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Kein Weltpolitiker hat mehr das Sagen: Wir allein entscheiden über unsere Zukunft

19/09/2015 11:16 CEST | Aktualisiert 19/09/2016 11:12 CEST
Thinkstock

Am Mittwoch, dem 9. September berichtete die Times of Israel, dass der iranische spirituelle Führer, Ayatollah Ali Khamenei, verkündetet haben soll, dass „Israel die nächsten 25 Jahre nicht überleben" werde.

Nur eine Stunde später gab die Presse die Antwort des israelischen Premierministers bekannt: „Tyrann Khamenei liegt falsch, Israel ist hier, um zu bleiben." Herr Netanyahu erklärte, Israel sei "ein starkes Land", und werde sogar noch stärker.

Der Anfang eines neuen hebräischen Jahres ist ein großartiger Zeitpunkt, um über die Frage nachzudenken, was unsere nationale Stärke ausmacht.

In der Geschichte kam es zu den größten Siegen Israels stets dann, wenn wir zahlenmäßig stark unterlegen und mangelhaft ausgerüstet waren. Wie gewannen wir also? War es der Kampfgeist? Als ein Israeli kann ich bezeugen, dass Israelis, anders als in der medialen Darstellung Israels gezeigt wird, nicht blutrünstig sind.

Es liegt nicht in unserer DNA. Aber wir gewannen doch, und zwar dann, wenn wir uns um ein gemeinsames Ziel verbanden.

Unser Vorteil war nicht unsere Hartnäckigkeit, sondern unsere Einheit. Die Einheit gab uns die Stärke, hartnäckig zu sein und auch viele andere Dinge, die gebraucht werden, um einen Krieg zu gewinnen, wenn die Chancen stark gegen einen stehen.

Heutzutage sind wir selbstzufrieden und nehmen die Existenz von Israel als gegeben an. Ein Ergebnis davon ist, das wir von unserer Einheit zurückweichen und dadurch unsere Stärke mindern.

Es sollte keinen Irrtum darüber geben; Irans Krieg gegen Israel ist kein physischer Krieg. Es ist ein spiritueller Krieg, ein Krieg über die Seele der Einheit. Falls wir die Stärke aufbringen können, uns zu verbinden, werden wir durch niemanden besiegt werden. Außerdem werden wir durch niemanden bedroht werden!

Das einflussreichste Gesetz unseres Volkes, welches jemals hervorgebracht und umgesetzt wurde, ist „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Dieses Gesetz ist grundsätzlich nicht nur im Judentum, Christentum und Islam (mit offensichtlichen Variationen) enthalten, sondern im Herzen des ganzen westlichen Denkens.

In gewisser Hinsicht ist dieser Glaubenssatz der „ideologische Vorläufer" der Magna Carta, der "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte ", des Humanismus und aller Denkschulen, die das Recht der Gesellschaft über das Recht des Tyrannen stellen.

Einheit bedeutet Kraft und diejenigen, die sich diese Kraft zunutze machten, waren Abraham, Moses und alle unseren spirituellen Führer in allen Generationen. Sie lehrten uns, wie wir unser selbstzentriertes Selbst überwinden und uns verbinden.

Deshalb haben unsere Weisen den Zerfall des Tempels seit seiner Zerstörung beweint - sie sagen, dass wir ihn nur des unbegründeten Hasses wegen verloren haben.

Es geht ganz einfach um Folgendes: die Einheit entfesselt eine Kraft, der sich Individuen nicht bemächtigen können, wenn sie voneinander getrennt sind. Deshalb fühlt es sich so gut an, wenn wir uns verbinden.

Das Problem ist, dass wir unser nur verbinden, wenn uns ein gemeinsamer Feind bedroht. Zu diesem Zeitpunkt wenden wir uns instinktiv und reflexartig an unsere einheitliche Waffe, die Einheit.

Falls wir die Einheit in einen bewussten Prozess umwandeln können, brauchen wir keine Unheil verkündenden Mahnungen, um uns darauf auszurichten.

Stattdessen werden die Nationen kommen, um zu lernen, wie sie diese Kraft nutzen können, denn tief im Inneren weiß jeder, dass Einheit das fehlende Element in unserer heutigen Welt ist.

Heute herrschen überall Entfremdung, Angst, Argwohn und Misstrauen. Das einzige Gegenmittel dafür ist die Einheit. Wenn die ganze Menschheit wie ein einziger Organismus funktionieren kann, dann wird es Fülle für alle geben.

Es gibt mehr Nahrung und natürliche Ressourcen als nötig ist, um das Doppelte der heutigen Weltbevölkerung zu versorgen. Wenn wir uns allerdings mit unseren Machtkämpfen beschäftigen, dann verlieren alle, die Menschen hungern und sterben in Kriegen.

Das Licht für die Nationen, welches das jüdische Volk bringen sollte und könnte, ist das Licht der Einheit. Wir begriffen diesen Glaubenssatz, praktizierten ihn in unserer Vergangenheit und verbreiteten ihn in der ganzen Welt. Jetzt erwartet die Welt von uns, dass wir ihnen demonstrieren, wie man ihn verwirklicht.

Genauso wie wir uns instinktiv verbinden, sobald wir bedroht werden, weil wir fühlen, dass hier unsere Stärke liegt. Die Welt fühlt instinktiv, dass wir schwach sind, sobald wir nicht miteinander verbunden sind.

Einheit ist der einzige „Export", den die Nationen von uns wollen und deshalb nehmen sie dieses Motto freimütig an. Jetzt müssen wir es zur tatsächlichen Realität unseres Lebens machen, und zwar nicht für uns selbst, sondern zuallererst für den Rest der Welt - dann werden wir „zum Licht (der Einheit) für die Nationen".

Rosh Hashanah (Deutsch: Rosch ha-Schana) bedeutet Rosh hashinui (Hebräisch: Der Anfang der Veränderung). Mit all dem, was in der internationalen Arena passiert, sehen wir, dass die Veränderung bereits geschieht. Wir können allerdings entscheiden, wo wir diese Veränderung vornehmen möchten: wenn wir zerstitten und uneins bleiben, wird alles seinem gegenwärtigen Verlauf weiter folgen.

Falls wir unsere Einstellungen zueinander überdenken und wechselseitige Verantwortung und Fürsorge entwickeln, und sie in der Welt verbreiten, wird sich eine neue Realität vor unseren Augen entfalten, eine Realität des Vertrauens, der Freundschaft und der gegenseitigen Unterstützung.

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