Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform f├╝r kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Michael M. Roth Headshot

├ťber die Entdeckung des Exoplaneten Proxima b

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
PROXIMA B
dpa
Drucken

Die Dimensionen und Ressourcen, die das Universum f├╝r uns bereith├Ąlt, k├Ânnen wir Menschen nur langsam und sukzessive begreifen. Doch die Forscher geben sich alle M├╝he, diesen Prozess voran zu treiben, was eine immer gr├Â├čere Beschleunigung des Erkenntniszuwachses zur Folge hat. Spannend!

Vor wenigen Tagen nun wurde die Entdeckung des erd├Ąhnlichen Planeten Proxima b bekannt gegeben. Dieser umkreist den bereits 1915 entdeckten Stern Proxima Centauri in einer Entfernung von nur 7 Millionen km (Vergleich Erde-Sonne: 150 Millionen km).

Ein Jahr betr├Ągt hier nur 11 Tage. Faszinierend auch die Tatsache, dass es eine permanente Sonnen- und eine Schattenseite (ewig Tag, ewig Nacht) auf Proxima b geben soll. Das k├Ânnte enorme Temperaturunterschiede zur Folge haben, die allerdings m├Âglicherweise (etwas) nivelliert werden, setzt man die Existenz eines gro├čen Ozeans und einer Atmosph├Ąre voraus.

Mutterstern Proxima Centauri sowie der ihn umkreisende, in diesen Tagen entdeckte Exoplanet Proxima b, befinden sich im Sternbild Centaurus. Dieses ist von Mitteleuropa aus nicht zu sehen. Um einen freien Blick auf dieser Himmelsregion zu bekommen, m├╝ssten wir uns s├╝dlich des 27. Breitengrades bewegen.

Unsere Sonne wird die Erde verschlucken

Mindestens also einen Abstecher machen in den Norden Afrikas, zur S├╝dspitze von Florida oder in kubanischem Ambiente eine klare Sternennacht genie├čen. Selbst dann w├Ąre Proxima Centauri mit blo├čem Auge nicht erkennbar und wir sollten die Hilfe eines Fernrohrs oder eines Teleskops in Anspruch nehmen.

Slooh.com bietet Hobbyastronomen hier entsprechende M├Âglichkeiten, sogar ohne dass sie ihr mitteleurop├Ąisches Wohnzimmer verlassen m├╝ssen.

Schauen wir ein bisschen in die Zukunft. Unsere Sonne, die das Leben auf unserem Planeten Erde ├╝berhaupt erst erm├Âglicht hat, wird in 4 bis 5 Milliarden Jahren - aktuellere Zahlen sprechen von ├╝ber 7 Milliarden Jahren - zu einem Roten Riesen anwachsen und die Erde verschlucken. Aufgrund der stetig anwachsenden Hitze wird schon einige Millionen Jahre vorher kein Leben mehr auf unserem Planeten m├Âglich sein.

Nun kommt Proxima b ins Spiel. Als Roter Zwerg wird seine Lebensdauer auf 4 Billionen (!) Jahre gesch├Ątzt. Seien es auch "nur" 2 Billionen oder sogar 6 Billionen, es bleibt ein enormes Vielfaches der Lebensdauer unserer Sonne, die Forscher auf 10 Milliarden Jahre sch├Ątzen.

Das Universum meint es gut mit uns

Astronomisch betrachtet, liegt Proxima b nur einen Katzensprung von uns entfernt. Auf meine Frage, wie lange wir dorthin reisen w├╝rden, antwortete mir Slooh via Twitter:
Slooh @Slooh @MicialMedia Going at Lightspeed? Just over 4 years. Using current technology? About 80,000 years.

4,3 Lichtjahre, das sind 40 Billionen km. Bereits in naher Zukunft sollen extrem schnelle Sonden, die mit einem F├╝nftel der Lichtgeschwindigkeit (216 Millionen km/h) im All unterwegs sind, Kurs auf Proxima b nehmen.

Vielleicht wird es in einigen Hundert oder Tausend Generationen auch Menschen m├Âglich sein, auf dem erst k├╝rzlich entdeckten Exoplaneten zu landen. Noch lang bevor unsere - derzeit noch - liebe Sonne unseren Heimatplaneten verschluckt.

Wenn wir in solchen Kategorien denken, hei├čt das, dass wir uns konstruktiv mit der Zukunft der Menschheit befassen. Trotz aller Gefahren, die im Universum lauern, k├Ânnten wir zu dem positiven Schluss kommen: "Das Universum meint es gut mit uns!".

Raum f├╝r die Selbsterf├╝llung unseres menschlichen Daseins

Die gr├Â├čte Herausforderung f├╝r die Menschheit mag auf lange Sicht die Menschheit sein und bleiben. Meinen wir es selbst gut mit uns? Sind wir in der Lage, unsere irdischen und allt├Ąglichen Probleme zu l├Âsen?

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

K├Ânnen wir uns verst├Ąndigen, alle gemeinsam anpacken, Frieden, Freiheit und Versorgung f├╝r alle Menschen auf dem Planeten erreichen?

Je weniger wir uns selbst bek├Ąmpfen, desto mehr Ressourcen haben wir frei f├╝r den Weitblick, die weitere Entwicklung der Menschheit und die Einbeziehung des Universums als schier unersch├Âpfliche Quelle der M├Âglichkeiten und als Raum f├╝r die Selbsterf├╝llung unseres menschlichen Daseins.

Ein Artikel von Michael M. Roth, Inhaber von MicialMedia.

Quellennachweis f├╝r die astronomischen Daten: Wikipedia, slooh.com

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform f├╝r alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: