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"Die Dreieinige Mutter", 51. Beitrag

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Charakteristik der Tageszeiten: 04. Der Mittag

Das 4. Zwölftel des Tages, der MITTAG, beginnt um 12 und endet um 14 Uhr. In allen Städten und Dörfern des Landes gilt um diese Zeit heute noch die gesetzlich festgelegte „Mittagsruhe". Umtrieb und Lärm sind dann untersagt.
Der Mittag ist eine „Schwelle", wie es für den Morgen schon angedeutet wurde und wie es in den Kapiteln über Abend und Mitternacht weiter ausgeführt wird. Um mit diesem Begriff mehr anfangen zu können, soll er hier etwas ausführlicher beschrieben werden.
Der Name „Schwelle" deutet schon auf eine vorhandene Zweiheit hin, hier zwei verschiedene Welten, die beide an diese Schwelle angrenzen: Die „Alltagswelt" ist die eine von ihnen und stellt gewissermaßen unser Alltagsleben dar, eine nüchtern gewordene Welt, arm oder bar an Wundern. Die andere, die „Anderswelt", ist die Welt des Wunderbaren schlechthin, die Welt der Wunderwesen, welche sie bevölkern. Sie gliedert sich in verschiedene Ebenen:

1.) Die Welt des Lebens. In ihr wirken alle Naturgeister, Gnome, Sylphen, Undinen und Salamander, uns besser vertraut unter den Namen Zwerge, Elfen, Nixen und Feuergeister oder unter dem Namen der Geister der vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer. Um sie herum, also „darunter" und „darüber" wirkt eine Fülle anderer Wesen, die wir vielleicht noch aus Märchen und Sagen kennen: Trolle und Feen, Polter- und Baumgeister, Spukgestalten und erhabenere Erscheinungen. Manche verkehren auch in mehreren Welten zugleich.
2.) Die Welt der Seelen.
3.) Die Welt des rein Geistigen

Jede derselben ist wiederum mannigfach gegliedert und beherbergt Scharen von geistigen „Völkern" und Einzelwesen. Zu den höheren und höchsten Bewohnern zählen die neun Engelreiche des Christentums, angefangen mit den Schutzengeln bis „hinauf" zu den Cherubim, Seraphim und Thronen. Es sind jene Wesen, die früher „Götter" genannt wurden.
Ein Teil dieser Wesen tritt zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten von jenen geistigen Welten in unsere Erdenwelt herein. Solche Zeiten und Orte sind also die „Schwellen". Sie sind leicht zu erkennen: Sie stellen jeweils eine Art Zwischenstufe dar, sind also weder das eine noch das andere allein, erscheinen mehrdeutig oder sind beides zugleich. Nehmen wir z. B. die Dämmerungszeiten: Sie sind nicht ausschließlich Tag oder Nacht, allenfalls beides zusammen oder auch beides hintereinander. Zu diesen Dämmerungszeiten kommen Gäste aus der Anderswelt zu Besuch, die so lieblich wie die Elfen und Feen sein können, zum Teil so abenteuerlich und unheimlich wie Gespenster oder Trolle.

Zurück zum Mittag: Er ist nicht Vor-, nicht Nachmittag, die Sonne ist weder auf- noch absteigend. Noch vor wenigen Jahrhunderten warnten die Mütter ihre kleinen Kinder: „Geh um Mittag nicht allein aufs Feld, da geht die Mittagsfrau um (die Roggenmuhme)!" Es sind kaum 150 Jahre vergangen, seit solche Gebote ernsthaft ausgesprochen wurden. Die Mittags-Schwelle galt als eine der gefährlichsten und wurde an Brisanz nur von der der Mitternacht übertroffen.

DIE ROGGENMUHME

Lass stehn die Blume,
geh nicht ins Korn!
Die Roggenmuhme
Geht um da vorn!
Bald duckt sie nieder,
bald guckt sie wieder,
sie will die Kinder fangen,
die nach den Blumen langen!