BLOG

"Die Weihnacht", 15. Teil

24/11/2015 10:15 CET | Aktualisiert 24/11/2016 11:12 CET
Betsie Van Der Meer via Getty Images

Stephanus

Stephanus war „Erzmärtyrer", der allererste Märtyrer, der sich für seinen Glauben zu Tode steinigen ließ. Sein Festtag ist der 26. Dezember. Die griechisch- orthodoxe Kirche feiert ihn einen Tag später. Im Katholizismus gilt er als Schutzheiliger der Böttcher, Kutscher, Maurer, Steinhauer, Pferdeknechte, Weber, Schneider und Zimmerleute.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Im Brauchtum wird seiner besonders als dem Schutzheiligen der Pferde gedacht. So trafen sich in England die Reiter ländlicher Gegenden am 26. Dezember zum „Boxing Day Meet", einem gemeinsamen Tagesausritt am 2. Weihnachtsfeiertag. Ebenfalls dort fanden am 26. traditionell Fuchsjagden und Pferderennen statt.

Da diese Bräuche mit den „Weihnachtsjagden" zusammenfielen, die mit Lärmen, Schießen, Rasseln und Geschrei einhergingen, mischen sich in Stephanus' Festtag zugleich alte Bräuche um die „Wilde Jagd" und das „Wilde Heer". Die Sage um den schwedischen Staffan weicht von der Stephanus- Legende etwas ab:

Staffan

Staffan war oberster Stallknecht am Königshof des Herodes. Er war ein schöner, lebhafter Jüngling mit wachen Sinnen und geschickten Händen. Seine Augen waren so scharf, dass er sowohl den Schleuderstein, als auch Pfeil und Bogen meisterhaft handhabte. Nichts in Feld, Wald und Flur entging seinem Falkenblick.

Wenn er des Morgens früh die ihm anvertrauten Fohlen und Jungpferde zur Tränke trieb, schaute er über sich die Geheimnisse des Sternenhimmels. Und wenn er die Tiere im Sonnenschein zum Stall zurückbrachte, so gewahrte er um sich her die Geheimnisse der Erde und der Pflanzen und Tiere. Er kannte sich in der Heilkunst aus, lebte gesellig und war bei jedermann beliebt.

Eines Morgens, als Staffan mit den Fohlen um die Wette gelaufen war und noch vor den Tieren an der Quelle einen frischen Trunk schöpfen wollte, erblickte er im Wasserspiegel ein Licht, wie er es noch nie gesehen hatte. Er schaute zum Himmel auf, konnte dort aber nichts entdecken. Inzwischen waren auch seine Tiere angekommen. Staffan ließ sie trinken. Als er sich wieder über die Tränke beugte, sah er im Wasserspiegel drei Sonnen, die zu einer einzigen verschmolzen. Und in deren Licht schaute er das Wunder der Christgeburt.

Davon war er so erfüllt, das er die Begebenheit bei seiner Rückkehr seinen Freunden erzählte. Die erzählten es ihren Freunden. Das sprach sich herum und kam Herodes zu Ohren. Dieser befahl Staffan vor sich und fragte ihn aus. Staffan wusste wohl, in welcher Gefahr er schwebte, doch erzählte er der Wahrheit gemäß, was sich zugetragen hatte. Als er von dem neugeborenen Kind als dem „König des Himmels und der Erde" sprach, geriet Herodes vor Zorn ganz außer sich. Er befahl seinen Knechten, Staffan gefangen zu nehmen und zu blenden. Danach ließen sie ihn laufen.

Krank und elend irrte Staffan umher. Nur seine große Kraft hielt ihn aufrecht. Nach einiger Zeit fand er sich auf vertrautem Land wieder, denn er kam in die Nähe der Quelle, deren Spiegel ihm das Wunder am Himmel gezeigt hatte. Er tastete sich voran, um seine brennenden Augenhöhlen an der Quelle zu kühlen. Mit beiden Händen schöpfte er das Wasser und führte es zum Gesicht. Kaum aber berührte es seine Augen, als der Schmerz verflog. Und alsbald wuchsen ihm neue Augen, die schöner waren und schärfer sahen als seine alten.

Video:Ihr habt Weihnachten ruiniert: Hasbro verkauft Kinderbackset mit Penis-Spritze

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite