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"Im Todeshauch der Lemuren", 17. BLOG

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Die Unterwerfung der Frau

Bekanntlich übernahmen sowohl Christentum wie Islam einen Großteil der jüdischen Vorstellungen und Glaubenssätze in ihre eigenen Gesetzesbücher. Damit fanden die primitiven Stammestabus Palästinas ihren Weg in die beiden jüngeren Religionen.

In „Weltgeschichte der Frau" schreibt Rosalind Miles:

„Die Unterwerfung des Weiblichen war nicht nur Gegenstand von Mythen. Wirkliche Machthaberinnen wurden von wirklichen Männern angegriffen, die ihnen auf verschiedene Art die Autorität abzujagen trachteten. Wo die Königswürde durch die Frau weitervererbt wurde, konnte ein kühner Abenteurer sie an sich reißen - durch eine erzwungene Ehe oder durch die Vergewaltigung. Tamyris, die Herrscherin der Skyten, wehrte im 6. Jahrhundert v. Chr. erfolgreich einen solchen Antrag von Cyrus dem Großen aus Persien ab. Andere hatten nicht so viel Glück. Als um 80 v. Chr. Königin Berenike II. von Ägypten sich weigerte, ihren jungen Neffen Ptolemaios Alexander zu ehelichen, ließ er sie ermorden....In dieser Periode aggressiver Übergriffe auf die alten Vorrechte der Frauen wurde der königliche Inzest institutionalisiert. Ein König, der beim Tod seiner Frau den Thron nicht räumen wollte, heiratete eben die rechtmäßige Erbin - ihre Tochter....
Unter diesen Umständen wurden regierende Frauen schnell zu bloßen Figuren im männlichen Machtspiel. Dabei galt: Je mehr Mühe sich Männer machten, sie zu besitzen oder zu kontrollieren, umso wichtiger waren diese Frauen. Galla Placidia, die Tochter des römischen Kaisers Theodosius des Großen, wurde von Alarich, dem Führer der Westgoten, bei der Plünderung Roms gefangengenommen. Nach seinem Tod wurde sie seinem Bruder weitergegeben. Als dieser ermordet wurde, händigte man sie wieder den Römern aus. Dort wurde sie gezwungen, den siegreichen General Konstantius zu heiraten, der ihr den Namen Augusta gab und als „Augustus" mit ihr den Kaiserthron teilte. Als Konstantius starb, schickte ihr Bruder sie nach Konstantinopel in die Verbannung und riss die Herrschaft an sich. Erst als ihr Sohn im Jahre 425 Kaiser wurde, lebte sie friedlicher.
Zahllos sind die historischen Beispiele von Frauen, die Anspruch auf einen Thron hatten, als Schachfiguren ausgenutzt und schließlich beseitigt wurden. Geradezu klassisch ist die Geschichte Amalaswinthas, der Königin der Ostgoten. Als ihr Vater Theoderich um 526 starb, wurde sie im Namen ihres Sohnes als Regentin eingesetzt. Als ihr Sohn aber starb, musste sie den Neffen des toten Königs heiraten. Und als der Thronräuber seine Macht gefestigt hatte, wurde sie zum Tode verurteilt.
Nicht nur Frauen aus Königshäusern wurden Opfer von männlicher Herrsch-, Unterwerfungs- und Zerstörungswut.....Die erste große Angriffswelle auf die Frau richtete sich auf ihre Natur an sich, auf ihr Sorgerecht für die Kinder, auf ihr Recht, ein vollwertiger Mensch zu sein."