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Die guten Menschen, die niemand kennen möchte

28/03/2016 15:52 CEST | Aktualisiert 29/03/2017 11:12 CEST
Goodshoot via Getty Images

Es gibt ein kleines Land, dessen Bürger oft einen Umweg machen, um anderen Nationen zu helfen. Die Regierung dieses Landes ist immer die Erste, die auf Krisen reagiert, wo auch immer sie sich zutragen mögen, sogar auf feindlichem Gebiet. Die einzige Belohnung, um die sich das Land bemüht, ist ein bloßes „Danke." Das passiert nie.

Dieses Land ist Israel und die Menschen, von denen ich spreche, sind israelische Juden. Die untenstehenden Statistiken werden erklären, warum ich gerade diese Zeilen geschrieben habe. IsraAID ist eine NGO, die seit über 10 Jahren Menschen aus der ganzen Welt dabei hilft, extreme Krisen zu überwinden, und die Millionen mit lebensnotwendigen Maßnahmen versorgt hat. In manchen Fällen setzen diese Menschen ihr Leben aufs Spiel, um den Bedürftigen zu helfen. In Jordanien, um ein Beispiel anzuführen, beauftragt IsrAID regelmäßig Freiwillige damit, syrischen Flüchtlingen dabei zu helfen, vor dem Bürgerkrieg zu fliehen. Die Organisation stellt Grundnahrungsmittel und andere lebensnotwendigen Güter bereit und hat bereits zehntausenden Flüchtlingen geholfen. IsraAID hat auch im Südsudan, in Pakistan, Tschad, China, auf Sri Lanka und in mehreren anderen Ländern operiert, oder operiert dort noch immer.

Ein weiteres außergewöhnliches Beispiel lebensriskierender Hilfemaßnahmen ist die private NGO „Israelis für Syrer." Wie der Name schon verrät, ist es die alleinige Absicht der Organisation, den leidenden syrischen Bürgern zu helfen. Mehrmals im Jahr schleichen diese Freiwilligen über die Grenze, um die Notleidenden mit humanitärer Hilfe zu unterstützen, oftmals sind es Menschen, die in belagerten syrischen Städten verhungern. Da allerdings Syrien Israel als eingeschworenen Feind betrachtet, unterzeichnen die Freiwilligen einen Vertrag, welcher den Staat Israel davon befreit, über ihre Freilassung zu verhandeln, falls sie gefangen genommen werden.

Als Staat hat Israel eine versierte Kriseneinsatzgruppe eingerichtet, die immer dazu bereit ist, in jedem Augenblick abzuheben. Ist sie einmal am Boden in der Krisenzone angekommen, errichtet sie zügig ein provisorisches Krankenhaus und beginnt, die Verwundeten zu versorgen. Als am 25. April 2015 ein Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala Nepal verwüstete, war die israelische Einsatzgruppe binnen kurzer Zeit an Ort und Stelle. Die untenstehende Infografik, bereitgestellt von ReliefWeb, einer Informationsquelle des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinigten Nationen (OCHA), stellt dar, wie herausragend die israelische Einsatzgruppe am Boden war.

Die israelische Regierung operiert auch in Syrien, wo sie für Soldaten, Zivilisten und Kinder medizinische Versorgung bereitstellt. In Einzelfällen fliegt die israelische Armee verwundete Soldaten aus Syrien in israelische Krankenhäuser und geht somit eine Gefahr für Piloten und Helikopter ein.

Aber wenn Israelis so gut sind, wie kommt es dann, dass alle Umfragen, die untersuchen, welche Länder die meistgehassten der Welt sind, Israel an oberster oder an zweiter Stelle einstufen? In einigen Umfragen ist die Bewertung Israels buchstäblich jenseits von Gut und Böse. So veröffentliche beispielsweise die Gazette Review am 30. Januar „Die meistgehassten Länder in der ganzen Welt - 2016 Liste" (im Feuilleton?..). Dies war die einzige Liste, in der Israel nicht in den Top 10 gelandet ist... es war ein Bonus-Land! Scheinbar wird Israel so viel stärker verabscheut als der Rest der Länder, dass es nicht in eine Liste mit nur mäßig verabscheuten Ländern wie Nordkorea und Saudi Arabien passt und daher eine eigene Kategorie, die Bonus-Kategorie, benötigt.

Wo wir gerade von Absurditäten sprechen, keine Nation übertrifft die Leistung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) in Sachen Voreigenommenheit. Allein im Jahr 2015 verabschiedete die UNGA 20 Resolutionen gegen Israel und nur 3 gegen andere Nationen. Eine Resolution bezog sich auf Syrien, eine auf Iran und eine auf Nordkorea. Nicht eine einzige Resolution betraf etwa Ägypten, Pakistan, Russland, China, Saudi Arabien, den Sudan oder Jemen. Allem Anschein nach kommen die Bewohner dieser Länder in den Genuss einer gerechten Justiz und erleben Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Chancengleichheit.

Wenn Sie die Feindseligkeit gegenüber Israel den Dingen, die das Land tut, gegenüberstellen, dann müssen Sie sich fragen: „Woher kommt dieser Kontrast?" Auch wenn die Welt mit der Siedungspolitik Israels nicht übereinstimmt, so würde man denken, dass wenigstens einige der guten Dinge, die Israel und die Israelis machen, etwas deutlicher erwähnt werden würden. Das werden sie aber nicht; die Menschen ignorieren einfach diese unglaublichen Wundertaten von Empathie. Wenn irgendeine andere Nation sich so verhalten hätte, dann würde sie als Held gefeiert werden und die ihr gebührende Medienaufmerksamkeit bekommen. Wenn man allerdings auf Israel zu sprechen kommt, sind die einzigen Erwähnungen mit Kritik überladen.

