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So schalten Sie den Karriereturbo ein

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BUSINESS
Ezra Bailey via Getty Images
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Die offene Stelle als Projektleiter hat überraschend eine Kollegin bekommen. Oder die täglichen Routine-Aufgaben killen die Motivation. Frust und Langeweile am Arbeitsplatz geht oft einher mit dem Stocken der eigenen Karriere. Wer spürt, dass der Jobmotor stottert, sollte Bilanz ziehen. Online-Plattformen checken Marktwert.

Eine Typ-Frage

Ähnlich einem Kapitän auf hoher See, sollten sich Karrieristen immer wieder verorten. Wahrzunehmen, welcher Karrieretyp man ist - ob schneller Turbo oder eher der gemütliche Cruiser - ist der erste Schritt.

Danach gilt es festzustellen, was einem persönlich im Job wichtig ist (Geld, Wertschätzung, geregelte Arbeitszeit, Spaß,...). Hilfreich ist es hierbei, befreundete Kollegen oder die Familie zu befragen. Feedback aus mehreren Perspektiven zur persönlichen Situation gibt ein klareres Bild zur Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Was weg muss

Im nächsten Schritt sollten Job-Unzufriedene ihre Aufgaben analysieren. Wie hoch ist der Anteil an Routinejobs? Welche Arbeiten erledige ich ungern? Diese können vielleicht verschlankt oder delegiert werden, so dass mehr Zeit bleibt, sich um neue Projekte zu bewerben oder Kunden zu gewinnen.

Dabei zu prüfen, wie realistisch die Aufstiegschancen im Unternehmen sind, ist ebenso eine Pflichtübung. Werden demnächst interessante Stellen frei, zeichnen sich Perspektiven in anderen Firmenbereichen ab - oder stoßen sich Talente regelmäßig an der Betondecke, um sich dann außerhalb etwas Neues zu suchen?

Matching-Portale nutzen

Parallel ist es hilfreich, seinen Marktwert zu testen. Inzwischen bieten Onlineportale wie Instaffo ähnlich den Dating-Plattformen wie Tinder ein Job-Matching an.

Einfach das Xing- oder LinkedIn-Profil mit der Karriereseite verbinden und schauen, welche Jobangebote hereinflattern. Ist ein interessantes dabei, kann ohne Druck und anonym ein Vorstellungsgespräch vereinbart werden. Besonders hilfreich ist ein visueller Persönlichkeitstest, den das Heidelberger Start-up anbietet.

Denn stottert der Karrieremotor kann es an fehlenden Softskills liegen

Bewerber bekommen so einen Eindruck zu ihrem Wirken und können dann gezielt mit dem Ergebnis arbeiten. Etwa, indem sie an ihrer Frusttoleranz feilen oder das Zugehen auf Mitmenschen in Trainings üben.

Denn stottert der Karrieremotor kann es an fehlenden Softskills liegen. Vor allem IT´ler neigen dazu, introvertiert zu arbeiten oder müssen Personalführung erst lernen. Gut ist es deshalb, die eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Wer bisher kein Teamspieler war, muss das nicht bleiben. Vielmehr lassen sich Charaktereigenschaften trainieren. Erster Schritt ist aber, sich seiner vermeintlichen Schwächen bewusst zu werden, um sie angehen zu können - beziehungsweise nach Wegen zu suchen, mit ihnen umzugehen, statt sie zu ignorieren.

In Verantwortung gehen

Selbstkritik ist der Schlüssel zur Verantwortung. Wie viel davon wurde einem bislang übertragen - Hintergrund ist Vertrauen. Wer sich jede Idee und jeden Euro absegnen lassen muss, dem vertraut der Chef womöglich wenig.

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Genießt etwa ein Programmierer hingegen einen gewissen Gestaltungsspielraum, dürfte sein Vorgesetzter ihm vertrauen. Wer nun den nächsten Karriereschritt anstrebt, sollte hier besonders genau hinschauen. Denn nur, wem bei bisherigen Aufgaben vertraut wird, dem trauen Personaler und Manager auch zu, kommende Aufgabe zu meistern.

Eigenmarketing

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen öffentlichen Auftritt (Xing & Co.) wiederum zwingt zur Reflektion und zum Update. Denn spätestens, wenn Dritte auf mein Profil gehen, sollten Daten und Fakten aktuell sein.

Gegebenenfalls ergänzt um Stärken und besondere Fachkenntnisse wie Programmiersprachen oder Zertifikate. Zum Eigenmarketing gehört schlussendlich noch dazu, sein Netzwerk zu aktivieren.

Welche Kunden oder Lieferanten suchen Leute, wer kennt hier wen, der bei einer Top-Firma arbeitet? Wichtig dabei zu wissen: Nicht hinter jedem Kontakt steckt das große Geschäft - aber jeder Kontakt kennt wiederum weitere Leute, die einen dem Karriereziel näher bringen können.

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