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"Die Dreieinige Göttin", 42. Blog

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Die mittlere Ortszeit (MOZ) ändert sich von Längengrad zu Längengrad um 4 Minuten. Je weiter wir z. B. nach Westen rücken, desto später geht die Sonne auf; das bedeutet, desto früher am Tage ist es. Da es das bürgerliche Leben sehr stören würde, wenn jeder nach seiner eigenen Ortszeit anfinge zu leben, haben alle Länder eine gesetzliche Zeit eingeführt, die sich der Tageshelligkeit für ihr Gebiet gut anpasst. Wir gehören dabei zur Zone der „Mitteleuropäischen Zeit" (MEZ), welche auf den 15. Längengrad Ost definiert ist. Dort, durch die Stadt Görlitz verläuft der östlichste Längengrad Deutschlands. In Görlitz sind MEZ und MOZ (Mittlere Ortszeit) identisch. Daher ergeben sich bezüglich der MOZ Differenzen zu allen westlich von Görlitz liegenden Städten Deutschlands. Befindet sich zum Beispiel Überlingen am Bodensee auf 9.167° östlicher Länge, so kann man die Überlinger mittlere Ortszeit (MOZ) leicht errechnen, indem man von 15° (Görlitz) 9.167° (Überlingen) abzieht: Man erhält 5.833°. Da 1° jeweils 4 Minuten zeitlicher Differenz entspricht, liegt Überlingen

-5.833 × 4 = 23,33 Minuten vor Görlitzer Zeit und damit auch 23,33 Minuten früher als unsere MEZ. Im Bilde gesprochen:

WENN IN GÖRLITZ DIE SONNE AUFGEHT, DAUERT ES NOCH 23,33 MINUTEN, BIS ES AUCH IN ÜBERLINGEN SO WEIT IST. ALSO IST ES IN ÜBERLINGEN 23,33 MINUTEN FRÜHER ALS IN GÖRLITZ.

Darüber hinaus sollten wir uns auf die sichtbaren Parallelen zwischen Tages- und Jahreslauf konzentrieren, weil wir nur so Vergleichswerte erhalten, die uns auch erhellende Einblicke in alle Tages-, bzw. Jahreszeiten gewähren. Dazu müssen wir sowohl beim Tag, als auch bei den Monaten kleine Eingriffe vornehmen.

Wie erreichen wir die Vergleichbarkeit von Tag und Jahr? Nur durch gleiche Sonnenstände. Den Jahreslauf gliedern ja die 12 Sonnen- und die 12 Mondstände vor dem Tierkreishintergrund in die 12 Monate („Monde"). Richten wir den einzelnen Tag nach vergleichbaren Sonnenständen aus, so erhalten wir 12 Tageszeiten zu jeweils zwei Stunden.

Und jetzt gibt es eine Überraschung: Der Tag mit seinen 2-Stunden-Einheiten „beruhigt" sich, fügt sich wesentlich besser ins Naturgeschehen ein, als unser hektischer 24- Stunden- Tag, und wir begegnen den 12 alten Tagesnamen wieder, die uns zeigen, dass sie irgendwann einmal in einem 12-Sunden-Tag gebräuchlich und im Schwange gewesen waren. Für den 24-Stunden-Tag haben wir keine Namen.

Die zwölf Tageszeiten heißen:

01. Morgen, und dauern von 06 - 08 Uhr, Taubildung
02. Früher Vormittag, 08 - 10 Uhr,
03. Später Vormittag, 10 - 12 Uhr,
04. Mittag , 12 - 14 Uhr,
05. Früher Nachmittag, 14 - 16 Uhr,
06. Später Nachmittag, 16 - 18 Uhr,
07. Abend, 18 - 20 Uhr, Taubildung
08. Später Abend, 20 - 22 Uhr,
09. Nacht VOR Mitternacht, 22 - 24 Uhr,
10. Mitternacht, 24 - 02 Uhr,
11. Nacht NACH Mitternacht, 02 - 04 Uhr,
12. Früher Morgen („Vor Morgengrauen"), 04 - 06 Uhr..

Um die Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche finden diese Tageszeiten exakt wie dargestellt statt. Nach dem Sommer zu rückt der Morgen nach vorn, der Abend nach hinten; gegen Winter zu dann der Morgen nach hinten und der Abend nach vorn.

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