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"Im Todeshauch der Lemuren", 14. BLOG

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Die Reihe "Der lange Weg" war dem Buch "Im Todeshauch der Lemuren. Verbaute Wege zum Glück" entnommen und wird nun unter letzterem Titel weitergeführt.

Unter den sich verschärfenden „geistigen" und weltlichen An- und Verordnungen zum Bändigen der Frau lösten sich deren Rechte nach und nach auf. Über die ganze Welt hin wurden sie als Mägde und Eigentum des Mannes angesehen. Sie verloren Autonomie, Freiheit, sogar die Verfügungsgewalt über den eigenen Körper und wurden zum Gebrauchsgegenstand des männlichen Lust-Monopols.
Wie selbstverständlich das Empfinden war, die Frau sei „Gegenstand" und Eigentum des Mannes, zeigt unter anderem der Brauch bei den Eskimos, wonach die eigene Frau ausgeliehen oder weitergereicht werden konnte, wenn es den Geschäften des Mannes oder einer Freundschaft diente. Von Eskimokindern wird daher jemand, der mit ihrem Vater Geschäfte macht, „Er, der meine Mutter fickt" genannt.

Jetzt, da die Frauen nicht mehr die wichtigste gesellschaftliche Kraft für die Versorgung der Familien waren und auch nicht mehr als heilige Spenderinnen des Lebens galten, dehnten die Männer ihre Kontrolle und Verfügungsgewalt über immer mehr Lebensbereiche der Frau aus. Der Grieche Poseidippos von Pella schrieb im 2. Jahrhundert n. Chr. über die alten Chinesen:
„Sogar ein armer Mann wird einen Sohn großziehen. Aber auch ein Reicher wird eine Tochter aussetzen."
In Ägypten setzte man Frauen als Sklavinnen beim Bau von Palästen und Tempeln ein. Dabei wurden sie mit Schlägen und Tritten angetrieben, bis sie tot umfielen.

Darwin berichtet, dass die Eingeborenen von Feuerland bei einer Hungersnot zwar ihre alten Frauen töteten und aufaßen, niemals aber ihre Hunde.
Frauen wurden versklavt, gehandelt, geschändet, als Huren verkauft oder beim Tode ihres Herrn oder Ehemannes getötet. Man beraubte sie nach und nach aller Freiheit, Ehre und Würde.
Als Solon 594 v. Chr. Gesetzgeber in Athen wurde, gebot er als erstes, dass Frauen ihre Häuser nachts nicht verlassen durften. Nicht lange danach wurden sie auch tagsüber weggeschlossen; sie waren ja Eigentum des Mannes.

„Der Himmel einer Frau liegt unter den Füßen ihres Mannes" (Bengalisches Sprichwort).
„Der Körper einer Frau ist schmutzig, er ist nicht ein Gefäß für das Gesetz." (Buddha).
„Drei Dinge sind unersättlich - die Wüste, das Grab und die Scheide einer Frau" (Arabisches Sprichwort).
„Eine Frau ist niemals ihr eigener Herr. Gott schuf ihren Körper, damit er einem Mann gehöre, Kinder gebäre und sie großziehe." „Sie (die Frauen) sollen Kinder gebären, bis sie daran sterben...Dazu sind sie da." (Martin Luther).

Ein ganzes Geschlecht wurde allein auf die Funktion des Gebärens reduziert, ohne jedoch hierdurch für die tonangebende Männerwelt akzeptabler zu werden, ganz im Gegenteil: Die Frau war „ein arrogantes und widerspenstiges Tier", und das ließ man sie auch fühlen.

Der Angriff auf den weiblichen Körper war das wohl auffälligste Ergebnis des patriarchalischen Monotheismus und er entschied über Wohl und Weh jeder einzelnen Frau. Er führte mittels grotesker Behauptungen den Niedergang der Frauen als freier Wesen herbei. Frauen wurden allein durch die wiederholte Diffamierung, sie seien minderwertig und verachtenswert und daher dem Manne untergeordnet, zur größten Außenseitergruppe der Menschheitsgeschichte gemacht. Um aber bei so viel Nähe zwischen den Männern und der verachteten Kaste der Frauen die Kontrolle vonseiten der Männerwelt aufrechtzuerhalten, wurden die Frauen so lange mit männlichen Ideologien bombardiert, bis sie selbst an ihre eigene Minderwertigkeit glaubten. Religiöse, soziale, biologische und psychologische Lehren, Bücher und Vorträge prägten ihnen weitere Unsicherheit ein und machten sie vom Manne abhängig.