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Monster Festival 2016

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Saltatio Mortis - Monsterfestival 2016 - fotoglut.jpg
Das FEK9 Monsterfestival erlebt seit Jahren eine Transformation. Vom 1-Tages-Deutschrock-Festival in kleinen Schritten zum 2 Tage Rock Monster. Wird das Risiko der Veranstalter belohnt? Geht das Konzept auf? Am 01. und 02. Oktober konnten wir uns davon vor Ort überzeugen.

Natürlich sind immer noch die Zugpferde des Deutschrock vor Ort. Seien es 9 mm Assi Rock oder Kärbholz die das Monsterfestival schließlich auch begründeten. Oder die, nicht minder Sehens.- und Hörenswerten, Aufsteiger der letzten Jahre wie die Bonkers oder Saitenfeuer, die mit „Ein wenig Farbe" gerade ein weit beachtetes Album auf den Markt brachten.

Daneben wurden dieses Jahr auch Leckerbissen aus dem Rockbereich serviert. Nitrogods, Psychopunch machen da einen guten Eindruck im Lineup und als Headliner konnte dieses Jahr niemand Geringeres verpflichtet werden, wie die Mittelalter-Rocker „Saltatio Mortis".

Aber der Reihe nach. Die erste Änderung betraf Tag 1 des Festivals. Er wurde vom Warm Up zum vollen Festivaltag umgebaut. Den Reigen der 10 Bands durfte „Unherz" eröffnen.
Konzert und Festival erprobt legten sie auch gleich los und ließen schnell vergessen, dass einige Festivalbesucher noch im Stau steckten oder ob der frühen Mittagsstunde den Auftakt im Zelt verschlafen haben.

So aufgewärmt durften dann die „Elbrebellen" die immer vollere Halle weiter zum Kochen bringen. Dass die Jungs erst seit 2015 aktiv sind, merkte man Ihnen in keiner Sekunde an. Wie alte Profis bereiteten sie das Feld, welches die schwedischen Punk Rocker von „Psychopunch" lustvoll übernahmen.

Zu einem Festival gehört auch Spass und die verbreiteten „King Kongs Deoroller" reichlich aus vollen Gläsern und fröhlichen Herzen.
Fürs Auge gabs dann die Hamburger „Rotz & Wasser" im Seemannsoutfit und auch mal wieder mit diversen nackten Tatsachen.

Jetzt war die Halle auf Touren und bereit für die harten Sachen. „Die Bonkers" aus Rostock fackelten nicht lange und ließen ein brachiales Rockgewitter über die Fans hereinbrechen.
Die Norweger von „The Carburetors" standen dem in Nichts nach und so war es schon erstaunlich, dass sich die Stimmung und Tanzwut der Fans zu „9mm ASSI Rock" noch einmal steigern ließ.
Völlig fertig ließ die feierwütige Meute den Abend dann mit der Onkelz Tribute Band „Stainless Steel" und dem After Show Party vom AGF Radio ausklingen.

Viele waren wohl noch von der rauschen Party am ersten Tag erschöpft und ein kleines Missverständnis am Eingang sorgten für einen merkwürdigen Anblick beim Auftritt der „Local Bastards". Die Eingänge zur Eventhalle öffneten sich genau in dem Moment, wo die ersten Klänge ertönten.

„Local Bastards" bewiesen in dem Moment jedoch das es Vollprofis auf der Bühne sind und legten los wie die Feuerwehr, was die eintreffenden Fans wohlwollen quittierten und den Ärger am Einlass schnell vergessen ließ.

Blessed Hellride legten noch eine Schippe drauf und brachten die Fans kräftig zum Schwitzen, bevor Saitenfeuer mit ihrem eher ruhigen Deutschrock den Nacken eine Verschnaufpause spendierten. Im Gegenzug wurden jedoch die Kehlen und das Tanzbein um so mehr gefordert.

„Harpyie" waren quasi die Eingewöhnung der Fans auf den späteren Headliner und überzeugten durch eine optische wie musikalische Darbietung ihrer Freakshow. Nur schade, dass es so dunkel war.

„Enorm" holten die Fans schnell wieder auf den Boden des harten Rocks zurück und brachten die Nacken zu kreisen. Ohne den Fans lange Zeit zu lassen sich zu erholen schlug dann die Axt aus der Provinz zu. Die „Goitzsche Front" machte von Anfang an klar, wieso sie als eine der besten Live Bands der letzten Jahre in dem Genre gilt.

Den Fans in der Halle wurde alles abverlangt und dabei ging es jetzt erst richtig los.
Nitrogods ließen soundtechnisch die alten Rockerzeiten wieder auferstehen.
Jetzt waren die Fans eigentlich schon restlos erledigt, aber keine Gande kennend kam jetzt die Zeit der Headliner.

Schon beim Intro von „Unantastbar" bebten die Massen in der Halle und feierten die Südtiroler enthusiastisch.

Die Crew des Festivals leistete danach ganze Arbeit, in Rekordzeit wurde die Bühne Komplet umgebaut und den „Circus Zeitgeist" verwandelt.

Die ganze Zeit stellten sich viele die Frage, wie reagiert das Publikum auf die für dieses Festival doch eher exotischen „Saltatio Mortis". Die Antwort war ganz einfach. Ekstatisch.
Das Intro von „Wo sind die Clowns" erklang und die Halle wackelte bedrohlich in den Grundfesten.

Wieso Alea den beinahmen „der Bescheidene" her hat, bekamen dann die Fans vor der Bühne und in der Halle nach dem Konzert hautnah zu erleben. Auf die Glückwünsche zu der geilen Show reagierte er fast so wie ein kleiner Schuljunge. Fast ungläubig und sichtlich ehrlich berührt nahm er die Glückwünsche der Fans und Presseleute entgegen, bevor die ganze Spielmannsmeute zum Merchstand wanderte. Quer durch die Halle und somit durch die Fans.
Unglaublich das es noch eine Steigerung gab. Aber „Kärbholz" hatten auch eine Art Heimspiel. Ein Wunder, das die Halle dieses Feuerwerk unbeschadet überstanden hat.

Diese 9te Auflage des Monsterfestivals machte richtig Spaß und somit große Vorfreude auf das nächste Jahr stattfindende Jubiläum.

Fotos von diesem Event gibt es bei Musikglut

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