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Über die Entdeckung des Exoplaneten Proxima b

29/08/2016 18:26 CEST | Aktualisiert 30/08/2017 11:12 CEST
dpa

Die Dimensionen und Ressourcen, die das Universum für uns bereithält, können wir Menschen nur langsam und sukzessive begreifen. Doch die Forscher geben sich alle Mühe, diesen Prozess voran zu treiben, was eine immer größere Beschleunigung des Erkenntniszuwachses zur Folge hat. Spannend!

Vor wenigen Tagen nun wurde die Entdeckung des erdähnlichen Planeten Proxima b bekannt gegeben. Dieser umkreist den bereits 1915 entdeckten Stern Proxima Centauri in einer Entfernung von nur 7 Millionen km (Vergleich Erde-Sonne: 150 Millionen km).

Ein Jahr beträgt hier nur 11 Tage. Faszinierend auch die Tatsache, dass es eine permanente Sonnen- und eine Schattenseite (ewig Tag, ewig Nacht) auf Proxima b geben soll. Das könnte enorme Temperaturunterschiede zur Folge haben, die allerdings möglicherweise (etwas) nivelliert werden, setzt man die Existenz eines großen Ozeans und einer Atmosphäre voraus.

Mutterstern Proxima Centauri sowie der ihn umkreisende, in diesen Tagen entdeckte Exoplanet Proxima b, befinden sich im Sternbild Centaurus. Dieses ist von Mitteleuropa aus nicht zu sehen. Um einen freien Blick auf dieser Himmelsregion zu bekommen, müssten wir uns südlich des 27. Breitengrades bewegen.

Unsere Sonne wird die Erde verschlucken

Mindestens also einen Abstecher machen in den Norden Afrikas, zur Südspitze von Florida oder in kubanischem Ambiente eine klare Sternennacht genießen. Selbst dann wäre Proxima Centauri mit bloßem Auge nicht erkennbar und wir sollten die Hilfe eines Fernrohrs oder eines Teleskops in Anspruch nehmen.

Slooh.com bietet Hobbyastronomen hier entsprechende Möglichkeiten, sogar ohne dass sie ihr mitteleuropäisches Wohnzimmer verlassen müssen.

Schauen wir ein bisschen in die Zukunft. Unsere Sonne, die das Leben auf unserem Planeten Erde überhaupt erst ermöglicht hat, wird in 4 bis 5 Milliarden Jahren - aktuellere Zahlen sprechen von über 7 Milliarden Jahren - zu einem Roten Riesen anwachsen und die Erde verschlucken. Aufgrund der stetig anwachsenden Hitze wird schon einige Millionen Jahre vorher kein Leben mehr auf unserem Planeten möglich sein.

Nun kommt Proxima b ins Spiel. Als Roter Zwerg wird seine Lebensdauer auf 4 Billionen (!) Jahre geschätzt. Seien es auch "nur" 2 Billionen oder sogar 6 Billionen, es bleibt ein enormes Vielfaches der Lebensdauer unserer Sonne, die Forscher auf 10 Milliarden Jahre schätzen.

Das Universum meint es gut mit uns

Astronomisch betrachtet, liegt Proxima b nur einen Katzensprung von uns entfernt. Auf meine Frage, wie lange wir dorthin reisen würden, antwortete mir Slooh via Twitter:

Slooh @Slooh @MicialMedia Going at Lightspeed? Just over 4 years. Using current technology? About 80,000 years.

4,3 Lichtjahre, das sind 40 Billionen km. Bereits in naher Zukunft sollen extrem schnelle Sonden, die mit einem Fünftel der Lichtgeschwindigkeit (216 Millionen km/h) im All unterwegs sind, Kurs auf Proxima b nehmen.

Vielleicht wird es in einigen Hundert oder Tausend Generationen auch Menschen möglich sein, auf dem erst kürzlich entdeckten Exoplaneten zu landen. Noch lang bevor unsere - derzeit noch - liebe Sonne unseren Heimatplaneten verschluckt.

Wenn wir in solchen Kategorien denken, heißt das, dass wir uns konstruktiv mit der Zukunft der Menschheit befassen. Trotz aller Gefahren, die im Universum lauern, könnten wir zu dem positiven Schluss kommen: "Das Universum meint es gut mit uns!".

Raum für die Selbsterfüllung unseres menschlichen Daseins

Die größte Herausforderung für die Menschheit mag auf lange Sicht die Menschheit sein und bleiben. Meinen wir es selbst gut mit uns? Sind wir in der Lage, unsere irdischen und alltäglichen Probleme zu lösen?

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Können wir uns verständigen, alle gemeinsam anpacken, Frieden, Freiheit und Versorgung für alle Menschen auf dem Planeten erreichen?

Je weniger wir uns selbst bekämpfen, desto mehr Ressourcen haben wir frei für den Weitblick, die weitere Entwicklung der Menschheit und die Einbeziehung des Universums als schier unerschöpfliche Quelle der Möglichkeiten und als Raum für die Selbsterfüllung unseres menschlichen Daseins.

Ein Artikel von Michael M. Roth, Inhaber von MicialMedia.

Quellennachweis für die astronomischen Daten: Wikipedia, slooh.com

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