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Aus der Enge ausbrechen

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Die drei Wochen, oder Bein ha-Metzarim (ÔÇ×Zwischen den Engen"), die nach dem j├╝dischen Kalender am 17. Tammus (dem vorletzten Sonntag) beginnen und am 9. Av enden (der 9 Av wird dieses Jahr auf Sonntag, den 14. August, fallen), kennzeichnen eine sehr d├╝stere Zeit in unserer Vergangenheit.

In den Tagen von Candy Crush und Pokemon Go m├Âchte niemand wirklich etwas davon wissen, aber wir sollten es, weil das Gebrechen, welches unser Volk vor 2000 Jahren zerst├Ârte, niemals geheilt worden ist. Heute wie damals ist es die Ursache f├╝r all unsere Probleme.

Die traurige Geschichte ├╝ber Kamza und Bar-Kamza

Der Talmud (Masechet Gittin) erz├Ąhlt uns, dass vor langer Zeit, als der Tempel noch stand, ein wohlhabender Jude in Jerusalem einen Freund namens Kamza und einen Feind namens Bar-Kamza hatte. Eines Tages entschied sich der wohlhabende Jude dazu, ein Fest zu veranstalten.

Er sandte seinen Diener aus, um seinen Freund Kamza zum Fest einzuladen, aber der Diener lud f├Ąlschlicherweise seinen Feind Bar-Kamza ein. Der ├╝berraschte Bar-Kamza nahm dies als eine Geste der Vers├Âhnung an und stimmte der Einladung zu. Er zog seine besten Kleider an und ging zum Haus des Mannes, von dem er dachte, dass er nicht mehr l├Ąnger sein Feind w├Ąre.

Als der Gastgeber bemerkte, dass Bar-Kamza anwesend war, wurde er w├╝tend und gebot dem Gast, augenblicklich zu verschwinden. Der gedem├╝tigte Bar-Kamza bat den Gastgeber eindringlich, ihn bleiben lassen. Er bot ihm sogar an, f├╝r sein eigenes Essen und Trinken und f├╝r das aller anderen ebenfalls zu bezahlen. Der Gastgeber wies ihn nicht nur erbarmungslos ab, sondern zerrte ihn sogar aus seinem Haus und warf ihn auf die Stra├če.

Gedem├╝tigt und blamiert schwor Bar-Kamza nicht nur seinem Gastgeber Rache, sondern auch den G├Ąsten, die den Gastgeber unterst├╝tzt hatten. ÔÇ×Ich werde sie vor dem Kaiser verleumden", beschloss er.

Bar Kamza ging zum Kaiser Nero und berichtete ihm, dass die Juden einen Aufstand gegen ihn planten. Nach der geschickten ├ťberredung war der Kaiser davon ├╝berzeugt, dass Bar-Kamza die Wahrheit sagte, und entsandte schlie├člich eine Armee, angef├╝hrt von Tiberius Alexander, der selbst Jude war, um Jerusalem und den Tempel zu zerst├Âren.

Diese bekannte Geschichte symbolisierte ├╝ber Generationen hinweg den unbegr├╝ndeten Hass, der zu unserem gesellschaftlichen und moralischen Verfall und zum darauf folgenden Exil f├╝hrte. Im heutigen gesellschaftlichen Klima k├Ânnte sie nicht relevanter sein.

Wie wir heute jeden einzelnen Tag sehen, lesen und h├Âren k├Ânnen, stehen Konflikte, Manipulationen und Unehrlichkeit so hoch in unserer Gunst wie nie zuvor. Der Sarkasmus und der Hohn, die wir uns einander entgegenbringen, deuten nicht auf unser Intellekt hin, sondern auf unseren gegenseitigen Widerwillen.

Zeit, unsere F├Ąden der Liebe wieder zu verkn├╝pfen

Die drei Wochen kennzeichnen die Zeit zwischen der Zerst├Ârung der Mauern von Jerusalem und der Zerst├Ârung des Tempels. Der Heilige Shlach (Jesaja HaLevi Horovitz) schrieb, dass unbegr├╝ndeter Hass ÔÇ×die Zerst├Ârung des Tempels verursacht" habe. Wie Baal HaSulam anmerkte, ist es tats├Ąchlich ÔÇ×eine Schande, sich einzugestehen, dass eines der kostbarsten Verdienste, welche wir verloren haben, das nat├╝rliche Gef├╝hl ist, welches jedes einzelne Volk verbindet und aufrechterh├Ąlt.

