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"Die Dreieinige Göttin", 43. Blog

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ASTROLOGY
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Nun müssen wir aber wohl oder übel auch kleine Korrekturen an den 12 Jahreszeiten vornehmen, die unsere Vorfahren „Monde", also Monate genannt haben.

Da sich Sonne, Mond und Sterne auf ihren scheinbaren Bahnen um die Erde mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen, kommt es am Himmel fortwährend zu Verschiebungen und Veränderungen. Während die Frühlingssonne vor über 2000 Jahren „im Widder" stand, was bedeutet, dass sie in ihrem Frühlingsaufgangspunkt erstmals vor dem Tierkreis-Sternbild des Widders zu sehen war, bewegt sie sich heute ab 21. März vor dem Sternbild der Fische.

Alle 2.160 Jahre bleibt sie so um ein ganzes Sternbild im Tierkreis zurück (= ein Zwölftel des Platonischen Weltenjahrs mit seinen 25.920 Jahren). Deshalb wurden von Zeit zu Zeit Kalenderreformen notwendig. Diese beschriebene und weitere Verschiebungen am Himmel ließen traditionell festgelegte Jahresfeste allmählich auf „falsche" Termine rutschen. So sollte das Santa- Lucia- Fest Schwedens am 13. Dezember eigentlich auf den dunkelsten Tag des Jahres, die Wintersonnwende (also auf 21./22. Dezember) fallen. Ebenso das alte germanische Julfest, der Vorläufer unserer Weihnacht.

Doch noch störender ist, dass unsere sämtlichen Monate ebenfalls zeitlich „verrutscht" sind, was sich darin zeigt, dass der März nicht mehr mit der Frühlingstagundnachtgleiche beginnt, der September nicht mehr mit der Herbsttagundnachtgleiche, der Juni nicht mehr mit der Sommer- Sonnwende und der Dezember nicht mehr mit der Winter- Sonnwende. Die genannten vier Sonnenstände fallen aber ziemlich genau mit dem Zeitbeginn der astrologischen Tierkreiszeichen zusammen.

Was hat die Astrologie damit zu tun? Vereinfacht könnte man sagen, dass den Gelehrten des griechisch-römischen Kulturzeitraums (etwa zwischen 600 v. Chr. und Mitte des 15. Jahrhunderts n. Chr.) die Sternsituation am Himmel so urbildlich erschien, dass sie diese zum Maß aller weiteren Betrachtungen erklärt und festgehalten haben und diese uns heute noch als astrologische Einteilung begleitet.

Anders ausgedrückt: Die Astrologie von heute fußt auf der astronomischen Situation des Sternenhimmels von vor über 2000 Jahren. Allerdings vereinheitlichte man schon damals die Längen der Sternbilder. Dadurch kamen auch im „Sonnenlauf durch den Tierkreis" gleichlange Monate zustande, obwohl die Tierkreisbilder unterschiedlich groß sind.

Rücken wir die heutigen Monate so zurecht, dass sie mit den großen Sonnenfesten wieder übereinstimmen, so erhalten wir zugleich Anfangs- und Endzeit der astrologischen Tierkreiszeichen, die vor über 2000 Jahren die reale (astronomische) Himmelssituation darstellten:

01.) „Januar", Wasserman, 21.01. - 19.02.
02.) „Februar", Fische, 20.02. - 20.03.
03.) „März", Widder, 21.03. - 20.04.
04.) „April", Stier, 21.04. - 21.05.
05.) „Mai", Zwillinge, 22.05. - 22.06.
06.) „Juni", Krebs, 22.06. - 23. 07.
07.) „Juli", Löwe, 24.07. - 23.08.
08.) „August", Jungfrau, 24.08. - 22.09.
09.) „September", Waage, 23.09. - 23.10.
10.) "Oktober", Skorpion, 24.10. - 22.11.
11.) „November", Schütze, 23.11. - 22.12.
12.) „Dezember", Steinbock, 23.12. - 20.01.

Mit diesen kursiv gedruckten „Monaten" haben wir nun zugleich identische Sonnenstände wie bei den 12 Tageszeiten.

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