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Wacken 2015 : Schlamm, Kälte und viel gute Laune

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Foto: fotoglut.de

Großvater, erzähl mir eine Geschichte! Ok, also, es war einmal in ferner Vergangenheit ... Nein, keine von diesen Geschichten, eine ECHTE Geschichte!

Eine echte Geschichte? Na dann pass gut auf: Ende Juli 2015 pilgerten wieder zig tausende wackere Helden nach Schleswig Holstein um ihre jährliche Schlacht gegen Stumpfsinn und Gleichmacherei zu führen. Doch in diesem Jahr hatten sich die Mächte der Langeweile starke verbündete geholt. So schlug den tapferen Kämpfern schon auf dem Weg zum heiligen Acker der Regen des Untergangs entgegen und erschwerte Ihnen das Vorankommen.

Es verwandelte den Platz der Entscheidung in eine Sumpf,- und Seenlandschaft in der viele der Recken ihr weniges Hab und Gut verloren. So wanderten viele durch den steten Regen Richtung Dorf um sich bei den zahlreichen Händlern mit dem wichtigsten einzudecken, Freunde vergangener Zeiten zu treffen und sich gegenseitig Mut zu machen, durchzuhalten.

In der Dorfkirche versammelten die Haudegen Ihre Recken um sich und schworen sie mit viel Spaß und Gesang auf die nächsten Tage ein. In den Zelten auf dem Ground taten es Ihnen zahlreiche Musikerkollegen aus aller Welt gleich und so ging man frohen Mutes zu seinen Lagerstätten zurück.

Doch in der Nacht vor Beginn der Schlacht schickten dann die Heerscharen des Verderbens die Sintflut und versuchten den frisch gewonnen Mut wieder wegzuspülen. Sie machten damit auch vielen noch anreisenden die Wege um so schwerer. Doch der Morgen graute und die Sonne kämpfte tapfer gegen die dunklen Wolkenmassen an.

Um 15 Uhr schickten dann die ersten Kämpfer der guten schwarzen Masse ihre Klänge über den heiligen Acker und Skyline eröffneten die Endschlacht. Immer wieder von Regenmassen überschüttet ließen sich die wackeren Recken in Schwarz aber nicht davon abhalten ihre Helden zu feiern.

Und so konnte die Bundeswehr angeführt von U.D.O. musikalisch den ersten Sieg erringen, bevor In Extremo ihre Klänge dem Himmel entgegen schallen ließen. Rob Zombie gefolgt von Savatage mit dem Trans Sibirien Orchestra im Gepäck rundeten diesen Tag ab. Erste Erfolge zeigten sich, der Regen ließ nach.

Kaum waren die Klänge erklungen schlugen die Mächte der Gleichmacherei zurück und übergossen die wieder etwas mutiger gewordenen Kämpfer mit weiteren Regenmassen.
Das tat aber der Stimmung keinen Abbruch, in den kleineren Zelten ging die Feier bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Und so erblickten die übrig gebliebenen Kämpfer am nächsten Tag ein Feld aus Schlamm und Wasser. Doch tapfer wateten sie wieder zum Platz des Geschehens und ließen sich von Epica auf den Tag einstimmen. Bevor Sepultura den Weg ebneten damit man At the Gates ankommen konnte.

Queensryche, Opeth und Dream Theater wärmten die Massen noch kräftig durch. Dann war Zeit für Black Label Society damit die Massen die Arme und Nacken locker machen konnten. Um dann gegen 22:30 alles In Flames zu stecken, was sich ihnen noch entgegen stellen wollte.

Danach waren die Massen nicht mehr zu halten und Running Wild ging es zu the Boss Hoss, um anschließend wieder in den Zelten oder zur nächtlichen Party bei Karaoke und kalten Getränken zu verweilen.

In dieser Nacht holten die bösen Mächte noch einmal zum großen Schlag aus. Da die Sonne und die druckvollen Klänge die Wolken besiegt hatten, schickten sie Väterchen Frost in den Kampf.
Aber auch das überstanden die tapferen schwarzen Krieger in ihren Lagern.

Sie rückten Enger zusammen, teilten Ihre warme Habe mit denen, die Ihre Sachen verloren hatten, wärmten sich mit Feuern und Gesang. Hilfsbereitschaft aller orten. Keiner fragte, was man für sich raus holen konnte, alle fragten nur, wie kann man dir helfen!

Das verleitete Väterchen Frost zu einem großen Fehler. Da er keine Wolken mobilisieren konnte, schien der Vollmond um so heller über die eisige Landschaft aus Schlamm und Wasser.
Das rächte sich für die Heerscharen der Langeweile.

Nachdem Khold noch einmal das Motto der letzten Nacht auf die Bühne brachte, konnte Powerwolf, dank voller Energie durch den Vollmond, ihre Messe zelebrieren und mit lautem Haaahhhhh aus 70.000 Kehlen wurden die letzten verbliebenen Reste vom Feld gespült.

Nach der Powerwolfschen Druckbetankung mit Mut und guter Laune ging die Siegesparty richtig los. Skindred ließen auf der Partystage mit Ihren Klängen den Sommer auferstehen. Sabbaton umschifften die Unbillen des bösen Sounds auch noch und so war das Feld für Judas Priest bereitet, welche es hoch erhobenen Hauptes betraten und den Massen gaben, wonach diese dürsteten.

Craddle of Filth machten auf der Blackstage alles kurz und klein, während Santiano mit den Liedern von Liebe, Tod und Freiheit auf ihre Art die Wehmut einziehen ließen. Denn leider läuteten diese beiden Bands schon das Ende ein.

Subway to Sally schickten die tapferen Krieger dann auf die Heimreise. Aber mit dem Wissen, wir haben gewonnen!

Regen, Schlamm, Kälte und Wind können uns nicht aufhalten! Wir haben überlebt!
Großvater, wer waren diese tapferen Krieger?
Wer sie waren? Es waren die mudfighting METALHEADS vom Wacken 2015!!!

weitere Fotos findest du auf meiner Seite - fotoglut.de

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