Die F├Ąden der Liebe, die das Volk verbinden, und die so selbstverst├Ąndlich und urt├╝mlich in allen V├Âlkern veranlagt sind, sind von unseren Herzen so entartet und losgel├Âst worden, sie sind weg." Demzufolge ist der Hass der Welt uns gegen├╝ber das Einzige, was uns als Volk zusammenh├Ąlt.

Die heutige westliche Welt bietet Juden noch immer Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit. Wir m├╝ssen diese Freiheiten nutzen, um die N├Ąchstenliebe ├╝ber unsere Entfremdung hinweg wiederherzustellen, und um unserer Volkstum wiederaufzubauen.

Jetzt, bevor sich die T├╝r der Freiheit erneut schlie├čt, muss unser Volk unerm├╝dlich daran arbeiten, sich selbst aus den Tr├╝mmern des unbegr├╝ndeten Hasses zu erheben und unsere Berufung als Volk zu erkennen - zum Vorbild eines wahren vereinten Volkes zu werden, einem Vorbild, welches alle anderen Nationen nachahmen werden, sodass auch sie von dieser einzigartigen Kraft der Einheit profitieren k├Ânnen.

Der Bau des Tempels im Inneren

So wie wir ├╝ber die Zerst├Ârung des Tempels nachdenken, so sollten wir auch in die Zukunft schauen. Wenn das Buch Sohar vom Bau des Dritten Tempels spricht, spricht es nicht von Ziegeln und B├Âgen; es spricht von unseren Verbindungen. Es beschreibt die Reparatur unserer zerbrochenen Herzen, die am Leiden des unbegr├╝ndeten Hasses erkrankt sind. Der Sohar erkl├Ąrt, wie die gesamte Welt die Verbundenheit, die vom vereinten Volk Israel ausgestrahlt wird, begeistert annehmen wird.

Der Bau des Tempels findet deshalb in unserem Inneren und zwischen uns statt, indem unsere zerbrochenen Verbindungen repariert und unser Hass mit Liebe bedeckt wird, oder wie K├Ânig Salomo schreibt: ÔÇ×Liebe ├╝berdeckt alle Verfehlungen."

Genauso wie wir eine negative Kraft hervorrufen, wenn wir uns voneinander losl├Âsen, rufen wir eine positive Kraft hervor, wenn wir uns miteinander verbinden. Diese Kraft kehrt unser gegenseitiges Misstrauen in gegenseitige F├╝rsorge und unsere Abschottung in gegenseitige Verantwortung um.

Die Sch├Ânheit dieser Kraft besteht darin, dass wir unsere Individualit├Ąt beibehalten und unseren pers├Ânlichen Eigenschaften gerecht werden, w├Ąhrend wir einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und den Nutzen des Beitrags Anderer ernten. Somit weben wir ein ÔÇ×Decke" der Verbindung, die unsere Trennung ├╝berdeckt.

Das Gen der Einheit

Das heutige Judentum ist zerbrochen und in mehr Teile fragmentiert als man z├Ąhlen kann. Allerdings befindet sich das ÔÇ×Gen" der Einheit in jedem von uns, und wir k├Ânnen es zum Leben erwecken, wenn wir uns f├╝r diesen Weg entscheiden.

Falls wir trotz unseres explosiven Egoismus danach streben, unsere Kr├Ąfte zu vereinen, um als ein vereintes J├╝disches Volk ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, und zwar die Menschheit mit einem Beispiel der Einheit zu versorgen, zu einer Zeit, in der sie es dringend braucht, werden wir unsere Berufung vollenden.

Jetzt ist es an der Zeit, die Initiative zu ergreifen. Die Welt befindet sich in einer Abw├Ąrtsspirale und es ist deutlich sichtbar, dass der Egoismus auf jeden Fall einen gro├čen Anteil an diesem Abstieg tr├Ągt. Allerdings wei├č niemand, wie unser kollektives selbstm├Ârderisches Verhalten zu stoppen ist.

Wir, die Juden, die ├ťberbringer des Grundsatzes ÔÇ×Liebe deinen N├Ąchsten wie dich selbst", m├╝ssen uns dieser Herausforderung stellen, unsere Egos niederlegen und uns ├╝ber ihnen hinweg verbinden. Dies ist die wahre und positive Botschaft, die wir aus diesen drei Wochen mitnehmen sollten. Nur das wird unsere Sicherheit und unser Gl├╝ck in Israel und auf der ganzen Welt garantieren.

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