BLOG

Eine offene Plattform fĂŒr kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Michael Sudahl Headshot

Wischen und Tippen: Wie Tablets Rednern helfen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TABLET
Thinkstock
Drucken

Technik ersetzt aber weder Inhalt noch PrÀsenz des Sprechers.

Tablets sind auf dem Siegeszug. Inzwischen haben sie Smartphones bei den mobilen Internetzugriffen ĂŒberholt. Im Beruf unterstĂŒtzen sie VortrĂ€ge, PrĂ€sentationen und GesprĂ€che. „Verstecken sollte man sich hinter seiner Technik aber nicht", rĂ€t Peter Flume zum sinnvollen Einsatz der neuen FlexibilitĂ€t. Der Rhetoriktrainer legt Tablet-Besitzern ans Herz, vor dem Einsatz im Vortragsraum nĂŒtzliche Anwendungen der flachen Multitalente einzuĂŒben.

„Hektisches Wechseln gezeigter Inhalte oder ratloses Herumtippen kommen auch beim Tablet nicht gut."

Gekonnt bedient, ermöglichen die Rechner im Magazin-Format den spielerischen Umgang mit vorbereiteten PrĂ€sentationen. „Ich muss nicht eine Folie nach der anderen zeigen oder bei Zeitnot vor den Augen des Publikums hektisch durchklicken", erklĂ€rt Flume.

RĂŒckfragen der Zuhörer bringen die geplante PrĂ€sentation nicht mehr durcheinander. Im Vorfeld zusammengestellte Hintergrundinformationen - auch Links - unterstreichen die Antworten. Weniger wichtige Folien ruft der Redner stattdessen einfach nicht auf. Die Zuhörer merken nicht, dass ursprĂŒnglich eine andere Reihenfolge vorgesehen war. Denn die verschiedenen Inhalte sind ausgebreitet auf dem handlichen Flatscreen - das Publikum sieht nur, was der Vortragende per Fingertipp zum Beamer schickt.

2015-01-21-PeterFlumeprsentiert5.jpg
Peter Flume kennt die PrÀsentationsfallen beim Reden mit dem Tablet.

Das PrĂ€sentationskonzept bindet Videos, Musik Bilder oder Texte und Tabellen problemlos in den Vortrag ein. Die Multimediadateien werden beim Abrufen direkt eingespielt - ohne vorherige Fummelei. Und unterschiedliche Datenformate wie bei Powerpoint mĂŒhsam zu integrieren entfĂ€llt.

„Der Charme dabei ist, dass es keine Zeitverzögerungen mehr gibt bei großen Datenmengen wie etwa Videos oder Musik"

, sagt der NĂŒrtinger Rhetorikprofi, der bei seinen PrĂ€sentationen nicht mehr auf das Tablet verzichten mag. Zuhörer schĂ€tzen es, dass der Redner nicht mehr zum Laptop lĂ€uft oder ihnen gar den RĂŒcken zuwendet, um zu sehen, was gerade fĂŒr alle sichtbar ist.

„Der Redner muss seinen Kontakt zum Publikum nicht mehr unterbrechen, sondern hat es sozusagen stets im Auge", sagt Flume. Er findet es zudem wichtig, dass der Vortragende vor dem Wechsel des projizierten Inhalts weiß, was als nĂ€chstes kommt: „Ein Blick auf den Bildschirm in der Hand zeigt mir die nĂ€chste Folie, meine Notizen und optionale Begleitinformationen."

Bei aller Begeisterung fĂŒr die mobilen Screen-Rechner weist Flume darauf hin, dass ihre technischen Möglichkeiten nicht ĂŒberstrapaziert werden dĂŒrfen:

„Wenn die Tatsache, wie der Redner sein iPad handhabt mehr fasziniert als der Vortrag selbst, dann lĂ€uft etwas falsch."

Und zu viele Medieneinspielungen ermĂŒden. Ihr sparsames, gezieltes Aufrufen hingegen lockert die PrĂ€sentation auf. Auf keinen Fall seien die elektronischen Alleskönner Ersatz fĂŒr fehlenden sprachlichen und körpersprachlichen Ausdruck beim Vortrag.

Wer sein Publikum begeistert, obwohl er nur ein paar Karteikarten wĂ€hrend der Darbietung in der Hand hĂ€lt, könne ruhig dabei bleiben. „Richtig eingesetzt bereichern und erleichtern Tablets jedoch die PrĂ€sentation komplexer Inhalte", fasst der Rhetorikprofi das Potential der jungen Technik zusammen.

Schnelle Nachrichten, spannende Meinungen: Kennen Sie schon die App der Huffington Post?

Sie können sie rechts kostenlos herunterladen.

Get it on Google Play



Video: Das neue iPad Air 2: Das dĂŒnnste Tablet der Welt