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Wie sich das Bewusstsein auf den Körper auswirkt

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Kennen Sie das auch? Man ist mit Freunden unterwegs, um Blaubeeren zu suchen. Nach einer halben Stunde haben einige in der Gruppe die Körbchen bereits halb gefüllt und Sie haben überschaubare sechs oder sieben Beeren gesammelt. Ganz schön frustrierend.
Aber Sie geben nicht auf und nach einer halben Stunde hat sich das Blatt gewandelt. Sie suchen - und finden - wie ein Profi. Ihr Auge hat mittlerweile genau erfasst, wonach es schauen muss. Großartig - und die „Beute" schmeckt hervorragend.

Ich kenne eine Reihe von Menschen, die ebenso hingebungsvoll nicht nach Blaubeeren, sondern nach Gesundheit suchen. (Verstehen Sie mich richtig, ich setze die beiden Themen nicht als gleichwertig nebeneinander. Dazu ist Gesundheit viel zu wichtig.)
Aber diese Menschen berichten mitunter auch, dass sie schon überall gesucht und oft nur Enttäuschungen gefunden haben. Aber dann, eines Tages, womöglich einen neuen Weg entdecken, der für sie funktioniert.

So rief mich vor einem halben Jahr eine Frau an, die über eine allgemeine Schwachheit und Müdigkeit berichtete und zugleich immer mal wieder Schmerzen hatte. Dann hatte sie einen meiner Zeitungsartikel gefunden, in dem ich davon geschrieben hatte, dass ich eine eventuell abweichende Auffassung vom Menschen habe. Und dass diese Betrachtungsweise sich auch auf die Gesundheit positiv auswirken könne.

Kurz gesagt hatte ich beschrieben, dass ich meinen Blick weniger auf den Körper lenke und stattdessen beobachte, wie sich das Bewusstsein auf den Körper auswirkt. Warum das so ist? Weil der Mensch eben nicht nur aus Blut, Knochen, Organen, Nerven usw. besteht, sondern zu seinen unübersehbaren Eigenschaften gehören Werte wie gedankliche Beweglichkeit, die Empfänglichkeit für Achtung, Ehrlichkeit und Wertschätzung und das Zusammenwirken von beispielsweise Offenheit für neue Ideen, Kreativität und ein Gespür für ein umsichtiges Miteinander.

Wer plötzlich in diese Richtung blickt, wird schnell Wirkungen einer solchen Betrachtungsweise erleben. So kann Heilung eintreten. Das kann eine noch größere Freude auslösen als ein ganzes Körbchen Blaubeeren - und natürlich ist es ungleich wichtiger. Oben genannte Frau hat diese Wirkung auch erlebt. Zwei Wochen nach ihrem ersten Anruf fühlte sie sich erfrischt, hatte Freude am Alltag und war schmerzfrei. Sie hat den veränderten Fokus ihrer Gedanken ganz direkt gespürt.

Diese Bewusstseinshaltung, sozusagen die eigenen Gedanken zu hüten und zu pflegen, wurde kürzlich in einem Beitrag in der Süddeutschen Zeitung (22. 3. 2014, „Gift für alle") deutlich, wo es hieß: „Je gesünder eine Gesellschaft wird, desto kränker fühlen sich die Menschen." Der amerikanische Forscher Arthur Barsky hatte schon 1988 in einem viel zitierten Beitrag dieses „Gesundheits-Paradoxon" beschrieben.

Für mich ist das der klare Hinweis, nicht alles, was über schädliche Einflüsse berichtet wird, unbedingt für bare Münze zu nehmen, sondern sich selbst zu prüfen, was man als Realität im eigenen Denken zulässt. Damit wird nicht gesagt, Schadstoffe zu ignorieren oder alles zu akzeptieren, was einem beispielsweise als Nahrungsmittel angeboten wird. Da ist Wachsamkeit sicher richtig.

Aber genauso gilt: Ich trage zu meiner Gesundheit auch dadurch bei, dass ich die Tatsache besser nutze, dass der Mensch eben auch Produkt seiner Gedanken bzw. seiner Einstellung ist. Und da ist der ausschließliche Blick auf den Körper eben nicht immer der beste Ratgeber.

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