Demnach lautet die Frage, die wir uns stellen sollten, wie folgt: "Was machen wir falsch?" Wir bemühen uns so sehr, gut zu sein und Gutes zu tun, und dennoch werden wir als der Bösewicht Nr. 1 in der Welt betrachtet.

Sollte Israel von der Landkarte verschwinden, gäbe es dann Frieden und Ruhe in der Welt? Nein, gäbe es nicht. Wenn Israel nicht mehr da sein würde, gäbe es keinen Frieden und keine Ruhe. Und dennoch beschuldigt die Welt Israel, weil Israel in Wahrheit das entscheidende Land ist, wenn es darum geht, die Probleme der Welt zu lösen.

Die heutige Welt leidet unter Entfremdung, Narzissmus, Depressionen und Egoismus auf allen Ebenen der Gesellschaft. Familien fallen mit erschreckendem Tempo auseinander, und mehr und mehr Menschen vermeiden es ganz und gar zu heiraten, da sie kein Verlangen haben, sich jemand anderem als sich selbst anzuvertrauen. Die globale Wirtschaft lässt nach, da die internationale Nachfrage nach Gütern ständig sinkt. Nicht dass die Menschen im Westen kein Geld hätten; sie genießen es einfach nicht mehr so wie früher, Geld auszugeben. Sie sind gesättigt, und viele sind niedergeschlagen, entweder krankheitsbedingt oder im Allgemeinen einfach unglücklich.

Internationale Beziehungen verschlechtern sich aufgrund des wachsenden Misstrauens und des unverfrorenen Egos der Machthaber. Europa wird von innen durch eine Welle der muslimischen Einwanderung zerrissen, die sie sozial, wirtschaftlich und politisch zu handhaben nicht in der Lage ist. Die Lösung dieses globalen Durcheinanders liegt in erster Linie im Ausbessern zwischenmenschlicher Beziehungen. Dies kann allerdings nur geschehen, wenn wir lernen, mit unserem wachsenden Egoismus umzugehen.

An dieser Stelle kommt Israel in das Spiel. Wie ich bereits in „Warum hassen Menschen die Juden" ausführlich beschrieben habe, beschuldigt die Welt Israel für ihre Probleme, weil sie fühlt, dass Israel sie zum gegenseitigen Hass bringt. Aus diesem Grund beschuldigen uns so viele Menschen für alle bestehenden Konflikte, wie unbedeutend diese auch sein mögen.

Während uns die Welt für ihre Konflikte die Schuld gibt, prallen wir aufeinander und beweisen der Welt damit nur, dass wir das sind, was sie behaupten: Kriegshetzer. Unsere erste Aufgabe sollte darin bestehen, dass wir unter uns selbst Frieden stiften. Erst dann sollten wir uns an die anderen Nationen wenden und ihnen diese Errungenschaft präsentieren. Alle genannten Umfragen demonstrieren, wie aufmerksam die Welt jede unserer Bewegungen beobachtet. Wenn wir uns untereinander streiten, dann bekommt die Welt es mit und wird mit dem Virus der Trennung "angesteckt". Als Folge davon beginnen Menschen und Völker, miteinander zu kämpfen - und beschuldigen uns dafür.

Weder andere Nationen noch Israel sind sich der Tatsache bewusst, dass unsere Vorführung der Spaltung die Konflikte hervorgebracht hat. Allerdings fühlen die Völker unterbewusst, dass es unser Fehler ist, und wir stimmen ihnen, ebenfalls im Unterbewusstsein, zu und fühlen uns verantwortlich. Tief im Inneren weiß die Welt, dass es Israels Rolle ist, „ein Licht für die Völker zu sein", und selbst postmoderne Ideen werden dies nicht verändern.

Solange wir nicht zu einem Volk werden, welches Licht verbreitet, also Brüderlichkeit und Frieden, werden wir von den Völkern nicht akzeptiert werden. Wir werden immer das Bonus-Land sein, welches von allen leidenschaftlich gehasst wird. Je mehr sich der internationale Zustand verschlechtert, desto mehr Nationen werden der Aussage beistimmen, dass Israel das einzige Problem der Welt ist. Sie werden allerdings nie wissen, dass Israel nur deshalb das Problem ist, weil es nicht die Einheit verbreitet, wie es eigentlich sollte. Sobald wir uns vereinigen und zu einem Beispiel der Einheit werden, wird die Welt sehen, dass dies die ganze Zeit über das Problem war, und schließlich werden sich alle Konflikte beruhigen.

Dies wird auf natürliche Weise die meisten Probleme der Welt lösen, da die Konflikte, welche im Augenblick von unserer Entfremdung voneinander ausgelöst werden, verschwinden werden. Danach wird uns die Welt für den Frieden und den Überfluss danken, so wie sie uns heute für die Verursachung der Kriege beschuldigt.

Dies ist alles, was wir tun müssen: wir müssen Einheit untereinander erzielen, um diese Möglichkeit der Welt zu zeigen. Der Rest wird sich auf natürliche Weise ergeben, und wir werden zu den guten Menschen, die jeder kennen möchte.

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