage kommt. Übrigens: Selbst Implantate müssen nicht teuer sein, sorgen innovative Varianten wie Mini-Implantate oder Materialien von ausländischen Zahnlaboren doch für eine deutliche Kostensenkung.

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