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Was sollte Israel sich von den US-Wahlen erhoffen? Nicht viel

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
BERNIE SANDERS
Aaron Bernstein / Reuters
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Nach dem j├╝ngsten Ausrutscher von Bernie Sanders, Israel habe ÔÇ×├╝ber 10.000 unschuldige Menschen" get├Âtet, und seinem Vorwurf der ÔÇ×unverh├Ąltnism├Ą├čigen" T├Âtungen in Gaza w├Ąhrend der Operation Protective Edge scheint die Aussicht auf einen ersten j├╝dischen US - Pr├Ąsidenten f├╝r Israel viel weniger ansprechend zu sein, als einige gedacht h├Ątten.

Wenn man dazu auf die Gefolgschaft schaut, mit der sich Hillary Clintons umgibt - Sidney Blumenthal, Huma Abedin und andere, verliert die Wahrscheinlichkeit von weiteren vier Jahren mit einem demokratischen Pr├Ąsidenten im Wei├čen Haus g├Ąnzlich ihren Reiz.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Donald Trump eine weit bessere Option sei. Wenn er nach eigenen Worten nicht die Kenntnis hat, dass Israel sich zu einem Friedensabkommen bekenne, und glaubt, dass in einem Saal gef├╝llt mit j├╝dischen Publikum ÔÇ×vermutlich mehr [Gesch├Ąftsleute] sitzen, als in jedem anderen Raum, in dem er gesprochen habe", dann wirft dies ernste Fragen auf. Seine erg├Ąnzende Bemerkung wenige Minuten sp├Ąter, dass er wisse, dass das Publikum ihn nicht unterst├╝tzen werde, weil er ÔÇ×nicht deren Geld wolle" und ÔÇ×ihre eigenen Politiker kontrollieren wolle", war auch nicht besonders hilfreich.

Bei diesen drei aussichtsreichsten Kandidaten und ihren ÔÇ×fragw├╝rdigen" Ansichten in Bezug auf Israel und einem einzigen israelfreundlichen Kandidaten, der allerdings in den Umfragen weit zur├╝ckliegt, scheint es vern├╝nftig zu sein, wenn Israel sich auf noch mehr ÔÇ×Licht" zwischen sich und seinem gr├Â├čten Verb├╝ndeten vorbereitet - so beschrieb Pr├Ąsident Obama seinen Wunsch, dass sich die US-Regierung von Israel distanziere.

Allerdings umfasst der derzeitige antiisraelische Trend mehr nur als die US-Wahlen. In der ganzen Welt bringen Politiker und Meinungsbildner antisemitische und antiisraelische Sichtweisen ungehemmt zum Ausdruck, dies oft im Ton einer gerechten Emp├Ârung.

Die Labour-Partei in Gro├čbritannien hatte es, wie es Ari Soffer von Arutz Sheva formulierte, mit einer ÔÇ×scheinbar nicht enden wollenden Liste an antisemitischen Skandalen" zu tun. Schwedens Au├čenministerin Margot Wallstr├Âm, Jan Marijnissen, Vorsitzender der Sozialistischen Partei in den Niederlanden, Albrecht Schr├Âter, Oberb├╝rgermeister der Stadt Jena in Deutschland, und Gabor Huszar, B├╝rgermeister der Stadt Szentgotthard in Ungarn, sie alle sprachen von einer Mitschuld Israels an den Terroranschl├Ągen in Paris am 13. November.

Stars wie der ehemalige Pink Floyd Frontmann Roger Waters, der jede Gelegenheit f├╝r Israel-Bashing nutzt; die Verbreitung von Ritualmordlegenden, wie beispielsweise, dass Israel unter dem Tempelberg einen Tunnel grabe, um eine unterirdische Stadt unterhalb des Felsendoms zu errichten; die zunehmenden Dynamik von antiisraelischen Bewegungen wie BDS und Jewish Voice for Peace, insbesondere an Universit├Ąten in den USA; die sich intensivierende antiisraelischen Politik des UN-Sicherheitsrats; all das zeugt davon, dass sich Israels Lage rapide verd├╝stert.

