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"Lemuren", 22. BLOG

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Kaum hatten sich die patriarchalen Ein-Gott-Religionen durchgesetzt und ausgebreitet, da wurden in den betreffenden Ländern die Angriffe auf die Frau heftiger als je zuvor. Mit der teilweisen Zerstörung ihrer Genitalien wurden ihr schließlich die genitale Empfindungsfähigkeit und damit auch die Sexualität ganz ausgetrieben. Diese Maßnahme nannte und nennt man beschönigend „Beschneidung". Sie stellt eine Verstümmelung der Sexualorgane dar, die unter haarsträubenden hygienischen Bedingungen stattfand und -findet. Sie verbreitete sich im Gefolge des expandierenden Islam über den Mittleren Osten und ganz Afrika.

Bei der Beschneidungszeremonie treffen sich die eingeladenen Frauen in einem der Zelte. Beschnitten werden Mädchen im Alter zwischen fünf und acht Jahren. Die traditionelle „Beschneiderin", oft eine ältere Frau, singt: „Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet. Möge Allah jedes Übel fernhalten." Dann operiert sie mit einem scharfkantigen Stein, einer Metallklinge oft zweifelhafter Herkunft, einem Stück Glas oder, wie heute gelegentlich, mit einem alten, womöglich rostigen Konservendosendeckel, je nachdem wie wohlhabend sie ist.
Als erstes wird dem Mädchen die gesamte Klitoris abgeschnitten, daraufhin werden ihr die kleinen Schamlippen weggekratzt und dann die Innenseiten der äußeren Schamlippen entfernt. Die zurückbleibenden Fetzen werden mit Dornen so zusammengezogen und festgehakt, dass die Vagina bis auf einen winzigen Spalt geschlossen ist. Um das völlige Zuwachsen zu verhindern, wird die Öffnung mit einem Stück Holz oder einem Knäuel Schilf offengehalten, damit später Urin und Blut abfließen können. Die Mutter und andere Gäste greifen sodann in ritueller Geste in die frische Wunde. Deren Blutung wird im Übrigen durch darauf gestreute Asche oder Erde gestillt. Sodann werden die Beine des Mädchens von oben bis unten zusammengebunden und das Kind 40 Tage und Nächte lang von den Verwandten festgehalten, damit seine Wunden in der Ruhelage heilen können. Oft setzen dem jungen Leben Blutungen, Entzündungen, Abszesse an der Vulva oder die Folgen von Verletzungen des Harnleiters oder der Blase während der OP ein qualvolles Ende. Ärzte werden kaum je hinzugezogen. Die Folgen der Beschneidung sind Vernarbungen, welche die junge Frau später daran hindern, sich richtig bewegen zu können, die überdies Stauungen von Menstruationsblut und deren Folgen bis zur Sterilität verursachen und die größte Qualen bei Geschlechtsverkehr und Niederkunft hervorrufen.
Die Beschneidung dient allein dem Zweck, die Frau am Geschlechtsverkehr zu hindern, denn ein Penis kann zunächst nicht mehr in sie eindringen. Dazu bedarf es einer neuerlichen Quälerei: Der frisch gebackene Ehemann muss eigens dafür die Braut mit seinem Messer aufschneiden. Dann hat er an den folgenden drei Tagen des Öfteren und jeweils besonders lange Zeit Geschlechtsverkehr mit der Unglückseligen. Falls sie dabei schwanger wird, muss sie weitere Verletzungen und Schmerzen erdulden, da das erste Freischneiden ja nur den Weg für den Penis freigelegt hatte. Weitere Schnitte sind für die Geburt nötig. Falls sie aber bei der Geburt vom Arzt geöffnet werden muss, wird sie hernach sogleich wieder zugenäht. Eine derartige Folter kann ihr dann bis zu zwölfmal und öfter während ihrer Mutterschaften widerfahren.