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Glyphosat im Bier - das eigentliche Problem geht unter

25/02/2016 17:19 CET | Aktualisiert 25/02/2017 11:12 CET
Michael Stollmann

Alle regen sich auf, dass im Bier Rückstände von Unkrautvernichter auftreten und jammern, dass man gar nicht soviel Bier trinken kann, dass es gefährlich wird.

Aber: der eigentliche "Skandal", oder besser die eigentliche Botschaft, wird kaum beachtet. Wie kommt denn das Unkrautvernichtungsmittel ins Bier? Und ins Müsli und eigentlich überall rein, wo landwirtschaftliche Erzeugnisse verwendet werden?

In gewohnter Manier poltern einige wirtschaftsnahen Personen und Verbände gleich wieder los, dass das nur Panikmache sei, oder der Ruf des deutschen Bieres für eine Kampagne gegen Monsato und deren Produkt Glyphosat in den Schmutz gezogen wird.

Das Mittel wird seit Jahrzehnten ungehemmt eingesetzt, weltweit.

Der Brauerbund stellt auch noch mal fest, dass der Einsatz dieses Mittels beim Anbau der Brauereigerste in Deutschland verboten ist. Darüber hinaus müsste man schon 1000l am Tag trinken, damit man den Grenzwert überschreite.

Soweit, so gut. Irgendwie haben die ja alle Recht. Sowohl der Verein „Umweltinstitut München" als auch die Kritiker der Studie.

Woher kommt dann der Stoff im Bier?

Dies sollte sich gerade der Brauerbund einmal fragen, wenn doch der Einsatz des Mittels bei der Gewinnung von Brauereirohstoffen verboten ist. Hier kommen wir dann zum eigentlichen Problem, oder auch Skandal.

Das Mittel wird seit Jahrzehnten ungehemmt eingesetzt, weltweit. Es ist mittlerweile so stark in die Umwelt eingebracht worden, dass es sich selbst im Regenwasser befindet, also im natürlichen Wasserkreislauf.

Es nutzt also gar nichts, das Mittel nicht dort einzusetzen, wo es verboten ist, man wird einfach von seinen „Nachbarn" beglückt. Über die Folgen für die Umwelt (Pflanzen, Tiere, Menschen) gibt es Dutzende Studien. Je nachdem wer sie finanziert, kommen sie zu diametral gegensätzlichen Ergebnissen.

In Deutschland darf das Produkt übrigens ab 2017 nicht mehr verwendet werden, da die Freigabe ausläuft. Derzeit wird über die Verlängerung der Zulassung beraten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf micha.rocks

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