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"Im Todeshauch der Lemuren", 15. BLOG

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Aus dem Kapitel „Verunglimpfung"

Eine verwirrende Anzahl frauenfeindlicher Vorschriften und Weisungen zeigt, wie ängstlich und misstrauisch die Männerwelt das Leben und Treiben der Frauen verfolgte, und auch, wie aufsässig die Frauen reagierten. Statt sich der gottgewollten Herrschaft des Mannes zu beugen, erwiesen sie sich geradezu als „störrisches Vieh", das seine tierische Unvernunft nirgendwo deutlicher zeigte, als durch die Weigerung, sich der männlichen Unterdrückung zu beugen.

Frei aus dem Buch „Weltgeschichte der Frau" von Rosalind Miles:

Frauen waren von Kopf bis Fuß gefährlich. Üppiges Haar konnte bereits Lustgefühle im Manne hervorrufen. Dem jüdischen Talmud (ab 600 v. Chr.) zufolge durfte sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen, wenn sie in der Öffentlichkeit mit unbedecktem Haar auftrat. Paulus lehrte die Christen, dass eine Frau, die ohne Kopfbedeckung zur Kirche kam, sich scheren lassen musste.
Tertullian, einer der frühen Kirchenväter, schrieb im 3. Jahrhundert n. Chr., dass der Schmelz der Jungfrauen sogar für den „Fall der Engel" verantwortlich sei. Ein so gefährliches Antlitz sollte also abgeschirmt werden, da es Stolpersteine und Fallen bis zum Himmel hinauf ausgestreut habe.
Außerdem verbarg die Frau im Gesicht eine ihrer mächtigsten und tückischsten Waffen - ihre Zunge. In fast allen Sprachen existierten Sprichworte, die besagten: „Nur eine schweigende Ehefrau ist eine gute Ehefrau." Und jahrhundertelang hieß es bei den Griechen Kleinasiens, dass eine Frau „mit Zunge" kaum Chancen hatte, einen Ehemann zu bekommen. In den islamischen Staaten war das schlimmste Laster einer Frau, viel zu sprechen.
Diese semitische Obsession, Frauen mundtot zu machen, war schon zur Zeit der mosaischen Gesetze aufgetaucht. „Frauen sollen schweigen". Und wir finden dasselbe Diktum ohne Abstriche als Gebot für fromme Christen wieder.
Im mittelalterlichen Europa wurde die Verfolgung von Frauen, die gegen das Schweigegebot verstießen, mit wilder Brutalität betrieben, gegebenenfalls mit folterähnlichen Methoden und Werkzeugen, deren Einsatz nicht jede Frau überlebte.
War der Kopf der Sitz des Verstandes - wie viel auch immer eine Frau davon haben mochte - so war ihr Körper vom Hals abwärts nichts anderes, als „der Spielplatz des Teufels". „Wann immer eine Frau das Bad betritt, ist der Teufel bei ihr", verkündete Mohammed. Ein Zitat aus dem arabischen Mittelalter besagt: „Frauen sind Dämoninnen und als solche geboren. Niemand kann ihnen trauen, wie alle wissen...Sie schrecken nicht davor zurück, in Abwesenheit des Herrn einen Sklaven zu benutzen, wenn ihre Lust erregt ist. Und sie sind trickreich, gewiss, wenn ihre Vulva in Brunft ist. Nur ein Gedanke beherrscht sie: irgendein Glied zur Erektion zu bringen."

Wir reden heute noch immer gern vom Manne als dem „stärkeren" Geschlecht. Schaut man sich aber die jahrhundertealte Produktion von Vorurteilen und Mythen an, die von Männern über Frauen ersonnen und verbreitet wurden, so entsteht eher das Bild einer von tausend Ängsten geplagten Männerwelt, welche die Frauen fürchtet und ob der weiblichen Stärken vielleicht auch hasst. Denn wo der Mann empfindlich und wenig ausdauernd ist, zeigt sich gerade das Weib als unermüdlich.