Dieser Welle des Hasses h├Ąlt Israel einige begabte Redner und Pr├Ąsentatoren entgegen. Roseanne Barr, Yair Lapid und andere wortgewandte Redner machen ihre Arbeit im Enth├╝llen der Irrationalit├Ąt und Bigotterie der Israel-Kritiker gut. Trotz all ihrer Anstrengungen und trotz aller Anstrengungen des J├╝dischen Weltkongresses ist es eine Tatsache, dass die Welt immer antiisraelischer wird.

Der Hass ist so tief verwurzelt, dass alles, was wir zu unserer Verteidigung sagen oder tun, keine Rolle spielen wird, da die Menschen nicht zuh├Âren k├Ânnen. Sie sind grunds├Ątzlich geneigt, Israels Ankl├Ągern Glauben zu schenken. In der ganzen Geschichte war der Antisemitismus niemals rational.

Weder die Wahrheit noch die Vernunft waren jemals ein Problem in den Augen der Israelhasser. Die Vorstellung, dass Israel an allem, was in der Welt falsch l├Ąuft, Schuld habe, hatte sich gegen alles Weitere durchgesetzt, und ihre Begierde, Israel zu bestrafen oder ganz und gar zu zerst├Âren, wurde unkontrollierbar.

Hitler schrieb in seinem ber├╝chtigten Haufen aus Wahnsinn, bekannt als Mein Kampf: ÔÇ×Siegt der Jude (...) ├╝ber die V├Âlker dieser Welt, dann wird seine Krone der Totenkranz der Menschheit sein, dann wird dieser Planet wieder wie einst vor Jahrmillionen menschenleer durch den ├äther ziehen." Jetzt, da diese Worte erneut ver├Âffentlicht werden und wieder in Europa zirkulieren - in der arabischen Welt tun sie es seit jeher - und gleichzeitig rechtm├Ą├čige politische Figuren dieses Monster ÔÇ×den gr├Â├čten Menschen der Geschichte" nennen, sollten wir uns unseren n├Ąchsten Schritt genau ├╝berlegen.

Wenn es allerdings darum geht, ├╝ber unseren n├Ąchsten Schritt nachzudenken, dann kommt unser gr├Â├čter, wenn nicht einziger Fehler ans Tageslicht. ├ťber die Zersplitterung der j├╝dischen Gesellschaft und ├╝ber die Kluft zwischen den Juden in der Diaspora und in Israel wurde viel geschrieben und gesagt, man kann jedoch kaum die Wichtigkeit dieses Themas ├╝bersch├Ątzen.

Die eigentliche Essenz unseres Volkes besteht in dem Grundsatz der N├Ąchstenliebe: ÔÇ×Liebe deinen N├Ąchsten wie dich selbst". Am Fu├če des Berges Sinai wurden wir zu einem Volk, als wir darin ├╝bereinstimmten, ÔÇ×wie ein Mensch mit einem Herzen" zu leben. Moses empfing unser Gesetzbuch, als er den Berg Sinai, den Berg von Sinaa [Hass] erklomm.

Als wir uns damit einverstanden erkl├Ąrten, das Gesetz, die anderen zu lieben, ├╝ber den Hass hinweg einzuhalten, wurden wir zu einem Volk. Rabbi Akiwa benannte aus gutem Grund das Gebot der N├Ąchstenliebe als das gro├če ÔÇ×Klal" der Tora, da es die eigentliche Essenz unseres Volkes ÔÇ×kolel" [umfasst] und verk├Ârpert.

