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Über die soziale Verantwortung von Unternehmen

22/01/2016 15:41 CET | Aktualisiert 22/01/2017 11:12 CET
dpa

Es gibt Modewörter, die bei Gesprächen hier in Davos oft verwendet werden: Engagement der Privatwirtschaft, öffentlich-private Partnerschaften, Partnerschaften der Interessengruppen und so weiter. In der Tat hat sich das globale wirtschaftliche Gleichgewicht verändert und die heutige Welt ist stärker vernetzt als je zuvor.

Es besteht kein Zweifel mehr über die zentrale Rolle des Privatsektors in einer nachhaltigen Entwicklung. Die Botschaft der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist eindeutig: Extreme Armut beenden, Ungleichheit und Ungerechtigkeit bekämpfen und unseren Planeten schützen. Dafür benötigen wir eine Vielzahl von Partnern, darunter Regierungen, Zivilgesellschaften und die Privatwirtschaft.

Die Initiative "the Global Compact" ermutigt Unternehmen weltweit, eine sozial verantwortliche Haltung einzunehmen.

Im Jahr 2000 starteten die Vereinten Nationen "the Global Compact". Die Initiative ermutigt Unternehmen weltweit, eine sozial verantwortliche Haltung einzunehmen und verpflichtet sie, Grundsätze der Menschenrechte einzuhalten sowie internationale Arbeitsnormen und Korruption zu bekämpfen.

„The Global Compact" hat sich mit mehr als 8.000 Unternehmen in 160 Ländern zusammengetan. Kürzlich, im Rahmen der COP21 in Paris, haben sich viele Unternehmen auch im Klimaschutz engagiert und festgelegt: Entweder Ziele zu etablieren, um ihre Emissionen zu reduzieren oder die Energiewende zu finanzieren.

Viele CEOs haben erkannt, dass sie eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz und für den Planeten spielen, aber auch, dass die Reduktion von CO2-Emissionen mehr Innovationen erfordert und damit auch mehr unternehmerisches Handeln.

Aber es ist nicht ausreichend, lediglich den privaten Sektor mit einzubeziehen. Die Aufgabe muss mit Respekt für soziale Verantwortung und mit verantwortungsvollen Praktiken durchgeführt werden. Dafür müssen wir in der Lage sein, die soziale Verantwortung von Unternehmen zu messen.

Deshalb freue ich mich über die heutige Ankündigung in Davos und zwar: die Schaffung des Global Sustainability Index (GSI). Mit Hilfe des GSI wird es möglich sein, die folgenden Fragen zu beantworten: Handelt ein Unternehmen nachhaltig und umweltfreundlich? Unterstützt das gleiche Unternehmen soziale Gerechtigkeit und unterstützt es die Gemeinschaft?

Das langfristige Ziel ist es, einen neuen Standard für soziale Verantwortung zu etablieren.

Das langfristige Ziel ist es, einen neuen Standard für soziale Verantwortung zu etablieren. Das WEF war eine der ersten Organisationen, die die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor förderte. Es ist also kein Zufall, dass der Nachhaltigkeitsindex während des Davos Forums, inmitten von 1500 Wirtschaftsführern, ins Leben gerufen wurde. Ich und meine Kollegen der UN-Familie unterstützen diese zeitgemäße Initiative.

Wenn Unternehmen ihre Aktivitäten in einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch verantwortlichen Weise durchführen und zudem einen sorgsamen Umgang mit sozialen und ökologischen Risiken pflegen, werden sie Erfolg haben. Der Vorteil kommt allen zugute: Der lokalen Wirtschaft und den Gemeinden, aber auch den Unternehmen selbst. Nachhaltiges Wirtschaften ist ein gutes Geschäft!

Ich bin von der Notwendigkeit, dem Niveau und den Auswirkungen des sozialen Engagements privater Unternehmen überzeugt. Dies gibt uns die Möglichkeit, eine echte globale Partnerschaft für die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung aufzubauen.

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