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"Die Dreieinige Göttin", 50. Beitrag

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Im „April" (Stier, 21.04. - 21.05.) verbinden auch wir uns stärker mit der Erde und der Jahreszeit. Unser Fühlen ist durch Licht und Wärme, Grünen und Blühen, durch Düfte und Farben, das Summen von Bienen und Hummeln, das Tanzen der Mücken und das Singen und Zwitschern der Vögel unentwegt angesprochen. Dazu kommen alle die Gegensätze, die den April berühmt machen („April, April - macht, was er will"): Wechselnde Temperaturen, wechselhaftes Wetter, Umschwünge in der Jahreszeit mit Gastspielen von Winter und Sommer - und das alles mitten im Frühjahr! Für jede Gefühlslage ist etwas im Angebot!
Doch das Frühjahr mit seiner Schönheit, seinen Freuden und Wonnen birgt auch Gefahren: Das Fühlen kann seine Wahrnehmungsfunktion verlieren und ausschließlich ins Genießen abgleiten; oder es schlägt um ins Sentimental-Kitschige. Bedroht wird es zudem vom Trivialen, Alltäglichen, verliert sich darin leicht und zerrinnt dann in der Fülle der Erscheinungen oder wird zu etwas gleichgültig Vertrautem.
Im Quintenzirkel steht nach der ersten Tonart (C- Dur, die so gut zum Neubeginn des Morgens passte) G- Dur (1 ♯) als zweite Tonart. In ihr werden das Anmutig-Liebliche, Innige und Süße zum Klangerlebnis, aber auch seine Abirrungsmöglichkeiten, das Sentimentale oder Süßlich-Kitschige. In dieser Tonart steht beispielsweise die kindlich-unschuldige Weise eines „Heiderösleins" („Sah ein Knab ein Röslein stehn") oder stehen auch viele Hirtenweisen der Weihnachtszeit. https://tredition.de/publish-books/...

Charakteristik der Tageszeiten: 03. Der Späte Vormittag

Die jahreszeitliche Sonnenstands-Entsprechung des SPÄTEN VORMITTAGS ist der „Mai" (Zwillinge), die Zeit von 22. Mai bis 21. Juni. Die Sonne hat jetzt gewaltig an Kraft gewonnen. Alles Grünen und Blühen, alles Summen, Brummen, Schwirren und Jubilieren hat seit „April" (Stier) noch eine deutliche Steigerung erfahren. Das beginnende Fruchten, die Samenbildung und das Aussamen kommen noch hinzu. Das Blühen wird „trockener", ein Aufflammen und Verglühen von Lebenskräften. Der frühe Flor ist schon verblüht und welkt, die Luft ist erfüllt von Blütenstaub und Düften. Schmetterlinge, wie Kohlweißling, Zitronenfalter, Pfauenauge und Fuchs, verstärken das Farbenspiel über den Wiesen und Gärten. Weitere Insekten bevölkern die Lüfte und den Boden, so in der Abenddämmerung auch der heiß geliebte Maikäfer unserer Kinderzeit.
In der entsprechenden Tageszeit zwischen 10 und 12 Uhr haben nun Licht und Wärme weiter zugenommen. Die Sonne befindet sich auf dem Wege zum Zenit. Noch singen die Vögel den ganzen Morgen über, doch am Späten Vormittag wird es ruhiger; viele sind auch mit dem Füttern der Brut beschäftigt.
Die Schüler und Schülerinnen in den Klassenzimmern, die Studenten in den Hörsälen und die tätigen Erwachsenen haben sich jetzt eingearbeitet in ihre Unterrichte, Studien und Aufgaben. Jetzt „flutscht" das Lernen, jetzt geht auch die Arbeit glatt von der Hand. Das Fühlen tritt zurück, stellt sich neben das Wollen in den Hintergrund und das Denken wird zunehmend aktiviert. Alles, was bearbeitet wird und vor dem Mittag noch abgeschlossen werden kann, wird abgeschlossen oder zurückgestellt. Die Dinge werden kurz ins Bewusstsein gehoben und strukturiert: Rückblick, Vorblick und aus dem gewonnenen Überblick der konkrete Beschluss. Ungelöstes, das ansteht, wird gedanklich bewegt und entschieden.
Um im Bilde der Braut-Göttin zu bleiben: Die göttliche Braut ist schwanger. Diese Schwangerschaft schreitet voran und ist jetzt schon mühsam. Die werdende Mutter macht sich Gedanken um die bald benötigten Dinge: Um das „Nest" mit allem Gerät, um die Kindersachen. Die Zeit drängt zur Vollendung und die Sonne zum Zenit.
So liegt auch eine gewisse Zielstrebigkeit in der Endphase vor 12 Uhr. Das prägt das Antlitz des späten Vormittags: Zielgerichtetheit. Die hierher gehörende Tonart, D- Dur (2 ♯), wird die „stärkste aller Dur- Tonarten" genannt. Sie bringt eine weitere Variation des „Sieges des Lichts über die Finsternis", des „Empordrängen aus Nacht zum Licht" oder auch des Jubels über das Leben zum Klingen. Die belebende fruchtbare Kraft des Frühlingsgeschehens mit Leben, Tod und Auferstehung schwingt in ihr mit. Doch bald wird die „Braut" das Zepter an die „Mutter" weiterreichen. Dann beginnt etwas völlig Neues, auch im Tagesgeschehen. Die Zeiten werden in dem Buch „Die Dreieinige Göttin" genauer betrachtet. Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Zur Bestellung: https://tredition.de/publish-books/...