Unsere Vorv├Ąter durchlebten Konflikte und Vers├Âhnungen, doch indem sie die Regel des K├Ânigs Salomo, dass ÔÇ×Hass Streit sch├╝rt, und Liebe alle Verbrechen ├╝berdeckt" (Sprichw├Ârter, 10:12), befolgten, lernten sie, ihre Egos zu ├╝berwinden und die Einheit in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten. Als sie die Verbrechen nicht mehr mit Liebe ├╝berdecken konnten, verfielen sie in grundlosen Hass und zerstreuten sich ├╝ber die ganze Welt.

Br├╝derlichkeit und das ├ťberdecken des Hasses mit Liebe sind keine archaischen biblischen Vorstellungen. Sie sind f├╝r unser ├ťberleben als Volk und als Individuen unerl├Ąsslich, da sie die Quelle unserer St├Ąrke sind. Unser Volk entstand nicht durch die biologische Verwandtschaft oder die geographische N├Ąhe, sondern durch das hartn├Ąckige Klammern an diese Grunds├Ątze. Sie sind in so einem Ausma├č ein Teil von uns, dass man ruhigen Gewissens behaupten kann, dass die Essenz des Judentums im spirituellen Sinne dahinschwindet, wenn diese nicht mehr vorhanden sind.

Als den Juden die Aufgabe gegeben wurde, ÔÇ×ein Licht f├╝r die V├Âlker" zu sein, war damit beabsichtigt, dass sie das Licht der Br├╝derlichkeit und des ├ťberdeckens des Hasses mit Liebe verbreiten w├╝rden. Heutzutage ist dies das Heilmittel, welches die Welt am meisten braucht. Je tiefer die Welt in fortw├Ąhrende Konflikte versinkt, desto w├╝tender wird die Menschheit auf uns.

Immer mehr Menschen werden uns f├╝r jede Feindseligkeit verantwortlich halten, welche zwischen den Menschen zum Vorschein kommen wird, insbesondere wenn es um innen- und au├čenpolitische Konflikte geht, und die Irrationalit├Ąt dieser Beschuldigungen wird sie nicht weniger wahr aussehen lassen.

Die eine L├Âsung f├╝r den Antisemitismus in all seinen Formen ist die j├╝dische Einheit - Br├╝derlichkeit und Liebe, die jeden Hass ├╝berdeckt. Es ist unsere allerdringendste Aufgabe, und wir haben noch nicht einmal damit begonnen. Die politische Rechte beschuldigt die politische Linke und umgekehrt. Doch keine Sichtweise ist richtig, solange sie den Hass auf die andere Sichtweise beinhaltet.

Wir m├╝ssen uns nicht einig sein; wir m├╝ssen uns nur ein einziges Mal wie Mitglieder der gleichen Nation zusammen hinsetzen und ├╝ber unser gemeinsames Schicksal reden, und zwar, dass wir am Ende doch die ├ťbermittler der Botschaft der Liebe und der Br├╝derlichkeit in der Welt sind. Doch die Welt sieht keinen ├ťbermittler aus unseren Reihen.

Wenn wir die Einheit jenseits der Unterschiede vermitteln, anstatt der gegenw├Ąrtigen Darstellung der Fragmentierung und Spaltung, dann wird uns die Welt mit anderen Augen betrachten.

Wenn wir darin erfolgreich sind, den Grundsatz der Liebe, die alle Verbrechen ├╝berdeckt, unter uns anzuwenden, geschweige denn den Grundsatz der N├Ąchstenliebe, wird die Menschheit dann nicht kommen und zuschauen? Werden die Menschen dann nicht auch diese Einheit unter sich verwirklichen?

In der einen oder anderen Form haben alle gro├čen Religionen das Gebot der N├Ąchstenliebe von uns ├╝bernommen. Wir aber fielen in grundlosen Hass zur├╝ck, bevor wir das Benutzerhandbuch versenden konnten, sodass niemand wei├č, wie man dieses wundervolle Konzept anwendet. Jetzt m├╝ssen wir es zwischen uns selbst verwirklichen und dadurch die Durchf├╝hrbarkeit demonstrieren. Das alles ist die Anstrengung wider die Verleumdung, die wir unternehmen sollten.

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