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Die apokalyptischen Reiter - Tief.Tiefer - CD-Review

30/05/2014 09:39 CEST | Aktualisiert 30/07/2014 11:12 CEST

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Ganz am Anfang, so vor 20 Jahren, da war es einfach mit den Reitern. Die haben Deathmetal gemacht und gut. Danach stürzte die Band Ihre Fans von einer Verwirrung in die Nächste. Die Band erfand sich von Album zu Album neu und blieben doch immer irgendwie erkennbar.

Und jetzt steht Tief.Tiefer in den Regalen.

„Das Verwischen von Grenzen und musikalische Gesetze aushebelnde Symbiosen. »Tief.Tiefer.« kann und will alles. Es pusht gleichermaßen den Indie-Röhrenjeansträger, den Metal-Addict und den lasergeflashten Elektroanhänger. Es salbt den Freigeist, tröstet den Klagenden. Und es bringt einem zum Strahlen. Weil es maßlos ist."

So schreibt es Nuclear Blast in die Presseinfo zu der CD.

Und Volk-Man gibt im Interview mit DasRockt! (3/14) zu Protokoll, das sie „wohl tatsächlich so ziemlich die schlimmste Lieblingsband sein können, die man sich vorstellen kann. „

Welchem Reitermaniac das noch nicht genug Warnung war, der bekommt 75 Minuten lang die volle Ladung apokalyptische Reiter Kreativität auf die Ohren, wie man sie noch nie gehört hat, aber dennoch sofort als eigentlich typische Reiter-Musik erkennt.

Mit „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" marschiert die CD gleich mit vollem Druck los und ist wohl noch als typisch für die Band zu bezeichnen, ebenso wie das ruhige verträumte Lied über „ein Leichtes Mädchen". „Was bleibt" kombinierte dann auch schon mal den Reitertypischen Metal mit Technoklängen.... Die Ballade „Ein Vöglein" zeigt einmal mehr, welche Gesangsqualitäten in Fuchs stecken.

Die Texte sind ebenso wenig leichte Kost wie die Musik. Mit spitzer Feder und extremer Wortgewandtheit werden hier gesellschaftskritische Texte zu gehör gebracht, wie sie auch in literarisch wertvollen Büchern zu finden sein können.

Und nun geht es Tiefer... Auf CD ziehen die Reiter dann alle Musikalischen Register und werden Akustisch. Streicher, Trompeter, Big Band ein unglaublich stimmgewaltiger Fuchs, die CD zeigt einfach das die Reiter jetzt wirklich alle Genregrenzen gesprengt haben, und eigentlich zu viel Ideen und Potenzial haben, um nur eine Band zu sein.

Bemerkenswert ist, wie die eigenen älteren Lieder in diesem Klanggewand noch mal an Tiefe deutlich zunehmen und die Themen so noch präsenter rübergebracht werden.

Dieses Doppelalbum wird die Fans mal wieder spalten, die einen werden sagen, wo sind die Reiter, die anderen werden ob der musikalischen Genialität dieses Album und die Band gleich mit, auf den höchsten Olymp heben. Und beide Seiten haben irgendwie recht.

VÖ: 30. Mai 2014

Label: Nuclear Blast

Band: die apokalyptischen Reiter

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